Endorphin

Endorphine, Kurzform von "endogene Morphine", sind vom Körper selbst produzierte Morphine, die schmerzlindernd bzw. schmerzunterdrückend (analgetisch) wirken. Endorphine regeln Empfindungen wie Schmerz und Hunger und stehen in Verbindung mit der Produktion von Sexualhormonen. Das Endorphinsystem wird unter anderem in Notfallsituationen aktiviert. Die Endorphinausschüttung ist der Grund, warum manche schwer verletzen Menschen zunächst keine Schmerzen verspüren.

Interessanterweise werden Endorphine auch beim Konsum bestimmter Gewürze wie Chili (Inhaltsstoff Capsaicin) produziert. Verletzungen, aber auch UV-Licht und positive Erlebnisse wie Lachen lösen die Ausschüttung von Endorphinen aus, was ihnen den leicht irreführenden Namen Glückshormone eingebracht hat. Es handelt sich bei Endorphinen nicht um Hormone.

Bestimmte körperliche Anstrengungen (z.B. Rennen) und Schmerzerfahrungen (z.B. bei BDSM-Spielen) können möglicherweise durch die Ausschüttung von Endorphinen einen Glückszustand hervorrufen. Diese Wirkung ist jedoch medizinisch umstritten.

Inhaltsverzeichnis

Chemie

Chemisch gesehen handelt es sich um kurze Neuropeptide, die an Opiatrezeptoren binden. Endorphine besitzen als gemeinsames Strukturmerkmal eine Peptidgruppe mit 5 Aminosäuren der Sequenz Tyrosin-Glycin-Glycin-Phenylalanin-Methionin (im Bsp. unten fett).

Die bekanntesten Endorphine sind α-, β- und γ-Endorphin. β-Endorphin scheint in Hinblick auf die Schmerzunterdrückung am wirksamsten zu sein.

Die Aminosäuresequenz von β-Endorphin ist:

Tyr-Gly-Gly-Phe-Met-Thr-Ser-Glu-Lys-Ser-Gln-Thr-Pro-Leu-Val-Thr-Leu-Phe-Lys-Asn-Ala-Ile-Ile-Lys-Asn-Ala-Tyr-Lys-Lys-Gly-GluOH (Fries, 2002).

Geschichte

Nachgewiesen wurden die Endorphine zuerst von schottischen Forschern 1975 im Zwischenhirn eines Schweines. ( John Hughes and Hans Kosterlitz) Der erste gebräuchliche Name war deswegen auch "Enkephaline" (vom griechischen Wort en--kephalos, "im Kopf").

Wirkung , Rezeptoren

Rezeptoren für Endorphine und Opiate finden sich beispielsweise in der grauen Substanz des Rückenmarks. Weiterhin sind sie auch an vegetativen Synapsen und anderen Gehirnbereichen zu finden. Selbst in peripheren Strukturen wie zb Gelenken gibt es wahrscheinlich Opiatrezeptoren. Im Rückenmark wird bei Erregung der Endorphinrezeptoren ein Schmerzreiz unterdrückt, wenn er über die zuführenden ( afferenten) Nerven im Rückenmark ankommt, umgeschaltet und ins Gehirn weitergeleitet werden soll.

Der genaue Wirkmechanismus der Endorphine ist noch nicht in allen Details geklärt. Man weiß aber, daß Endorphine die dopaminergen Nervenbahnen unterbrechen können. Es wird dann vermehrt Dopamin in die Synapsen ausgeschüttet.

Siehe auch

Weblinks


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See also: Endorphin, 1975, Aminosäure, Analgesie, BDSM, Capsaicin, Chili, Dopamin, Droge