Ewald von Kleist (Generalfeldmarschall)

Paul Ludwig Ewald von Kleist (* 8. August 1881 in Braunfels an der Lahn; † 13. oder 16. November 1954 im Gefangenenlager Wladimirowka) war ein deutscher General und während des Zweiten Weltkrieges Armee- und Heeresgruppenkommandeur.

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Ewald von Kleist
Inhaltsverzeichnis

Anfänge und 1. Weltkrieg

Er wird als Sohn des Geheimen Studienrats Christof Hugo von Kleist geboren und tritt am 9. März 1900 als Fahnenjunker dem Feldartillerieregiment „Generalfeldzeugmeister“ Nr. 3 bei und wird am 18. August 1901 zum Leutnant befördert. Am 22. März 1914 wird er als Rittmeister zum 1. Leibhusarenregiment Nr. 1 versetzt.

Bei Beginn des 1. Weltkrieges nimmt Ewald von Kleist an der Schlacht bei Tannenberg teil. Von 1915 bis 1918 wird er als Stabs- und Truppenoffizier an der Westfront verwendet.

Zwischenkriegszeit

Von Kleist tritt 1919 in ein Freikorps ein und wird ein Jahr später, 1920, in die Reichswehr übernommen. Er ist 1923 Taktiklehrer an der Kavallerieschule in Hannover und wird 1928 zur 2. Kavalleriedivision in Breslau versetzt. Der inzwischen zum Oberst beförderte von Kleist wird 1931 Kommandant über das Potsdamer Infanterie-Regiment 9. Nachdem er am 1. Oktober 1932 schon zum Generalmajor befördert wurde wird er am 1. August 1936 zum General der Kavallerie befördert und übernimmt das Kommando über das VIII. Korps in Breslau. Ewald von Kleist wird am 4. Februar 1938 pensioniert.

Zweiter Weltkrieg

Er wird allerdings bei Beginn des 2. Weltkrieges, 1939, wieder reaktiviert und nimmt als Befehlshaber des motorisierten XXII. Armeekorps am Angriff auf Polen teil. Dort gelingt seinem Korps der Durchbruch durch den Südflügel der polnischen Armee. Im Mai 1940 bildet die „Panzergruppe Kleist“, die alle Panzerdivisionen der Wehrmacht umfasst, die Spitze des Westfeldzuges. Von Kleist wird am 19. Juli 1940 zum Generaloberst befördert und erhält das Ritterkreuz. Im April 1941 nimmt er als Teil der 12. Armee, unter der Führung von Generalfeldmarschall Wilhelm List, am Balkanfeldzug teil. Im Juni des gleichen Jahres führt er im Russlandfeldzug die Panzergruppe I, die unter anderem für den Durchbruch durch die „Stalin-Linie“ verantwortlich ist. Diese Panzergruppe I erbeutet in den Kesselschlachten von Uman und Kiew zusammen mit der Panzergruppe von Heinz Guderian ca. 650.000 Kriegsgefangene und über 800 sowjetische Panzer. Am 1. Januar 1942 wird von Kleist Oberbefehlshaber der 1. Panzerarmee und wird zudem am 18. Februar desselben Jahres mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet. Er wird am 9. September 1942 Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A. Am 1. Februar 1943 wird er zum Generalfeldmarschall befördert. Von Kleist wird nach wiederholten Meinungsverschiedenheiten mit Adolf Hitler, über die Kriegsführung im Osten, in den Ruhestand versetzt und durch Walter Model ersetzt. Am 20. Juli 1944 wird er von der Gestapo verhaftet, aber später wieder freigelassen.

Nachkriegszeit

Er wird 1945 in Bayern von den Amerikanern verhaftet und an Jugoslawien ausgeliefert. Von Kleist wird 1946, wegen Kriegsverbrechen, in Jugoslawien zu 15 Jahren Haft verurteilt. 1948 wird er allerdings an die Sowjetunion ausgeliefert und, wieder wegen Kriegsverbrechen, zu lebenslanger Haft verurteilt. Am 13. oder 16. November 1954 stirbt er im Gefangenenlager Wladimirowka.

Weblinks

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Personendaten
Kleist, Ewald von
Generalfeldmarschall im Dritten Reich
8. August 1881
Braunfeld an der Lahn
16. November 1954
Gefangenenlager Wladimirowka (Sowjetunion)

See also: Ewald von Kleist (Generalfeldmarschall), 1. August, 1. Februar, 1. Januar, 1. Oktober, 1. Weltkrieg, 13. November