Noordoostpolder

Noordoostpolder ist der Name einer Gemeinde auf dem trockengelegten Nordostpolder in der Provinz Flevoland in den Niederlanden. Noordoostpolder hat (2004) rund 45.000 Einwohner.

Größter Ort ist Emmeloord (2004: etwa 25.000 Einwohner). Andere Orte sind die nach dem Zweiten Weltkrieg gebauten Dörfer Marknesse (2004: 4.000 Einwohner), Nagele, Ens, Creil, Espel, Bant, Rutten, Kraggenburg, Luttelgeest und Tollebeek.

Lage und Wirtschaft

Die ehemalige Insel Schokland gehört auch zur Gemeinde. Durch das Gemeindegebiet führt die Autobahn A6. Im Süden grenzt Noordoostpolder an das Zwarte Meer, im Südwesten an das Ketelmeer, zwei Randseen des IJsselmeeres, im Westen an das IJsselmeer und an die Gemeinde Urk, im Osten an die Provinz Overijssel. Eine Eisenbahn über Lelystad nach Amsterdam oder nach Zwolle wird geplant. Der ganze Polder ist wichtig für die hochwertige Land- und Gartenwirtschaft. Emmeloord ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Gemeinde.

Bei Marknesse befindet sich das Nationale Luft- und Raumfahrtlabor der Niederlande (NLR), mit dem Deutsch-Niederländischen Windkanal zur Überprüfung von Flug- und Fahrzeugen. Auch befindet sich dort eine Abteilung des (von der Technischen Universität Delft geleiteten) Wasserlaufkundigen Labors (TL Delft Hydraulics), wo Dämme und andere Wasserwerke geprüft werden, indem man ein Modell nachgestellten Überschwemmungen und Sturmfluten aussetzt.

Geschichte

Die Insel Schokland, die auch in der Bronzezeit schon bewohnt war, wurde ab dem 9. Jahrhundert wieder besiedelt. Spuren von Warften und Deichen wurden nach der Trockenlegung des Polders zurückgefunden. Schokland war 4 km lang und zunächst einige Kilometer breit. Der "Abschlag" durch die Zuiderzee machte Schokland immer schmaler und gefährlicher zu bewohnen. Es hatte 1840 noch 695 Einwohner, vor allem im Dorf Emmeloord (nach dem das "neue" Emmeloord benannt wurde). Die Gemeinde Schokland wurde 1859 aufgelöst, die Bewohner nach Volendam, Kampen und anderen Orten übergesiedelt. Wenn man einem Träger des Familiennamens Schokker begegnet, so ist die Chance groß, dass einer seiner Vorfahren diese Evakuierung erlebt hat. Die 1834 erbaute Kirche blieb als einziges Gebäude auf Schokland erhalten. Im Rahmen der sog. Zuiderzeewerke wurde die Nordostpolder 1942 eingedeicht. Während der Besatzungszeit, bis 1945, fanden viele Untertaucher halb-illegale Arbeit und Zuflucht, die niederländische Widerstandsbewegung hatte hier ihr Rückzugsgebiet.

Weblinks



See also: Noordoostpolder, 1834, 1840, 1859, 1942, 1945, 9. Jahrhundert, Almere