Fastfood

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thumb|Hamburger Fastfood /ˈfɑːstˌfuːd/ (auch Fast Food, engl. fast food = schnelle Nahrung) ist Essen, das für raschen Verzehr zubereitet wird. Neben den großen Anbietern der Systemgastronomie (wie McDonald's) kann man auch die Angebote von Imbiss-Ständen (Döner Kebap, Currywurst) dazu zählen.

Inhaltsverzeichnis

Allgemein

Fastfood ist eine Form der Nahrungszubereitung und Darreichung, die auf traditionelle Essensriten oft bewusst verzichtet. Oft werden in der Zubereitung Fertigprodukte verwendet. Fastfood wird selten in einem herkömmlichen Gastlokal angeboten, meist wird es in modern eingerichteten restaurantähnlichen Lokalen gegessen, auch im Stehen oder Gehen aus der Hand. Viele kleine Schnellrestaurants bieten keine Sitzplätze, häufig haben sie nur einen Verkaufsschalter oder wenige Stehplätze. Die Funktionalität der Nahrungsaufnahme steht im Vordergrund, die Gäste sollen nicht lange verweilen. Im Extremfall bieten Drive-Ins den Verkauf der Produkte über speziell gestaltete Schalter ins Auto an.

Anbieter von Fastfood sind sowohl große multinationale Konzerne als auch kleinere Ketten sowei Familienbetriebe bzw. selbstständige Einzelpersonen. Viele internationale Fast-Food-Ketten sowie regionale Anbieter lassen ihre Produkte fabrikmäßig vorproduzieren und konservieren, um sie vor Ort blitzschnell für den Kunden aufzubereiten.

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Döner Kebab

Parallel zu den großen Konzernen halten sich viele kleine Anbieter mit ihren Imbiss- oder Döner-/Gyros-Buden, die, im Gegensatz zu den großen Ketten, häufig erfolgreich individuelle Spezialitäten aus verschiedenen Kulturbereichen anbieten.

In den Ketten der Systemgastronomie wird arbeitsteilig gearbeitet. Daher erfordert die Tätigkeit nur eine geringe Qualifikation, und das Lohnniveau ist entsprechend niedrig ("McJobs"). In den großen Fast-Food-Ketten arbeiten daher oft jugendliche Mitarbeiter, Teilzeitkräfte und Äusländer, die für den Verkauf der soweit als möglich vorproduzierten, warmgehaltenen Produkte am Tresen sorgen. Kleinere Fastfood-Betriebe (Imbissbuden) im Privatbesitz (Pommesbude, Dönerladen) erinnern in ihrem Betrieb noch etwas stärker an herkömmliche Lokale; sie werden häufig als Familenbetrieb geführt.

Der wachsende Markt für schnelles Essen ist heiß umkämpft. Besonders die großen Ketten versuchen daher, mit aufwendigen Marketingkampagnen ihre Umsätze zu steigern und vor allem junge Menschen in die Fastfoodrestaurants locken. Die Auswahl ist sowohl bei großen Ketten als auch bei kleinen unabhängigen Anbietern in der Regel auf wenige Produkte reduziert und standardisiert, der Kunde kann oft anhand von Abbildungen wählen.

Die Fastfood-Essgewohnheiten setzen sich häufig zu Hause fort: Der Mikrowellenherd ersetzt oft den Küchenherd, oft ernähren sich die Familien individuell mit Fertigmenüs "aus dem Kühlschrank" bzw. Tiefkühlmenus, während gemeinsame Mahlzeiten immer seltener werden.

Mittlerweile setzen Firmen verschiedener Richtungen auf Fastfood: Es gibt Bäckereien ("Backshops"), Fischgeschäfte und Fleischereien, die Snacks für zwischendurch anbieten.

Gründe

Die Anbieter und Unterstützer von Fast Food schätzen die schnelle Konsumption, das gleichbleibende Qualitätsniveau und den günstigen Preis der Angebote.

Kritik - Umweltzerstörung

Kritiker des Fast Food, etwa die Slow Food-Bewegung bemängeln, dass die Gerichte meist ungesund sind (siehe unten: Risiken für die Gesundheit).

