Faschoda-Krise
Die Faschoda-Krise ist ein Konflikt, der 1898 zwischen Großbritannien und Frankreich stattfand. Für die III. Französische Republik war die Faschoda-Krise neben dem Panamaskandal und der Dreyfus-Affäre die dritte große Krise innerhalb von 10 Jahren.
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Interessen
Großbritannien hatte sich zum Ziel gesetzt, einen Nord-Süd-Gürtel (vom Kap der Guten Hoffnung bis Kairo) von Kolonien in Afrika zu errichten. Frankreich wollte einen Ost-West-Gürtel von Kolonien (von Dakar bis Dschibuti) errichten.
Verlauf
Diese Interessengegensätze kollidierten schließlich in der Faschoda-Krise. Zuerst trafen französische Truppen in der sudanesischen Stadt Faschoda (seit 1905 Kodok) ein. Da Großbritannien bereits vorher Anspruch auf dieses Gebiet erhoben hatte, stellte es Frankreich ein Ultimatum für einen Truppenabzug. Frankreich zog daraufhin seine Truppen ab, da Großbritannien militärisch überlegen war und das Land, abgesehen von der ideologischen Bedeutung, wertlos war.
Ergebnis
Im Sudanvertrag einigten sich beide Parteien. Großbritannien erhielt daraufhin den Sudan als Kolonie zugesprochen. Da Großbritannien die Spannungen als Risiko ansah und mehr zu verlieren als zu gewinnen hatte, ging es zur Politik des Ausgleichs über und es kam zu einer politischen Annäherung der beiden Staaten. Diese mündete in das Bündnis der Entente Cordiale.
Die Vereinigung von Frankreich und Großbritannien wurde in Deutschland als Bedrohung angesehen und eine Folge war 1905 die Erste Marokkokrise.
Literatur
- Hillas Smith: The Unknown Frenchman: The Story of Marchand and Fashoda. - Book Guild Ltd, 2001; ISBN 1857765370
Siehe auch: Wettlauf um Afrika
