Ettlingen
| Wappen | Karte |
|---|---|
| 140px Wappenlink | 140px|Deutschlandkarte, Position von Ettlingen hervorgehoben |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg |
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe |
| Regionalverband: | Mittlerer Oberrhein |
| Landkreis: | Karlsruhe |
| Gemeindeart: | Große Kreisstadt |
| Geografische Lage: | 48° 56' n. Br. 08° 24' ö. L. |
| Höhe: | 132 m ü. NN |
| Fläche: | 56,74 km² |
| Einwohner: | 38.953 (31.12.2003) |
| Bevölkerungsdichte: | 687 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 76255-76275 (alt 7505) |
| Vorwahl: | 07243 |
| Kfz-Kennzeichen: | KA
|
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 15 017 |
| Stadtgliederung: | Kernstadt und 6 Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Marktplatz 2 76275 Ettlingen |
| Website: | www.ettlingen.de |
| E-Mail-Adresse: | hauptamt@ettlingen.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeisterin: | Gabriela Büssemaker (FDP) |
Ettlingen ist eine Stadt südlich von Karlsruhe in Baden-Württemberg. Sie ist nach Bruchsal die zweitgrößte Stadt des Landkreises Karlsruhe und eines der Mittelzentren im Bereich des Oberzentrums Karlsruhe. Zum Mittelbereich Ettlingen gehören noch die Gemeinden Karlsbad, Malsch, Marxzell und Waldbronn.
Um das Jahr 1965 überschritt die Einwohnerzahl die 20.000-Grenze. Deshalb beantragte die Stadt Ettlingen die Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die baden-württembergische Landesregierung dann mit Wirkung vom 1. Januar 1966 beschloss.
| Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Ettlingen liegt im Übergang der Rheinebene in den nördlichen Schwarzwald. Hier mündet das Albtal aus dem Schwarzwald in die Rheinebene. Die Kernstadt liegt hauptsächlich bereits in der Ebene, ein kleiner Südwesthang bildet zusammen mit dem Durlacher Geigersberg die bevorzugte Wohnlage für Karlsruhe. Die eingegliederten Ortschaften liegen teilweise ebenfalls in der Ebene, teilweise jedoch auch schon auf den ersten Bergen des Schwarzwalds.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Ettlingen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören alle - außer der kreisfreien Stadt Karlsruhe - zum Landkreis Karlsruhe:
Karlsruhe, Waldbronn, Karlsbad (Baden), Marxzell, Malsch und Rheinstetten
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Ettlingens besteht aus der Kernstadt und den Stadtteilen Bruchhausen, Ettlingenweier, Oberweier, Schluttenbach, Schöllbronn und Spessart . Gelegentlich werden innerhalb der Kernstadt noch Wohngebiete mit eigenem Namen unterschieden, wobei deren Grenzen meist nicht genau festgelegt sind. Ferner gibt es im Stadtgebiet auch noch separat gelegene Wohnplätze, die oftmals nur aus einem oder wenigen Häusern bestehen, so etwa Waldsaum, Lochmühle und Schöllbronner Mühle.
In den eingegliederte Ortschaften gibt es jeweils einen Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher. Die Ortschaftsräte werden von der Bevölkerung der Ortschaft bei jeder Kommunalwahl gewählt. Sie sind zu wichtigen, die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören.
