Erwartung
Erwartung ist die Vorstellung eines Ereignisses in der Zukunft
"Erwartung" kann auch fordernden Charakter haben; sie umschreibt dann z. B. Ansprüche an Personen oder Gruppen, d. h. an die Art, in der sie eine Rolle spielen sollen. Vgl. auch: Homo sociologicus.
Eine Erwartung kann positiv (vgl. Hoffnung, Optimismus) oder negativ (Befürchtung, vgl. Pessimismus) sein.
Religion
In frühchristicher Zeit drückte das Wort Maranatha (aramäisch: Unser Herr, komm!, 1.Korinther 16,22) die Erwartung der nahen Wiederkehr von Jesus Christus nach seiner Himmelfahrt aus.
Dem Thema der Erwartung ist im Christentum besonders der Advent gewidmet, was übersetzt Ankunft bedeutet.
Volkswirtschaftslehre
In der Volkswirtschaftslehre spielt die Erwartungsbildung der Individuen eine zentrale Rolle, sobald die Zukunft in Betracht gezogen wird.
Verbreitet ist die Annahme, dass ein Individuum Rationale Erwartungen bildet. Dabei bildet es die bestmögliche Prognose über die Variable, die es vorhersehen will. Es nutzt dazu alle Informationen, die es sich unter den ihm auferlegten Schranken verschaffen kann. Das Konzept der Rationalen Erwartungen bedingt, dass der Weg, auf dem eine ökonomische Variable geformt wird, mit dem Weg übereinstimmen muss, mit welchem Individuen Erwartungen über diese Variable bilden.
Als Alternativkonzept wird von manchen Ökonomen von adaptiven Erwartungen ausgegangen. Ein Indidviduum stützt sich nach diesem Konzept bei seiner Prognose über die zukünftige Entwicklung einer Variabeln auf die Entwicklung dieser Variable in der Vergangenheit.
siehe auch Gerücht
