Fahrraddiebstahl

Der Fahrraddiebstahl (Schweiz.: Velodiebstahl) bezeichnet den Diebstahl eines oder mehrerer Fahrräder. Durch immer wertvollere Fahrräder wird der Fahrraddiebstahl zunehmend ein Problem der Massenkriminalität, wobei paradoxerweise auch regelmäßig alte und scheinbar unattraktive Fahrräder gestohlen werden.

Inhaltsverzeichnis

Gegenmaßnahmen

Einen Schutz bietet die Verwendung eines hochwertigen Fahrradschlosses. Unter Umständen schützt auch die Verwendung einer offiziellen Codierung. Dabei werden das Geburtsdatum und/oder die Initialen des Besitzers in den Rahmen eingraviert. Allerdings ist dieser Schutz nur relativ, da ein gestohlenes Fahrrad nur bei einer polizeilichen Kontrolle unter Einschluss dieses Codes wiedergefunden werden kann und das auch nur, wenn der Diebstahl gemeldet wurde.

Schlösser bieten diesbezüglich den wirksameren Schutz. Dabei ist ein geschmiedetes Kettenschloss, ein Panzerschloss oder ein Bügelschloss die beste Wahl – allerdings sind gute Schlösser relativ schwer, unhandlich und groß. Nicht jedes Bügelschloss ist automatisch geeignet, einen Diebstahl zu verhindern. Insbesondere sind diese oft schlecht dafür geeignet, ein Fahrrad an einen Gegenstand (Baum, Laterne usw.) festzuschließen. Gute Bügelschlösser sind aber im Verhältnis zum Gewicht extrem sicher. Kettenschlösser sind bezüglich des Festschließens besser dimensioniert, um das Fahrrad an einen Fahrradständer, Zaun oder ähnliches anzuschließen. Dabei ist es wichtig, den Rahmen sowie mindestens ein Laufrad mit anzuschließen. Die Verwendung von Schnellspannern macht es Dieben leicht, das Fahrrad sekundenschnell vom Vorderrad zu trennen, wenn nur dieses angeschlossen ist. Allerdings gibt es hier bereits immer häufiger so genannte Nabenschlösser, die das schnelle Abschrauben des Laufrades verhindern. Dabei ist den komplexen Inbusvarianten und echten Schlössern gegenüber den einfachen 3-, 5- oder 7-Kantschlüsseln der Vorzug zu geben.

Fahrräder, die außerhalb der Wohnräume abgestellt werden (Keller, Schuppen usw.), müssen immer zusätzlich mit einem Schloss gesichert werden, will man bei einem Diebstahl die Versicherungssumme zumindest teilweise von der Hausratversicherung erstattet bekommen.

In fahrradtouristisch bedeutenden Gegenden (z.B. Eichstätt im Altmühltal, Münster, Regensburg) werden zunehmend private oder kommunale Fahrradgaragen errichtet. Diese sind in der Regel bewacht und bieten Diebstahlschutz auch für Gepäck. Der bedeutendste Nachteile ist, daß sie nur begrenzte Öffnungszeiten haben und kostenpflichtig sind.

Mediale Aufarbeitung

Filmisch wurde das Thema Fahrraddiebstahl 1948 von Regisseur Vittorio De Sica in dem Klassiker des italienischen Neorealismus Ladri di biciclette (dt. Fahrraddiebe) bearbeitet. Lamberto Maggiorani als Antonio Ricci wird das für die nach langem Suchen gefundene Arbeit als Filmplakatekleber notwendige Fahrrad gestohlen. Trotz aller Bemühungen, es wieder zu erlangen, um den Lebensunterhalt für seine kleine Familie zu bestreiten, gelingt es ihm nicht. Nun stiehlt er in letzter Konsequenz seinerseits ein Gefährt und wird erwischt.

Internationales

In der Volksrepublik China gibt es Fälle, bei denen notorischer Fahrraddiebstahl zu einem Todesurteil führt.

Weblinks

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