| thumb|Rathaus |
| thumb|Hauptfassade des Schlosses |
| thumb|Innenhof des Schlosses |
| thumb|Georgsbrunnen |
| thumb|Rathausturm aus dem 13. Jahrhundert |
| thumb|Skulptur am Rathausturm |
| thumb|Der Heilige Nepomuk |
| thumb|Der Neptunstein am Rathausturm |
| thumb|Schloss-Gartenhalle |
| [[Bild:Narrenbrunnen-Ettlingen.JPG|thumb|Der Narrenbrunnen von ]] |
| thumb|Der Ettlinger Stadtgarten |
| thumb|Naherholung im Horbach-Park |
| thumb|Die Martinskirche ist das älteste Bauwerk der Stadt |
| [[Bild:Allianzwappen Schloss Ettlingen.JPG|thumb|Das markgräfliche ]] |
| thumb|Fußgängerzone mit Blick auf die Herz Jesu Kirche |
| thumb|Die romantische Alb fließt mitten durch die Stadt |
| thumb|Wasserspiele mit Kranich im Horbach-Park |
| thumb|Wasserspiele |
| thumb|Skulptur im Horbach-Park |
| thumb|Impressionen aus Ettlingen |
Geschichte
Ettlingen, in römischer Zeit eine wichtiger Straßenkreuzungspunkt (Römische Abteilung im Museum, Römerbad unter der Martinskirche, Neptunstein ...) wird im Jahre 788 als "Ediningom" in einer Schenkungsurkunde des Klosters Weißenburg im Elsaß erstmals erwähnt. 965 erhält das als "Ediningom" genannte Dorf von Kaiser Otto dem Großen das Marktrecht und 1192 wird Ettlingen durch Kaiser Heinrich VI, einem Sohn Barbarossas, zur Stadt erhoben. 1219 wird der badische Markgraf Hermann V. Ettlingens Lehensherr. In der Folgezeit wird Ettlingen Sitz eines Amtes innerhalb der später durch Teilung entstandenen Markgrafschaft Baden-Baden.
1689 wird die Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg von Truppen des französischen Königs Ludwig XIV. fast völlig niedergebrannt, danach aber wieder aufgebaut. Nach dem Aussterben der katholischen Linie von Baden-Baden 1771 kommt Ettlingen zur evangelischen Markgrafschaft Baden-Durlach, das 1803 zum Kurfürstentum und 1806 zum Großherzogtum aufsteigt. Ettlingen bleibt Sitz eines Amtes.
Am 1. April 1937 wird der Amtsbezirk Ettlingen aufgehoben und sein Gebiet dem Amtsbezirk Karlsruhe zugeordnet, aus dem 1939 der Stadt- und Landkreis Karlsruhe gebildet wird. Ettlingen gehört seither mit seinem gesamten Umland zum Landkreis Karlsruhe.
Nach Überschreiten der 20.000-Einwohnergrenze wird Ettlingen mit Wirkung vom 1. Januar 1966 zur Großen Kreisstadt erhoben. Dieser Status wird nach Bildung der neuen Stadt Ettlingen nach der Gebietsreform 1974 nochmals bestätigt.
1979 finden im barocken Innenhof des Schlosses die ersten Aufführungen der Ettlinger Schlossfestspiele statt und 1988 ist Ettlingen Gastgeber der baden-württembergischen Landesgartenschau.
Religionen
Ettlingen gehörte ursprünglich zum Bistum Speyer bzw. zum Archidiakonat St. German und Moritz in Speyer. War die Pfarrei Anfangs dem Dekanat Durlach zugeordnet, so wurde Ettlingen im 16. Jahrhundert Sitz des Landkapitels. Seit etwa 1520 fasste die Reformation Fuß in Ettlingen. Wegen der Zugehörigkeit der Stadt zur katholischen Linie von Baden-Baden und insbesondere infolge der ab 1624 in Ettlingen tätigen Jesuiten, wurde die Stadt jedoch rekatholisiert, so dass sich erst im 19. Jahrhundert wieder Protestanten in Ettlingen niederließen. Nach der Säkularisation gehörte die katholische Pfarrei Ettlingen zum Generalvikariat Bruchsal und 1821 bzw. 1827 kam Ettlingen zum neu gegründeten Erzbistum Freiburg. Hier wurde die Stadt Sitz eines Dekanats. Dieses umfasst heute neben den Pfarrgemeinden der Stadt Ettlingen das gesamte Umland. Die Pfarreien sind zu Seelsorgeeinheiten zusammen gefasst. Im Bereich der Stadt Ettlingen gibt es die Seelsorgeeinheit Ettlingen-Stadt mit den Pfarrgemeinden Herz-Jesu, Liebfrauen und St. Martin (die älteste Kirche der Stadt), die Seelsorgeeinheit Ettlingen Süd mit den Pfarrgemeinden St. Dionysis Ettlingenweier und St. Josef Bruchhausen und die Seelsorgeeinheit Ettlingen Höhe mit den Pfarrgemeinden St. Georg Völkersbach, St. Bonifatius Schöllbronn und St. Antonius Spessart, wobei Völkersbach politisch zur Gemeinde Malsch gehört.
