Etosha-Nationalpark

thumb|300px|right|Fort Namutoni im Etoscha-Nationalpark Der Etosha-Nationalpark von Namibia ist über 20.000 km² groß.

Um 1907 erklärte der Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika, von Lindequist, ein Viertel des heutigen Namibias zum Naturschutzgebiet, nachdem der ehemals reiche Wildbestand durch Wilderei und bedenkenlose Großwildjagd bis an den Rand der Ausrottung reduziert und damit die Fleischversorgung der Bevölkerung ernsthaft gefährdet worden war. Zu diesem Naturschutzgebiet gehörte auch das Gebiet um die Etosha-Pfanne. Es erstreckte sich damals bis zur Skelettküste und dem Kunene und hatte eine Ausdehnung von nahezu 100.000 qkm. Elefanten allerdings gab es bereits seit 1880 nicht mehr in dieser Gegend und auch die früher zehntausend Tiere zählenden Antilopenherden waren weitgehend verschwunden. Die Schutzmaßnahmen hatten Erfolg und führten zu einer allmählichen Regeneration der Wildbestände. Zugleich aber wuchs der Landbedarf der hier lebenden Volksstämme und der zugewanderten weißen Siedler. Dies führte nach und nach zu einer Verkleinerung des Naturschutzgebietes, bis es 1970 seine heutigen Grenzen erhielt und nur noch eine Ausdehnung von rund 23.000 qkm hat (300 km in der maximalen Ost-West-Ausdehnung, 100 km in der maximalen Nord-Süd-Ausdehnung). Es ist damit aber dennoch in etwa so groß wie das Bundesland Hessen und darf sich das zweitgrößte Naturschutzgebiet Afrikas nennen. Seit der Jahrhundertwende sind Bestrebungen im Gange, die Naturschutzgebiete im südlichen Afrika wieder auszuweiten oder sogar länderübergreifend miteinander zu verbinden. Auch der Etosha-Nationalpark ist Gegenstand derartiger Überlegungen.

Der Name des Nationalparks hat seinen Ursprung in der Ovambo-Sprache und bedeutet soviel wie "Ort des trockenen Wassers". Noch zu Zeiten der deutschen Kolonialverwaltung wurden im Gebiet des heutigen Nationalparks permanente Militär- und Polizeiposten eingerichtet - einmal, um damit die nördliche Grenze des deutschen Einflussgebietes zu markieren, aber auch als Veterinärstützpunkte gegen das Eindringen der Rinderpest aus den nördlich gelegenen Ovambogebieten. So entstanden 1897 das Fort Namutoni im Osten des Naturschutzgebietes und 1901 Okaukuejo im Westen. Nachdem sich das Naturschutzgebiet nach dem Ende des 2. Weltkrieges immer mehr zu einem touristischen Anziehungspunkt entwickelte, wuchs auch der Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten. Zunächst wurde Okaukuejo zu diesem Zweck geöffnet, 1957 folgten Namutoni und 1968 Halali. Neben den vor allem südlich der Etoscha-Pfanne gelegenen natürlichen Wasserlöchern wurden auch künstliche Wasserlöcher angelegt, um den zunehmenden Wildtierbestand auch während der Trockenzeit ausreichend mit Wasser versorgen zu können. Dies und der allmähliche Ausbau der touristischen Infrastruktur machten den Etosha-Nationalpark im Laufe der Jahre zu der Hauptattraktion für jeden Namibiabesucher. Man findet hier bis auf Krokodile, Flußpferde und Büffel nahezu alle Tierarten des südlichen Afrikas.

Weblinks

Informationen zum Etosha-Nationalpark

See also: Etosha-Nationalpark, 1907, 1970, Antilope, Deutsch-Südwestafrika, Elefanten, Etosha-Pfanne, Halali (Namibia), Kunene, Namibia