Elektromechanik
Die Elektromechanik ist eine Teildisziplin der Elektrotechnik mit Schnittmengen zum Maschinenbau. Sie befaßt sich mit dem Handhaben von Kräften, mit der Leistungsumwandlung, der Arbeitsumwandlung mittels elektrischem Strom und der Energiegewinnung.
(Im Gegensatz zur Elektromechanik ist die elektrische Steuerungstechnik und Informationstechnik nicht am Leistungs- und Energieumsatz interessiert, sondern an der elektrischen und elektronischen Informations-Handhabung.)
Klassische Bauteile der Elektromechanik sind der Elektromotor und der Generator. Beide Maschinen dienen der Energie-Umwandlung: der Elektromotor wandelt elektrische Energie in rotatorische, mechanische Energie; er erzeugt aus anliegender Spannung und dem Strom ein mechnisch nutzbares Drehmoment und eine Drehzahl, z.B. um eine Arbeitsmaschine anzutreiben, als Beispiel einen Ventilator.
Ein Generator leistet genau das Gegenteilige: aus mechanischer Dreh-Leistung (Drehmoment und Drehzahl) elektrische Energie zu gewinnen. Beispiel: die "Lichtmaschine" im Auto (, die kein Licht, sondern Strom herstellt).
Weitere Anwendungen der Elektromechanik sind die Erzeugung linearer mechanischer Kräfte und Leistungen mittels Langstator-Motoren (z.B. im Transrapid-System) oder das Heben von Lasten mittels Elektromagneten: Krafterzeugung aus elektrischem Strom.
Zum oben benannten Gegensatz (Leistung, statt Information) gibt es Ausnahmen. Auch bei Fortschreiten der Elektronik gibt es weiterhin Grenzanwendungen der Elektromechanik auch zur Informationsverarbeitung: das gute alte Relais. Es wird als elektromechanisches Bauteil aufgefaßt, dient jedoch oft noch der Informationsübertragung. Beispiel: wer in seinem Wohnbereich nicht über einen schnellen DSL-Internet-Zugang verfügen kann, der kann im Umkehrschluß wissen, dass seine Telekommunikations-Vermittlung am Ort anstelle Computern noch mit Relais arbeitet.
Auch der andere Umkehrschluß bietet Schnittmengen zwischen den Gebieten Leistung und Information: nicht überall dort, wo Halbleiter eingesetzt werden, geht es nur um Information. Seit langen Jahrzehnten sind sog. Leistungshalbleiter im Einsatz, die in der Lage sind, hohe Ströme und hohe Spannungen zu handhaben, also hohe Leistungen, ganz oder teils ohne Elektromechanik.
Die Gebiete Elektromechanik, Elektronik und Informationstechnik lassen sich somit nicht ganz einfach separieren.