Die seit dem 19. Jahrhundert zugezogenen Protestanten wurden zunächst von Rüppurr aus versorgt, erhielten jedoch 1848 einen eigenen Geistlichen und ab 1869 eine eigene Pfarrei (Johannesgemeinde), die später eine eigene Kirche erhielt. Sie ist die älteste protestantische Kirche Ettlingens. Die Johannesgemeinde gehörte zunächst zum Stadtdekanat Karlsruhe. Später kam sie zum Dekanat Alb-Pfinz, dessen Sitz sich in Pfinztal befindet. Die Johannesgemeinde wuchs zahlenmäßig weiter an, so dass sie 1951 geteilt wurde. Es entstand die Paulusgemeinde, die sich ab 1953 ein Gemeindehaus erbaute, dem 1965 ein Glockenturm angefügt wurde. Infolge weiterer Zunahme der Gemeindeglieder wurde 1972 die Paulusgemeinde geteilt und es entstand die Luthergemeinde. Zu ihr gehören heute die Protestanten von Ettlingen-West sowie der Stadtteile Bruchhausen, Ettlingenweier und Oberweier.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es auch Freikirchen und Gemeinden, darunter eine Freie Evangelische Gemeinde und die Liebenzeller Gemeinde. Ferner sind auch die Jehovas Zeugen und die Neuapostolische Kirche in Ettlingen vertreten.
Eingemeindungen
In die Stadt Ettlingen wurden im Rahmen der Gemeindereform in Baden-Württemberg folgende Gemeinden eingegliedert bzw. mit der Stadt Ettlingen zusammen geschlossen:
- am 1. März 1972: Spessart (in den Bergen des Schwarzwaldes gelegen)
- am 1. Oktober 1974: Bruchhausen und Ettlingenweier (in der Rheinebene gelegen), Oberweier (am Hang des Schwarzwaldes gelegen) sowie Schluttenbach und Schöllbronn (in den Bergen des Schwarzwaldes gelegen)
Einwohnerentwicklung
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind meist Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).
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¹ Volkszählungsergebnis
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat der Stadt Ettlingen hat seit der letzten Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 insgesamt 39 Mitglieder, die den Titel "Stadträtin/Stadtrat" führen. Sie gehören folgenden Parteien an:
| CDU | FE | SPD | GRÜNE | FW | FDP | Gesamt | |
| 2004 | 15 | 9 | 8 | 3 | 2 | 2 | 39 |
Prominentestes Gemeinderatsmitglied ist der Fußballtrainer Winfried Schäfer (FE)
Stadtoberhäupter
An der Spitze der Stadt stand der Schultheiß, der 1238 erstmals erwähnt ist. Ihm standen seit 1579 zwei Bürgermeister zur Seite. Diese wurden bis ins 17. Jahrhundert jährlich gewählt. Seit etwa 1700 übernahm der "ältere Bürgermeister" die Leitung der Stadt. Die Aufsicht über die Stadt führte der markgräfliche Amtmann. Einen Rat gab es in Ettlingen seit dem 13. Jahrhundert. Dieser hatte 12 Mitglieder, in der Mitte des 18. Jahrhunderts nur 6 und Ende des 18. Jahrhunderts 10 Mitglieder.
Heutiges Stadtoberhaupt ist der Bürgermeister, seit 1. Januar 1966 Oberbürgermeister, der von der Bevölkerung auf 8 Jahre direkt gewählt wird. Sein ständiger Vertreter ist der "Erste Beigeordnete" mit der Amtsbezeichnung "Bürgermeister".
Bürgermeister bzw. (ab 1966) Oberbürgermeister
- 1800 - 1811: Franz Williard
- 1811 - 1813: Ignanz Reiss
- 1814: Franz Williard
- 1815 - 1817: Ulrich Wackher
- 1817 - 1823: Florian Buhl
- 1823 - 1831: Xaver Wick
- 1831 - 1836: Jakob Ulrich
- 1836 - 1839: Wilhelm Schneider sen.
- 1839 - 1845: Jakob Ulrich
- 1845 - 1849: Wilhelm Schneider sen.