Die wenigsten Anbieter greifen auf Produkte aus biologischem Anbau zurück, das Fleisch kommt meist aus Massentierhaltung. Da für die Rinderzucht in Südamerika Regenwald für Weideflächen abgeholzt und brandgerodet wird und gerade die großen Anbieter von Hamburgern viel Rindfleisch (auch aus Südamerika) im Programm haben, sahen sie sich besonders in den achtziger Jahren breiter Kritik aus der Umweltbewegung ausgesetzt.

Der größte Anbieter von Fastfood in Deutschland, McDonald's, bestreitet, hierzulande Rindfleisch aus Brasilien zu verwenden, Umweltverbände allerdings werfen dem Konzern wie anderen auch vor, Futtermittel zu verwenden, die aus gerodeten Regenwaldgebieten stammen. Unstrittig ist hingegen, dass große Anbauflächen benötigt werden, um Futter für die Tiere zu erzeugen; pflanzliche Nahrung verbraucht weniger Ressourcen, weil für ein Kilogramm Fleisch mehrere Kilogramm Pflanzen verfüttert werden.

Von Umweltschützern wird auch beklagt, dass die Produkte lange Transportwege zurücklegen, das Einwegmaterial für die Verpackung das Müllaufkommen wachsen lässt und die Tiefkühlware einen hohen Energieverbrauch fordert.

Zahlen zu Fastfood

Im Rahmen einer Umfrage wurden im Okt. 2004 übers Internet 14.000 Verbraucher in den USA, in Europa und in Ostasien befragt. Die Studie gelangte u.a. zu folgenden Ergebnissen:

Hierbei ist zu beachten, dass Umfragen im Internet nur einen bestimmten Teil der Bevölkerung erreichen, und somit nicht repräsentativ sind.

Geschichte

Bereits in der Antike waren Vorläufer der Schnellrestaurants weit verbreitet. In größeren Städten gab es an jeder Ecke Läden, wo man warmes Essen kaufen konnte; einige solcher Läden, die in ihrer Einrichtung modernen Fast-Food-Buden bereits erstaunlich ähnlich waren, wurden in Pompeji ausgegraben. Diese Läden waren für viele einfache Städter die einzige Möglichkeit, warm zu essen, da viele Mietwohnungen keinen Herd besaßen.

Vorläufer der modernen mobilen Esskultur lassen sich im 19. Jahrhundert ausmachen, als aus Russland heimgekehrte napoleonische Soldaten in Frankreich gewisse Schnellrestaurants mit dem Lehnwort Bistro (v. russ.: bystro = schnell) versahen.

Der Begriff fast food entstand in den 1950er Jahren in den USA. Im Rahmen der in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam "Fastfood" auch nach Europa und ist heute in der ganzen Welt verbreitet. Ursprünglich waren es in Amerika vor allem die Hamburger, die als typisches "Fast-Food"-Menü angesehen wurden, weil man sie auch im Gehen verzehren kann.

thumb|Hot Dog

Schon seit sehr langer Zeit gibt es auf Bahnhöfen und Märkten, in Häfen und am Wege Garküchen, fliegende Händler, Wurststände, die den Hungernden und Durstenden Speis und Trank zum Mitnehmen verkaufen. "Fish and Chips" etwa bietet man seit langem in England (früher in Zeitungspapier eingehüllt) der eiligen Laufkundschaft an. Zur Verbreitung von Fastfood haben auch geänderte Einkaufsgewohnheiten beigetragen: In modernen Einkaufszentren gibt es fast immer neben den Kaufhäusern und Fachgeschäften auch einige Fastfood-Anbieter, so dass nebenbei ein Snack eingenommen werden kann.

Fastfood-Gerichte und deren Zusammensetzung

Ein typisches Merkmal für Fastfood-Gerichte sind die frei variierbaren Zusammenstellungen. Die meisten Gerichte werden in relativ kleinen Portionen angeboten, anders als in Restaurants, in denen vorwiegend Komplettgerichte serviert werden.

Verwendung finden bei den teighaltigen Gerichten fast ausschließlich weiße Mehle, deren Mineralstoffgehalt sehr gering ist, auch wird hier viel Zucker verwendet.

In Imbissbuden werden oft Speisen zum Aufwärmen frittiert, die in der klassischen Gastronomie gebraten oder gekocht werden, was zusätzliche Kalorien mitbringt.

