Exergon

Reaktionen, bei denen Energie freigesetzt oder Arbeit geleistet wird, werden als exergon (auch: "exergonisch") bezeichnet. Bei exergonen Reaktionen hat die freie Enthalpie, ΔG, ein negatives Vorzeichen. Gegenteil: endergon (siehe unten).

Jede exergone Reaktion verläuft, solange der Gleichgewichtszustand noch nicht erreicht ist, das heißt ΔG ungleich Null ist. Im Gleichgewicht gilt: ΔG = 0.

Um Reaktionen energetisch miteinander vergleichen zu können, ermittelt man aus der jeweiligen Gleichgewichtskonstanten den Wert ΔG° (bei organismischen Stoffumsetzungen physiologische Bedingungen, d.h. pH 7, den Wert ΔG°' ). Diese Werte sind Konstanten, da sie sich auf Konzentrationen von 1 mol/L für alle Reaktionspartner (Substrate und Produkte), d.h. auf Standardbedingungen beziehen. Zu beachten ist, dass bei organismischen Stoffumsetzungen die Konzentrationen der Reaktionspartner meistens erheblich von 1 mol/L abweichen und deshalb auch das ΔG erheblich vom ΔG°' abweicht. Negative Werte von ΔG° kennzeichnen exergone Reaktionen.

Man beachte, dass eine Reaktion nach der Beziehung

exergon sein kann, weil sie exotherm abläuft (ΔH ist negativ), oder weil sie Entropie-getrieben ist (ΔS ist positiv). Letzteres ist typisch für Umsetzungen in lebenden Organismen.

Exergonen Umsetzungen stehen endergone Reaktionen entgegen. Der freien Enthalpie ΔG kommt hier ein positives Vorzeichen zu. Anders ausgedrückt: in diesem Fall wäre die umgekehrte Reaktionsrichtung bevorzugt, die Rückwärtsreaktion wäre also exergon. Näheres unter freie Enthalpie.

Siehe auch: exotherm und endotherm

See also: Exergon, Endotherm, Entropie, Exotherm, Freie Enthalpie, Standardbedingungen