- 1849 - 1863: Josef Speck
- 1863 - 1868: Wilhelm Schneider jun.
- 1869 - 1870: Philipp Neumeier
- 1870 - 1879: Philipp Thiebauth
- 1879 - 1885: Josef Haug
- 1885 - 1887: Philipp Thiebauth
- 1887 - 1893: Adolf Groß
- 1893 - 1903: Karl Haas
- 1903 - 1908: Vinzenz Häfner
- 1908 - 1913: Dr. Karl Hofner
- 1913 - 1915: Wilhelm Ziegler
- 1915 - 1917: Wilhelm Röttinger
- 1917 - 1920: Josef Hügel
- 1920 - 1929: Dr. Paul Potyka
- 1929 - 1941: Gustav Kraft
- 1941 - 1943: Lorenz Weiss, 1. Beigeordneter
- 1943 - 1945: Karl Buchleither
- 1945: Fritz Strauss
- 1945 - 1946: Dr. Otto Carnier
- 1946 - 1948: Heinrich Theophil Kaufmann
- 1948 - 1974: Hugo Rimmelspacher, Bürgermeister, ab 1966 Oberbürgermeister
- 1974 - 1987: Dr. Erwin Vetter, Oberbürgermeister
- 1987 - 2003: Josef Offele, Oberbürgermeister
- 2003 - heute: Gabriela Büssenmaker, Oberbürgermeisterin
Wappen
Das Wappen der Stadt Ettlingen zeigt in gespaltenem Schild vorn in Gold ein roter Schrägbalken, hinten in Blau ein schwebender, silberner Zinnenturm. Die Stadtfarben sind Blau-Weiß. Wappen und Flagge wurde am 12. Februar 1976 vom Regierungspräsidium Karlsruhe neu verliehen. Das Wappen ist jedoch schon sehr alt, wobei die Blasonierung erst im 19. Jahrhundert festgelegt wurde. Die eine Seite des Wappens ist das badische Landeswappen, nachdem Ettlingen schon sehr früh zur Markgrafschaft Baden gehörte. Der Zinnenturm soll wohl ein Stadt- oder Befestigungsturm darstellen.
Städtepartnerschaften
Ettlingen unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:
- Épernay, Frankreich, seit 1953
- Middelkerke, Belgien, seit 1971
- Clevedon, Vereinigtes Königreich, seit 1980
- Löbau, Sachsen, seit 1990 (www.loebau.de)
- Gatschina, Russland, seit 1992
Die Stadtteile Bruchhausen, Oberweier und Schluttenbach unterhalten ebenfalls Partnerschaften mit französischen Städten, und zwar Bruchhausen mit Fère-Champenoise seit 1962, Oberweier mit Etoges seit 1973 und mit Ferebrianges/Beaunay seit 1994 sowie Schluttenbach mit Soudron seit 1961.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Ettlingen ist per Straße über die A5 sowie die B3 zu erreichen. Die Straße aus dem Schwarzwald von Bad Herrenalb her durch das Albtal führt seit 1994 durch einen von österreichischen Fachleuten bergmännisch vorgetriebenen Tunnel an der Stadt vorbei. Ettlingen hat einen Bahnhof an der östlichen der beiden Bahnstrecken Karlsruhe-Rastatt und mehrere Haltestellen an der ältesten Überlandlinie des Karlsruher Stadtbahnnetzes, der ehemaligen Kleinbahn Richtung Bad Herrenalb.
Ansässige Unternehmen
Ettlingen war in der Vergangenheit bekannt für seine Papierfabriken. Die eigentliche Papierherstellung ist dann aber im 20. Jahrhundert mehr und mehr abgewandert, inzwischen ist nur noch die Papierverarbeitung geblieben. Eine besondere Stellung stellt dabei Fa. Schneidersöhne als größtes Familienunternehmen mit führender Marktposition im europäischen Papiergroßhandel dar (8.300 Artikel, Jahresabsatz von rund 1.033.000 Tonnen Papier).
Die Firma Bardusch hat in Ettlingen ihren Stammsitz und ist international tätig. Bardusch ist ein Textilleasingunternehmen, das textile Servicesysteme von individueller Berufsbekleidung bis hin zu Stoffhandtuchspendern der Waschraumhygiene anbietet.
