Eisschnelllauf
Eisschnelllauf ist eine sportliche Laufdisziplin, die auf dem Eis und auf Schlittschuhen ausgetragen wird.
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Schlittschuhe
| thumb|250px| Schnellaufschlittschuhe |
| thumb|250px| Eisschnellläufer |
| thumb|250px| Eisschnellläufer auf der Elf-Städte-Tour |
Schnelllauf-Schlittschuhe haben bis unterhalb des Fußgelenkknöchels reichende Schnürschuhe aus Ziegenleder. Die langen Stahlkufen, auch "Brotmesser" genannt, sind bis 45 Zentimeter lang und haben eine Dicke von etwa 1,3 Millimetern. Die Lauffläche hat einen Planschliff mit einer schwachen Kurvung in Längsrichtung, die ein "Eingraben" der Kufe in das Eis verhindern soll. Die Spitze ist gerundet, das Ende nach hinten abfallend.
Der letzte Entwicklungsstand ist hier der Klappschlittschuh, bei dem die Kufe beim Anheben der Ferse bei gestrecktem Stoßbein hinten abklappt und erst beim endgültigen Abheben wieder zurückgezogen wird. Damit kann die Kufe über einen längeren Weg und mit abgehobener Ferse zum Abstoßen auf dem Eis belassen werden. Vor allem auf Langstrecken wird davon profitiert.
Laufstil
Im Gegensatz zum rückseitigen Abstoßen beim Kunstlauf und Eishockey stößt sich der Eisschnelläufer auf gerader Strecke mit den Beinen schräg nach hinten ab, wobei die Kufe in ganzer Länge mit der Eisfläche in Kontakt bleibt. Obwohl die langen Kufen den Geradeauslauf stabilisieren sollen führt gerade die damit erzwungene Abstoßtechnik zu einem weit ausgeprägteren Zickzack-Kurs, dennoch wird damit die größtmögliche Geschwindigkeit auf dem Eis erreicht. In Kurven stößt sich das kurveninnere hinter dem kurvenäußeren Bein gegen die Fliehkraft ab. Dieser Vorgang wird "Übersetzen" genannt.
Um sich mit den Beinen genügend abstoßen zu können, müssen Eisschnelläufer tief in die Hocke gehen. Geleichzeitig erfordert dies zum Gleichgewichtsausgleich das Vorbeugen des Oberkörpers. Daraus ergibt sich die typische "Krummbuckel"-Laufhaltung dieser Sportart. Damit verlagert sich günstigerweise auch der Schwerpunkt nach unten, was das schnelle Durchfahren von Kurven gegen die Fliehkraft erleichtert.
Spitzen-Sportler erreichen auf Schlittschuhen über mehrere Kilometer bzw. etliche Minuten eine Dauergeschwindigkeit von 45 km/h, im Sprint kurzzeitig bis über 60 km/h.
Laufbahn
Die Wettkampfbahn ist eine 400 Meter umfassende, ovale Bahn, auf der zwei Laufspuren abgeteilt sind. Es laufen immer zwei Läufer(innen) wechselnd auf der Innen- und Außenbahn, wobei die Startpunkte entsprechend des Längenunterschiedes zwischen Innen- und Außenbahn versetzt sind. Im Verlauf des Wettkampfes wechseln die Läufer(innen) an der festen Wechselstelle in jeder Runde die Bahn. Damit wird die Chancengleichheit hergestellt.
Laufstrecken und Wertung
Es werden festgesetzte Streckenlängen gelaufen. Übliche Einzelstrecken sind 500, 1.000, 1.500, 3.000, 5.000 und 10.000 Meter, bei nationalen und Nachwuchswettbewerben auch andere.
Sprint-Mehrkämpfe werden über die je zweimal gelaufenen Strecken von 500 und 1000 Meter ausgetragen, Vierkämpfe über die Strecken 500, 1.000, 1.500, und 3.000 Meter (Frauen) und 500, 1500, 5000 und 10.000 Meter (Männer).
Das Endklassement ergibt sich ausschließlich aus den erzielten und auf 500-Meter-Distanz umgerechneten Zeiten, nicht aus der Platzierung in den Einzelläufen. Dabei erhält jede Strecke die Punktwertigkeit der 500 Meter (kürzeste Strecke), indem die erzielte Zeit durch jene Zahl geteilt wird, wie die Strecke Vielfaches von 500 Meter ist, und zum Punktkonto addiert wird (Beispiel: 2:09,6 Minuten, also 129,6 Sekunden, über 1.500 Meter werden durch 3 geteilt und gehen mit 43,2 Punkten in den Mehrkampf ein).
Internationale Wettkämpfe
Vom internationalen Dachverband ISU (International Skating Union) werden jährlich Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und eine Serie von bis zu zwölf Weltcups ausgetragen. Die ISU registriert Weltrekorde über alle WM-Strecken. Eisschnelllauf ist eine Olympische Sportart und gehört seit 1924 zum Programm der Olympischen Winterspiele.
Zum Programm bei Olympischen Winterspielen und Weltmeisterschaften gehören 500 m, 1.000 m, 1.500 m, 3.000 m (nur Frauen), 5.000 m und 10.000 m (nur Männer) sowie die Mannschaftsverfolgung.
- Marathonwettkämpfe über Distanzen von 10 bis 100 Kilometer gehören nicht zum Programm bei internationalen Meisterschaften, erfreuen sich aber in Ländern wie den Niederlanden oder Norwegen großer Beliebtheit. Im Unterschied zu den vorgenannten Rennen ist hier auch Massenstart möglich. Ein nur in strengen Wintern statt findender Klassiker auf Natureis ist die 200 km lange Elf-Städte-Tour in Friesland (Niederlande).
- 2004 wurden die seit 2000 bei Junioren-WM ausgetragenen Mannschaftsrennen ins Programm von WM und Olympischen Spielen aufgenommen. Dabei laufen drei Sportler zusammen und kommen mittels Führungswechsel und Windschattenlaufen auf höhere Geschwindigkeiten als Einzelläufer. Die Distanz beträgt für Frauen 6 Runden (ca. 2.310 m) und für Männer 8 Runden (ca. 3.080 m).
Bedeutende Eisschnellläufer und -Läuferinnen
- Gunda Niemann-Stirnemann
- Anni Friesinger
- Claudia Pechstein
- Franziska Schenk
- Sabine Völker
- Monique Garbrecht-Enfeldt
- Christian Breuer
- Stefan Heythausen
- Erhard Keller
- Julius Seyler
- Jan Friesinger
Nationale Verbände
- in Deutschland die Deutsche Eisschnellauf-Gemeinschaft
- in der Schweiz der Schweizer Eislauf-Verband
- in den Niederlanden: Koninklijke Nederlandse Schaats Bond (KNSB)
Weblinks
Homepage der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft
- Eisschnellauf-Club-Grefrath
- Landesauswahl-Team NRW
- Homepage des Schweizer Verbands
- Homepage des Amerikanischen Verbands
- Homepage des Niederländischen Verbands
- ISU-Liste im Internet
Kategorie:Eislauf
Kategorie:Wintersportart
