Eugen Rosenstock-Huessy
Eugen Rosenstock-Huessy (* als Eugen Rosenstock 6. Juli 1888 in Berlin, † 24. Februar 1973 in Norwich, Vermont, USA) war ein deutscher Kulturphilosoph, Jurist, Historiker und Soziologe.
Ihn zeichnete sein hoher Ideenreichtum und seine universelle Bildung aus. Sein intellektueller Einfluss auf Viele in allen seinen Arbeitsbereichen war bedeutend, ohne doch in einem eine ‘Schule’ zu bilden – dem stand seine Emigration 1933 in die USA und seine Vielseitigkeit durchaus im Wege. Zeitlebens wirkte er auch für eine christlich-jüdische Verständigung.
Leben
Eugen Rosenstock-Huessy promovierte an der Universität Heidelberg in Recht und Philosophie, lehrte bereits ab 1912 Jurisprudenz an der Universität Leipzig, heiratete 1914 die Schweizerin Margret Huessy (daher dann sein Doppelname), diente im Ersten Weltkrieg als Offizier an der Westfront und arbeitete danach bei der Firma Daimler Benz, für die er die erste deutsche Werkzeitung heraus gab. Ab 1921 gründete und leitete er die Akademie für Arbeit in Frankfurt am Main und kehrte 1923 als Professor an die Universität Breslau zurück, wo er bis zu seiner Emigration 1933 forschte und lehrte. Von 1928 bis 1932 veranstaltete er freiwillige gemeinsame Arbeitslager für Studenten, junge Bauern und Arbeiter, die körperliche Arbeit mit intensiven Diskussionen zu sozialen Fragen verbanden. In dieser Zeit erschienen bereits zahlreiche seiner Bücher.
1933 floh er vor dem Nationalsozialismus in die Vereinigten Staaten, wirkte dort zunächst an der Harvard University, dann von 1935 bis zum Eintritt in den Ruhestand 1957 am Dartmouth College. 1940 ersuchte der Präsident der USA, Franklin D. Roosevelt. ihn, die Führungsausbildung für das Civilian Conservation Corps zu organisieren, wofür er das Camp William James in Vermont begründete, das gleichzeitig auch freiwillige Arbeitsdienste organisierte, jedoch mit dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten 1941 abgebrochen wurde.
Unverdrossen weiter arbeitend und auf Deutsch und Englisch publizierend starb er dort 1973.
Ausgewählte Veröffentlichungen letzter Hand
- Herzogsgewalt und Friedensschutz (1910)
- Werkstattaussiedlung. Untersuchungen über den Lebensraum des Industriearbeiters, ([1922], Nachdruck 1997) ISBN 3-87067-629-9
- Die europäischen Revolutionen (1987)
- Friedensbedingungen einer Weltwirtschaft (1988)
- Die Sprache des Menschengeschlechts (Bd. I 1963, Bd. II 1964)
- The Christian Future or the Modern Mind Outrun (1966)
- I am an Impure Thinker (1970)
- Judaism Despite Christianity (mit Franz Rosenzweig) (1971)
- Out of Revolution. Autobiography of Western Man, Oxford (Berg) [/19381966] 1993, ISBN 0854963901 (br.)/ ISBN 0854964002 (gb.)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rosenstock-Huessy, Eugen |
| ALTERNATIVNAMEN | Rosenstock, Eugen |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kulturphilosoph, Jurist, Historiker und Soziologe |
| GEBURTSDATUM | 6. Juli 1888 |
| GEBURTSORT | Berlin, Deutschland |
| STERBEDATUM | 24. Februar 1973 |
| STERBEORT | Norwich, Vermont, USA |