Kontaktlinsenträgern dürfte die Firma AMO (=Advanced Medical Optics Germany GmbH) ein Begriff sein, welche Produkte aus der Ophthalmo-Chirurgie und der Kontaktlinsenhygiene anbietet. In Ettlingen liegt die Zentrale für Europa, Afrika und Asia-Pacific. Bekannt wurden die Produkte noch unter dem Herstellernamen Allergan.
Weithin bekannt war auch der Skandal um die Ettlinger Firma FlowTex, deren betrügerische Geschäfte mit nicht vorhandenen Bohrgeräten im Jahre 2000 aufgedeckt wurden.
Medien
In Ettlingen erscheint als Tageszeitung eine Lokalausgabe der in Karlsruhe erscheinenden "Badischen Neuesten Nachrichten" (BNN).
Öffentliche Einrichtungen
Ettlingen hat ein Amtsgericht und eine Geschäftsstelle des Arbeitsamts.
Bildung
In Ettlingen befinden sich folgende Schulen in Trägerschaft der Stadt:
- drei Grundschulen: Thiebauthschule, Erich-Kästner-Schule Ettlingenweier und Grundschule Oberweier
- fünf Grund- und Hauptschulen: Geschwister-Scholl-Schule Bruchhausen, Hans-Thoma-Schule Spessart, Johann-Peter-Hebel-Schule Schöllbronn, Pestalozzischule und Schillerschule
- zwei Gymnasien: Eichendorff-Gymnasium und Albertus-Magnus-Gymnasium
- zwei Realschulen: Anne-Frank-Realschule und Wilhelm-Lorenz-Realschule und die
- Carl-Orff-Förderschule.
Der Landkreis Karlsruhe ist Träger der Gartenschule für Geistigbehinderte sowie der drei beruflichen Schulen Albert-Einstein-Schule (Gewerbliche Schule), Bertha-von-Suttner-Schule (Hauswirtschaftliche Schule) und Wilhelm-Röpke-Schule (Kaufmännische Schule).
Ferner bestehen ein privates Gymnasium (Heisenberg-Gymnasium) und die private St. Augustinusschule für Erziehungshilfe.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
Der Innenhof des Ettlinger Schlosses dient im Sommer den Schlossfestspielen als Veranstaltungsort.
Museen
Das "Museum Ettlingen" im Schloss bietet Sonderausstellungen zu Kunst, Völkerkunde und Archäologie und gelegentlich auch Wechselausstellungen zu unterschiedlichen Themen.
Bauwerke
Hauptsehenswürdigkeit der Stadt ist das Markgräfliche Schloss, das 1727-33 nach Plänen von Johann Michael Ludwig Rohrer erbaut wurde, mit dem berühmten Asamsaal. Die St. Martinskirche (kath.) wurde 1732/33 wiederaufgebaut; sie steht über einem römischen Bad und hat eine zweitausendjährige Geschichte. Das Fundament der Martinskirche steht auf den römischen Ruinen aus dem 2. Jahrhundert, der untere Turmschaft ist romanisch und stammt aus dem 12. Jahrhundert. Im 14. Jahrhundert wurde der gotische Achteckige Turm erbaut, dessen Behelmung 1715 im Barock erfolgte. Der gotische Chor stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde 1733 mit einem barocken Langhaus erweitert. An der Westfassade von St. Martin sieht man die Plastik des Heiligen und das markgräfliche Allianzwappen. Die neueste Errungenschaft stellt das Deckengemälde von Emil Wachter aus dem Jahre 1988 dar, das 812 m² umfasst.
