Emmy Damerius-Koenen

Emmy Damerius-Koenen (geb. Zadach, geschiedene Damerius; * 15. März 1903 in Berlin-Rosenthal; † 21. Mai 1987 in Berlin)

Eltern waren Arbeiter, vier Kinder. Emma Zadach besuchte die Volksschule und zweieinhalb Jahre die Handelsabendschule. Sie arbeitete danach als Werkstattschreiberin in der Kunstdruckerei Heymann & Schmidt GmbH Berlin und als Angestellte in verschiedenen Verlagen. Bis 1923 Engagement bei den Naturfreunden und Pazifisten. 1923 Eintritt in den Kommunistischen Jugendverband, 1924 in die KPD. 1922 bis 1927 Ehe mit Helmut Damerius, ein Kind, verstorben. Bis 1934 arbeitete sie ehren- und hauptamtlich für die KPD-Bezirksleitung Berlin-Brandenburg, u.a. als politische Mitarbeiterin bzw. Leiterin der Frauenabteilung, seit 1933 illegale Arbeit. 1934 in Moskau im Frauensekretariat der Kommunistischen Internationale tätig, 1935 und 1936 Studium an der West-Universität in Moskau unter dem Decknamen Emmy Dublin. Nach Auflösung der Universität 1936 Einsatz in der KPD-Leitungen in Prag, Zürich und Paris. Seit Prag 1937 Lebensgemeinschaft mit Wilhelm Koenen. Im Januar 1939 Emigration nach England. Sie war Arbeiterin in London, war 1943 Gründungsmitglied der Freien Deutschen Bewegung (FDB) in London und 1944 Mitinitiatorin der Frauenkommission der FDB. 1940 bis Februar 1941 Internierung Insel Man. Im Dezember 1945 gemeinsam mit Wilhelm Koenen Rückkehr nach Deutschland. In Halle und Dresden tätig als Redakteurin. Seit ihrer Rückkehr 1945 in Sachsen Engagement für die Schaffung kommunaler Frauenausschüsse, seit 1946 war sie 2. Vorsitzende des Frauenausschusses des Landes Sachsen. Bei der Gründung des Demokratischen Frauenbundes Deutschlands (DFD) spielte sie im Vorbereitungskomitee eine dominierende Rolle. Auf dem Deutschen Frauenkongress für den Frieden vom 7. bis 9. März 1947 im Berliner Admiralspalast, dem Gründungskongress des DFD, hielt sie das Hauptreferat zu internationalen Fragen und wurde eine der vier stellvertretenden Vorsitzenden der neuen Frauenorganisation. Im April 1948 löste sie die bisherige parteilose DFD-Vorsitzende Anne-Marie Durand-Wever ab, ihre Wahl als DFD-Vorsitzende erfolgte auf dem DFD-Bundeskongress am 29./30. Mai 1948. Ihre internationalen Erfahrungen setzte sie erfolgreich für die Aufnahme des DFD in die Internationale Demokratische Frauenföderation (IDFF), 1945 in Paris vor allem von Kommunistinnen und Antifaschistinnen gegründet, ein. In Folge des SED-Beschlusses über Westemigranten 1949 und gleichzeitig als Folge interner Auseinandersetzungen mit dem SED-Frauensekretariat unter Leitung von Elli Schmidt und Käthe Kern musste sie im Frühjahr 1949 den DFD-Vorsitz abgeben. Im Mai 1949 übernahm Elli Schmidt den Posten als DFD-Vorsitzende. Emmy Damerius-Koenen war nach langer Krankheit von 1950 bis 1958 Redakteurin, Kaderleiterin bzw. stellvertretende Chefredakteurin im Verlag Die Wirtschaft in Berlin. Nach 1958 arbeitete sie freischaffend als Journalistin und war bis zum Tode ihres Ehemannes im Oktober 1963 Mitarbeiterin von Wilhelm Koenen. Emmy Koenen hinterließ zahlreiche Artikel in der Frauenpresse der Sowjetischen Besatzungszone und veröffentlichte zur Geschichte der SED und zur Geschichte des DFD detaillierte Erinnerungen. Sie verstarb am 21. Mai 1987 in Berlin-Friedrichshagen und wurde auf dem Friedhof der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde, Pergolenweg, beigesetzt.

Personendaten
Damerius-Koenen, Emmy
Journalistin, Mitbegründerin des DFD
15. März 1903
Berlin
21. Mai 1987
Berlin

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See also: Emmy Damerius-Koenen, 15. März, 1903, 1987, 21. Mai, Berlin, Demokratischer Frauenbund Deutschlands