Fairer Handel
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Prinzip
Fairer Handel ist eine Variante des Markenartikels, wobei der Mehrwert der Marke dadurch dargestellt wird, dass dem Käufer das Gefühl vermittelt wird, mit der Mehrausgabe wirtschaftlich schwächeren Menschen zu helfen. Anders als z.B. bei Wohlfahrtsmarken soll diese Hilfe jedoch nicht unbeteiligten Dritten, sondern den Produzenten zugute kommen, so dass der Bezug zwischen der Leistung und dem Einkommen gewahrt bleibt.
Praxis
Fairer Handel ist verbreitet bei Nahrungs- und Genussmitteln, die aus Herkunftsgebieten minderer Prosperität kommen, z.B. bei Kaffee aus Afrika. Weitergehend können auch nicht-landwirtschaftliche Produkte zum Fairen Handel genutzt werden. Auf der Einzelhandelsebene werden die Produkte sowohl in traditionellen Supermärkten als auch in solchen Märkten verkauft, die sich auf Handel mit solchen Produkten spezialisiert haben.
Zertifizierung
Die Markeninhaber betreiben Zertifizierungsstellen, die die Einhaltung der wirtschaftlichen Aspekte garantieren sollen. Das Zertifikat wird Teil der Marke, z.B. als sog. "Fair-Trade-Siegel". Die Zertifizierungsstelle bürgt damit dafür, dass wirtschaftliche Standards eingehalten werden, z.B. Mindestlöhne oder Arbeitsverbote für Kinder. Teilweise sollen auch ökologische Standards gesichert werden.
Akzeptanz
Einer Emnid-Umfrage in Deutschland zufolge kaufen 5,4 Prozent der Befragten regelmäßig fair gehandelte Produkte. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung sympathisiert mit der Idee des Fairen Handels und hält sie für unterstützenswert.
Geschichte des Fairen Handels
siehe dazu den Artikel Geschichte des Fairen Handels
Leistung
Der Faire Handel hat bisher auf jegliche Zwangsmaßnahmen, Subventionen oder Zoll-Initiativen verzichtet. Lobby-Arbeit gegen Wettbewerb ist nicht feststellbar. Insofern ist der Faire Handel voll kompatibel mit freier Marktwirtschaft . Fairer Handel unterliegt den gleichen Zöllen, Beschränkungen und Diskriminierungen wie jeglicher andere Warenhandel, insbesondere der Import aus nicht-EU-Ländern.
Kritik
Kritiker werfen dem Fairen Handel vor, dass dieser implizit den etablierten Handel als „unfair“ oder „ungerecht“ bezeichne, ohne jedoch Definitionen oder Begründungen zu haben. Weiterer Kritikpunkt ist, dass häufig schwer nachzuvollziehen ist, wer in der Wertschöpfungskette denn welchen Anteil von den Mehrerlösen erhält.
Durch den höheren Verkaufserlös für die Produzenten wollen Organisationen wie "Transfair" den Marktaustritt auf Anbieterseite verhindern. Dadurch wird nach der ökonomischen Theorie die Anpassung an die realen Knappheitsverhältnisse verhindert oder verzögert.
Weblinks
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