Weitere Kirchen sind die Herz-Jesu-Kirche von 1902-06 und die Evangelische Johanneskirche. Das Rathaus stammt aus der Zeit von 1737-38. Von der Stadtbefestigung sind einige Mauerteile sowie der Lauerturm (Wahrzeichen der Stadt) erhalten. Zu einer der Sehenswürdigkeiten der Stadt Ettlingen, zählt der spätgotische "Georgsbrunnen" auf dem Marktplatz aus dem Jahre 1494. Am Brunnenschaft befinden sich die vier Wappen von Österreich vorne, Baden-Sponheim rechts, Ettlingen links und Trier hinten. Der aus dem 13. Jahrhundert stammende "Rathausturm" war ein ehemaliges Stadttor, es wurde 1737/39 mit einem Achteck und einer barocken Behelmung aufgestockt und mit dem Rathaus verbunden. Am Rathausturm befindet sich das Gefallendenkmal von Oskar Alexander Kiefer zum Gedenken an die Toten des Ersten Weltkrieges.
Zu nennen sind ferner der Bismarckturm, der Narrenbrunnen von 1549, auf dem Renaissancebrunnen ist am Brunnenschaft das Portrait des Hofnarren Hans von Singen, der Neptunstein aus der Römerzeit, die Nepomukstatue von 1724 und die Obere Papiermühle, ein Fachwerkbau mit Mansardendach von 1791.
Parks
Zur Landesgartenschau 1988 wurde im Süden der Stadt eine größere Fläche in einen Park mit Wasserlauf und See umgewandelt. Heute dient der Horbachpark hauptsächlich den Spaziergängern und den Modellbootfans. In östlicher Richtung etwas versteckt liegt der kleinere Watthaldenpark mit einem Teich und vielen alten Bäumen. Hier findet einmal im Jahr an einem Sommerwochenende ein Fest mit Musik (im Allgemeinen keine Blasmusik) und Verpflegung statt.
Regelmäßige Veranstaltungen
In Ettlingen finden jeden Sommer die überregional bekannten Schloßfestspiele statt, mehrere Monate lang werden Theaterstücke und Musicals aufgeführt, sowohl klassische als auch moderne Stücke. Die Aufführungen finden vor allem im Freien im Schloßhof statt, teilweise auch in der danebenliegenden Halle. In der Vergangenheit wurde auch schon das gesamte Stadtgebiet inklusive Wagen und Hallen der Straßenbahn mit einbezogen.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Die Stadt Ettlingen bzw. die früheren Gemeinden im heutigen Stadtgebiet haben folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:
- 1882: Anton Bell, Seminarmusiklehrer
- 1894: Joseph Schleinkofer, Gerichtsnotar
- 1896: Friedrich Kücherer, Gewerbe- und Reallehrer
- 1904: Karl Hofheinz, Oberlehrer
- 1905: Florian Buhl, Fabrikant
- 1919: Wilhelm Lorenz, Fabrikant
- 1921: Ludwig Albert, Geistlicher Rat
- 1922: Rudolf Buhl, Fabrikant
- 1931: Karl Springer, Weinhändler und Heimatforscher
- 1947: August Kast, Geistlicher Rat
- 1955: Dr. Josef Rummel, Erzbischof in New Orleans
- 1958: Prof. Dr. h.c. Karl Albiker, Bildhauer
- 1960: Prof. Dr. Ing. Rudolf Plank
- 1974: Hugo Rimmelspacher, Oberbürgermeister
- 1986: Helmuth Gietz, Hotelier
- 1987: Dr. Erwin Vetter, Oberbürgermeister und Minister a.D.
- 1948: Ottilie Decker, Hauptlehrerin, Ehrenbürgerin von Spessart
- 1958: Otto Junker, Pfarrer, Ehrenbürger von Spessart
- 1974: Franzh Kühn, Ortsvorsteher und Bürgermeister a.D., Ehrenbürger von Bruchhausen
- 1970: Josef Diebold, Maurer, Ehrenbürger von Oberweier
Söhne und Töchter der Stadt
- um 1495, Franz Friedlieb, † um 1559 in Gemmingen, Gerichtsschreibe und Theologe
- 1786, 16. Oktober, Adam Ignaz Heunisch, † 4. März 1863 in Baden-Baden, Statistiker
Ferner wohnte von 1727 bis zu ihrem Tode am 10. Juli 1753 Franziska Sibylla Augusta Markgräfin von Baden-Baden, die Gattin von Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden, der als "Türkenlouis" bekannt wurde, im Schloss in Ettlingen.
Literatur
- Badisches Städtebuch; Band IV 2. Teilband aus "Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1959
Weblinks
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