Elyseepalast
Der Elyseepalast [eli'ze] (frz. Palais de l'Élysée), benannt nach der nahegelegenen Champs-Élysées im Herzen von Paris, ist der Amtssitz des französischen Staatspräsidenten. Er steht nördlich der Seine im Stadtteil Faubourg Saint-Honoré - rund 1,5 km südöstlich des Triumphbogens und etwas mehr als 2 km nordöstlich des Eiffelturms auf der anderen Flussseite.
Geschichte
thumb|Madame de Pompadour [[Bild:Louis15-1.jpg|thumb|Erster König im Palast: König Ludwig XV.]] [[Bild:Napoleon - 1.jpg|thumb|Abdankung im Elyseepalast: Kaiser Napoleon I.]] Erbaut wurde der Elyseepalast in den Jahren von 1718 bis 1722 nach den Plänen des Architekten Armand-Claude Mollet, der das umliegende Grundstück kurz zuvor an den Grafen von Evreux, Henri-Louis de la Tour d'Auvergne, verkaufte und von diesem nun zum Bau einer Residenz für ihn beauftragt wurde.
Nach seinem Tod im Jahre 1753 erwarb Jeanne-Antoinette Poisson, besser bekannt als die Marquise de Pompadour, den Palast und ließ ihn durch ihren Architekten im Inneren stilvoll herrichten. Der Garten wurde nach ihren Vorstellungen hin vergrößert und um Säulengänge und Lauben, sowie einem Labyrinth erweitert. Zu diesem Zeitpunkt war Jeanne-Antoinette Poisson schon lange Jahre die offizielle Mätresse des französischen Königs Ludwig XV., dem sie im Jahr 1764 die Residenz vererbte. Das Haus war nun im Besitz der Bourbonen und diente König Ludwig XV. zunächst als Gästehaus für Botschafter und später auch als Ausstellungsort von Gemälden. Zwischenzeitlich (1773) verkaufte der König den Palast an einen Bankier; sein Enkel, König Ludwig XVI. erwarb ihn aber 1786 zurück und überließ ihn seiner Cousine, der Herzogin von Bourbon.
Als die Bourbonen 1792 durch die Französische Revolution gestürzt wurden und die Herzogin im April 1793 in Gefangenschaft geriet, stand der Elyseepalast (seinerzeit unter dem Namen Hôtel de Bourbon, was sich in etwa mit "Bourbonen-Herrschaftshaus" übersetzen lässt) zunächst leer und diente als Lager für beschlagnahmte Möbel von Auswanderern und Inhaftierten. Zwar erhielt die Herzogin den Palast vier Jahre später zurück, ging aber später nach Spanien ins Exil und verkaufte ihn an eine Unternehmer-Familie, die ihn zu prestigeträchtigen Veranstaltungen nutzte.
1805 erwarb Joachim Murat, Schwager von Napoleon I., den Palast und ließ ihn weitreichend umbauen. Kaiser Napoleon machte Murat 1808 zum König von Neapel und übernahm nach dessen Weggang das Gebäude, das er nun in Elysee-Napoleon-Palast umbenannte. Nur wenige Monate später ließ sich der Kaiser jedoch von seiner Frau, Kaiserin Joséphine de Beauharnais, scheiden und überlies ihr das Anwesen, ehe er es 1812 wieder in Besitz nahm und zwei Jahre später, als der Untergang seines Kaiserreichs nicht mehr aufzuhalten war, dort auch seine Abdankung unterzeichnete und ins Exil ging.
1816 fiel der Elyseepalast wieder in den Besitz der Bourbonen und König Ludwig XVIII. übergab ihn seinem Neffen Karl Ferdinand (Herzog von Berry), der mit seiner frisch vermählten Frau Maria Karolina von Bourbon-Sizilien einzog. Als der Herzog bereits vier Jahre später starb, übernahm Ludwig Philipp, der ab 1830 bis zur Februarrevolution 1848 den letzten französischen König stellte, den Palast.
Die französische Nationalversammlung erklärte ihn 1848 per Dekret zum Amtssitz zukünftiger Präsidenten der Zweiten Republik. Die überdauerte jedoch gerade einmal vier Jahre, nachdem Ludwig Napoleon Bonaparte (Neffe von Napoleon I.), der zum ersten Präsidenten gewählt wurde, sich kurzerhand selbst zum Kaiser eines erneuten Kaiserreichs ernannte. Erst als er 1870 während des Deutsch-Französischen Krieges in Gefangenschaft geriet, wurde er in Frankreich abgesetzt und dort zum dritten Mal die Republik ausgerufen. Auch wenn der erste Präsident der Dritten Republik, Adolphe Thiers, seine Arbeit noch nicht vollständig aus dem Elyseepalast leiten konnte, war er ab 1873 endgültig offizieller Amtssitz der französischen Staatsoberhäupter.
Am 22. Januar 1963 unterzeichneten General Charles de Gaulle und Konrad Adenauer das Abkommen (Der Elysée-Vertrag).
