Farbfernsehen

thumb|Start des Farbfernsehens

Als Farbfernsehen bezeichnet man eine Art des Fernsehens, bei der (im Unterschied zum Schwarz-Weiß-Fernsehen) nicht nur Helligkeitsunterschiede bei Aufnahme und Wiedergabe der Bilder berücksichtigt werden, sondern auch die für den menschlichen Betrachter relevanten Farbinformationen.

Bei der Einführung des Farbfernsehens war eine Bedingung, dass die neue (Farb-)Fernsehnorm kompatibel zur Norm des alten Schwarz-Weiß-Fernsehens sein musste. Dies wurde zunächst 1954 in den USA durch das NTSC-Verfahren gelöst, ein ingeneurstechnischer Geniestreich mit nur einem kleinen Schönheitsfehler: Bei einem NTSC-Empfänger muss der Farbton von Hand eingestellt werden. Der Betrachter orientiert sich dabei an der Natürlichkeit der menschlichen Haut- und Gesichtsfarbe. Infolge von Störungen auf dem Übertragungsweg musste diese Einstellung aber von Hand oft mehrmals während einer Sendung vorgenommen werden, was viele Zuschauer verärgerte, die dazu aufspringen mussten, um die Einstellung am Gerät vorzunehmen. Deshalb wurden die ersten Farbfernseher auch spaßeshalber als "Slimming machines" (Abmagerungsmaschinen) bezeichnet. Dieser Umstand führte zur spöttischen Bemerkung: "Never The Same Color", was sich als Abkürzung für NTSC verbreitete. Mit der Einführung der Ultraschall-Fernbedienung 1957 und der Farbtonkorrektur vom Sessel aus wurde erst ein entspannter Fernsehgenuss möglich.

Die Verfahren PAL und SECAM, die in Europa gebräuchlich sind, wurden erst Mitte der 1960er Jahre eingeführt, besitzen aber bei der damals einzig existierenden terrestrischen analogen Übertragung deutlich bessere Qualität bei der Farbtondarstellung. Sie kommen ohne manuellen Farbtonabgleich aus. PAL zum Beispiel, entwickelt durch den Ingenueur und Fernsehpionier Walter Bruch, kompensiert Störungen, indem es zu einer Farbtonabweichung deren negative Kopie addiert, was sich in der Summe gegenseitig aufhebt.

Der Start des Farbfernsehens in der Bundesrepublik Deutschland erfolgte durch den berühmten Druck auf den roten Knopf (der eine Attrappe war) durch den damaligen Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland Willy Brandt anlässlich der Internationalen Funkausstellung (IFA) am 25. August 1967 um 10.57 h. Dabei geschah ein kleines Missgeschick: bevor der Kopf schon ganz gedrückt war, schalteten die Techniker bereits das Farbsignal auf Sendung. Am gleichen Abend zeigte das ZDF ihre erste farbige Fernsehshow mit der 25. Ausgabe "Der goldene Schuss", die ARD folgte am folgenden Tag mit dem "Galaabend der Schallplatte", präsentiert von Dietmar Schönherr.

Sonstiges

Weblinks

See also: Farbfernsehen, 1954, 1960er, 1967, 25. August, Der goldene Schuss, Dietmar Schönherr, Europa, Farbübertragung, Fernbedienung