Ernst Käsemann

Ernst Käsemann (* 12. September 1906 in Bochum - Dahlhausen; † 17. Februar 1998 in Tübingen) war lutherischer Theologe und Universitätsprofessor.

Käsemann promovierte 1931 bei Rudolf Bultmann in Marburg und gilt als dessen profiliertester Schüler. Als Professor für das Neue Testament in Göttingen schrieb er 1954 den epochalen Aufsatz "Das Problem des historischen Jesus". Darin hielt er gegen seinen Lehrer Bultmann gesichertes Wissen über Jesu Leben und Botschaft für möglich, wobei er wieder an Ferdinand Christian Baur anschloss.

Er legte ein doppeltes Differenzkriterium an die synoptische Tradition an: "Echt" ist ein Jesuslogion, wenn es sich weder aus der jüdischen Umwelt noch aus Leben und Lehre des Urchristentums erklären lässt. Hinzu kamen die Kriterien der Mehrfachbezeugung und der Übereinstimmung (Kohärenz) mit anderen als echt erwiesenen Jesusworten. Diese Kriterien haben sich in der Jesusforschung durchgesetzt und wurden 30 Jahre lang ihre dominierende Arbeitsmethode.

Darüberhinaus sah Käsemann die jüdische Apokalyptik, in die er Jesu Botschaft einordnete, als prägendes Element der paulinischen Rechtfertigungslehre und "Mutter der Theologie des Neuen Testaments" an. Insofern war er einer der letzten Neutestamentler, die einen historisch-theologischen Gesamtentwurf präsentieren konnten.

Käsemann war von 1959 - 1971 Professor für Neues Testament in Tübingen.

Zitat von Käsemann: Ein Christ ist ein freier Mensch, er geht durch alle Lager dieser Welt, nur seinem Herrn gehörig.

Käsemann, Ernst Käsemann, Ernst Käsemann, Ernst Käsemann, Ernst Käsemann, Ernst Käsemann, Ernst

Personendaten
Käsemann, Ernst
lutherischer Theologe und Universitätsprofessor
12. September 1906
Bochum - Dahlhausen
17. Februar 1998
Tübingen

See also: Ernst Käsemann, 12. September, 17. Februar, 1906, 1998, Apokalyptik, Bochum, Ferdinand Christian Baur, Jesus