Eschenburg (Hessen)

Wappen Karte
fehlt noch 140px|Deutschlandkarte, Position von Eschenburg hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Lahn-Dill-Kreis
Geografische Lage: 50° 49' n. Br.
08° 22' ö. L.
Höhe: 425 m ü. NN
Fläche: 45,76 km²
Einwohner: 10.803 (30. Juni 2004)
Bevölkerungsdichte: 236 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35713
Vorwahl: 02774
Kfz-Kennzeichen: LDK
Gemeindeschlüssel: 06 5 32 009
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Nassauer Straße 11
35713 Eschenburg
Website: www.eschenburg.de
E-Mail-Adresse: info@eschenburg.de
Politik
Bürgermeister: Götz Konrad

Eschenburg ist eine Gemeinde in der Nähe von Dillenburg im Lahn-Dill-Kreis in Hessen.

Zu Eschenburg gehören die Ortsteile Eibelshausen, das auch Verwaltungssitz ist, Eiershausen, Roth, Simmersbach, Wissenbach, Hirzenhain Ort und Hirzenhain Bahnhof.

Sehenswert ist das über 750 Jahre alte jetzige Segelfliegerdorf Hirzenhain mit seinem Segelflugplatz und seiner Abfahrtsskipiste. Hirzenhain ist das zweitälteste Segelfliegerdorf auf der Welt. Gerade im Sommer herrscht auf dem Hirzenhainer Segelflugplatz reges Treiben. Der Flugbetrieb wird durch den Segelfliegerclub Hirzenhain aufrecht erhalten. Auch vereinsfremde Personen können gegen ein geringes Entgelt in den Genuss der Segelfliegerei kommen.

Auf der Gemarkung des Ortsteils Simmersbach erinnert die Philippsbuche an die Rückkehr des Landgrafen Philipp von Hessen aus 5-jähriger spanisch-niederländischer Gefangenschaft am 10. September 1552.

Historische Persönlichkeit

Aus dem Ortsteil Wissenbach stammt der Violinist, Bratschist, Konzertdirektor und radikalpietistische Religionsstifter (Johann) Daniel Müller alias Elias / Elias Artista, geb. Wissenbach 10. Februar 1716, gest. nicht vor 1786 (in Riga?).

Er heiratete 1744 Maria Ursula verwitwete Schott geb. Windecker, eine Verwandte von Goethes Mutter, Katharina Elisabeth Goethe, und übersiedelte 1746 nach Frankfurt am Main, wo er im Umkreis der Familie von Johann Wolfgang von Goethe als Konzertdirektor und Erster Violinist der Frankfurter Kapelle tätig wurde.

Durch seine mindestens 27 Bücher, von denen sich eines in der Bibliothek von Goethes Vater, Johann Kaspar Goethe, befand, hat er internationalen Einfluss gewonnen, z. B. auf die Geheimgesellschaft der Illuminaten ("Erleuchteten") in Avignon und auf die russischen Spätrosenkreuzer. Die von ihm gegründete Vereinigungskirche "Offenbarung Christi" strebte eine Versöhnung von Heidentum, Judentum, Christentum und Islam an - den Koran nannte er ein "herrliches Buch" -, war aber "Freigeistern", als allzu liberal eingestuften Denkern wie Gotthold Ephraim Lessing und Moses Mendelssohn, gegenüber unduldsam.

Vgl. Reinhard Breymayer:

  1. Eine unbekannte Koranerklärung in der Bibliothek von Goethes Vater: "Elias mit dem Alcoran Mahomeds". Über das wiedergefundene Werk des Radikalpietisten Johann Daniel Müller aus Wissenbach (Nassau). Tübingen: Noûs-Verlag Thomas Leon Heck 2004 (ISBN 3-924249-43-1).
  2. Müller, Johann Daniel (Ps. Daniel, Elias, Elias Artista, Messias, D. S., S.). In: Neue Deutsche Biographie, Bd. 18. Berlin 1997, S. 351-352.

Weblinks


See also: Eschenburg (Hessen), 10. Februar, 10. September, 1552, 1716, 1744, 1746, 1786