Ethelochorie
[[Bild:Weizenfeld.jpg|thumb|270px|Feld mit Weichweizen - Weizen ist einer der Archäophyten, die über Ethelochorie nach Mitteleuropa eingeführt wurden]] Als Ethelochorie bezeichnet man die bewußte Einführung von Pflanzen entweder durch Saatgut oder durch Jungpflanzen in einen neuen Lebensraum durch den Menschen. Die Ethelochorie ist gemeinsam mit der Agochorie und der Speirochorie eine Unterform der Hemerochorie. Die Abgrenzung zwischen den einzelnen Formen sowie die durch die Verschleppung von bestimmten Pflanzen gelegentlich entstehenden Probleme sind ausführlich in dem Hauptartikel Hemerochorie beschrieben.
Zahlreiche Kulturpflanzen, die heute eine wesentliche Rolle bei der menschlichen Ernährung spielen, sind durch den Menschen gezielt ethelochor ausgebreitet worden. Weizen, Gerste, Linsen, Dinkel, Ackerbohnen, Lein, Mohn sind beispielsweise keine für den mitteleuropäischen Raum typische Pflanzen, wenn sie auch alle zu den Archäophyten zählen. Sie wurden nach dem Beginn der Jungsteinzeit vor etwa 6.500 Jahren allmählich durch den Menschen vom östlichen Mittelmeerraum nach Mitteleuropa gebracht, als die ersten Ackerbauen begannen, in mitteleuropäischen Gebiet sesshaft zu werden.
