Elektrofotografie

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Der Doppeleintrag zum Artikel Elektrofotografie befindet sich unter Kopierer und Fotokopie. –Flominator 19:13, 19. Mai 2005 (CEST)

Die Elektrofotografie (manchmal auch Xerografie genannt) ist ein Verfahren zur Trockenkopie (siehe auch Nassabzugverfahren) von Dokumenten, das in allen heute gängigen Fotokopierern und Laserdruckern eingesetzt wird.

Geschichte

Die Elektrofotografie ist ein von dem Amerikaner Chester Carlson (* 1906; † 1968) zusammen mit seinem Assistenten Otto Kornei erfundenes Kopierverfahren.

Das Patent wurde am 27. Oktober 1937 angemeldet. Der erste erfolgreiche Versuch fand am 22. Oktober 1938 unter Zuhilfenahme einer mit einem Tuch elektrisch aufgeladenen Metallplatte, Schwefelpuder, staubfeinem Bärlappsamen und einer Wachsplatte statt.

1947 ging die Lizenz an die Firma Haloid. 1949 ist der erste kommerzielle Kopierer erhältlich. 1961 wird die Firma Haloid in Xerox umbenannt, daher auch manchmal die Benutzung des Wortes Xerografie.

Funktion

Das zentrale Element bei der Elektofotografie ist die Trommel oder das flexible Band, das mit einer lichtempfindlichen Beschichtung versehen ist, im Folgenden aktive Schicht genannt. Sie besitzt die Eigenschaft, im Dunkeln elektrisch nichtleitend zu sein, bei Lichteinfall dagegen Stromleitung zuzulassen. Bis ca. 1975 verwendete man amorphes Selen, heute werden amorphe organische Halbleiter verwendet.

Der Prozess funktioniert wie folgt:

1. Corona-Aufladung der aktiven Schicht: Eine Serie von dünnen Edelstahl- oder Wolfram-drähten wird mittels einer Spannung von 5 - 15 kV positiv gegenüber der aktiven Schicht aufgeladen. Durch die hohe Spannung wird die Umgebungsluft ionisiert, positive Ionen (z.B. (H2O)nH + ) werden zur aktiven Schicht (negativ geladen) gezogen, setzen sich dort ab und laden diese positiv auf, da sie im Dunkeln nicht leitfähig ist.

2. Belichtung: Die aktive Schicht auf der Walze bzw. dem flexiblen Band wird belichtet:

Durch den Lichteinfall werden in der aktiven Halbleiterschicht Elektron-Loch-Paare, also Ladungsträger erzeugt (innerer fotoelektrischer Effekt). Die Elektronen neutralisieren dabei die positiven Oberflächenladungen, die Löcher (=Defektelektronen) werden über einen rückseitigen Kontakt abgeführt (bzw. Elektronen zugeführt). Insgesamt wird also die Oberflächenladung an den belichteten Stellen neutralisiert.

3. Entwicklung: Kleine Toner-Partikel (Durchmesser 10 μm) werden mit einer magnetischen Bürste in Kontakt mit der Walze gebracht, sie lagern sich an den unbelichteten, also geladenen Stellen ab. Dunkel wird dunkel, hell bleibt hell.

4. Toner-Transfer: Nun wird wie unter (1.) das Papier durch eine Corona-Entladung positiv aufgeladen und mit der aktiven Schicht in Kontakt gebracht: Die Toner-Partikel haften nun am Papier.

5. Fixierung: Unter Druck und Hitze wird der Toner auf dem Papier fixiert.

6. Säuberung der aktiven Schicht mit einer Bürste, um übriggebliebenen Toner zu entfernen.

7. Belichtung: Durch vollständiges Belichten der aktiven Schicht wird diese leitfähig gemacht und ganzflächig neutralisert, so dass sie wieder durch (1.) aufgeladen werden kann.


Die Anforderungen an die aktive Schicht sind recht hoch: Sie muss eine geringe Dunkelleitfähigkeit zusammen mit einer hohen Lichtempfindlichkeit aufweisen. Bei der Belichtung muss sie kurzzeitig über kurze Entfernungen eine hohe Leitfähigkeit aufweisen, sonst ginge die Auflösung bzw. Schärfe verloren. Schließlich darf sie weder ihre mechanischen oder chemischen Eigenschaften im Laufe vieler Kopierzyklen ändern, so dass ihre Funktion beeinträchtigt wäre.

See also: Elektrofotografie, 1906, 1937, 1938, 1947, 1949, 1961, 1968, 22. Oktober