Viele der angebotenen Salate enthalten Konservierungsstoffe. Kleingeschnittenes Gemüse, das zu lange lagert, verliert viele Vitamine, so dass auch Salate in Fastfood-Lokalen selten dazu beitragen, den Körper mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen, da das Gemüse oft schon am Vortag zerkleinert wird.

Typische Fastfood-Gerichte sind etwa: Hähnchen vom Grill; Bratwürste (auch als Currywurst), vermutlich ältestes deutsches Fastfood-Gericht; Gebrühte Würste und Hot Dogs (der Würstelstand ist eine traditionsreiche Wiener Institution des Fastfood), Fisch (als Fish and Chips das traditionelle englische "Fast Food", in Deutschland allerdings mehr in Form von Fischbrötchen verbreitet); Hamburger; Pommes Frites; Pizzen; Döner, Frühlingsrollen, Sandwiches.

Risiken für die Gesundheit

Zusammensetzung

Fastfood-Produkte sind sehr fett, salzig oder süß. Häufig werden zum Frittieren minderwertige Fette benutzt, die nicht oft genug ausgewechselt werden. Diesem Umstand verdankt Fastfood auch die Bezeichnung Junkfood (Junk engl. = Müll, minderwertige Ware).

Fastfood-Angebote enthalten meist große Fleischanteile (z.B. Hamburger und Currywurst). Mediziner empfehlen dagegen, Fleisch nur in geringen Mengen zu essen.

Nahrung sollte in Ruhe und langsam aufgenommen werden. Besonders wichtig für die Verdauung ist die Anreicherung mit Speichel, was durch häufiges Kauen erreicht wird.

Aufgrund der meistens geringen diätetischen Qualität, in Verbindung mit der schnellen Nahrungsaufnahme, birgt häufiger Fastfood-Genuss viele gesundheitliche Risiken wie Übergewicht, Diabetes Typ 2, Stoffwechselprobleme (da die Leber, die für den Stoffwechsel und die Entgiftung der Nahrung verantwortlich ist, Schaden nimmt) oder Nahrungsmittelallergien bzw. allgemein Allergien durch zuviele Zusätze.

Viele Fastfood-Gerichte sind nicht weniger gesundheitsschädlich als traditionelle Gerichte wie Schnitzel, Haxe oder Frikadellen; Probleme entstehen meist durch einseitige Ernährung, wenn Menschen einen zu großen Anteil ihrer Nahrung in Form von Fastfood aufnehmen bzw sich generell einseitig ernähren.

(Chemische) Zusatzstoffe

Die Liste der zugelassenen künstlichen Farbstoffe, Aromen, Geschmacksverstärker, Triebmittel, Konservierungsmittel und anderer Nahrungsmittelzusätze ist vergleichsweise lang. Hauptziel dabei ist es, die Sinne darüber hinwegzutäuschen, dass die Speisen oft nicht frisch zubereitet aus einer Küche, sondern als Massenware vom Fließband kommen.

Supersize - Rabattierte Riesenprotionen

Ein hoher Anteil von Fastfood am gesamten Nahrungskonsum wird durch die Verkaufsstrategie der meinsten großen Anbieter unterstützt: Große Fastfood-Ketten bieten stark rabattierte Riesenportionen an, oft in Verbindung mit zuckerhaltigen Limonaden, die zu hoher Kalorienaufnahme durch eine einzige Mahlzeit führen. Viele Konsumenten lassen sich durch die günstigen Preise verleiten, mehr zu bestellen, als sie eigentlich wollen. Dieses Rabattsystem wird von vielen Ernährungsexperten in diversen Ländern stark kritisiert.

Slowfood

Als in den 80er Jahren amerikanische Fastfood-Unternehmer sich auch in Italien ausbreiten wollten, entstand dort eine Gegenbewegung: Slowfood. Inzwischen hat sich diese Gegenbewegung auch in vielen anderen Ländern etabliert, unter anderem auch in Deutschland.

Siehe auch

Literatur

Schlosser, Eric: Fast Food Gesellschaft, Riemann Verlag, München 2002.

Filme zum Thema Fastfood

Weblinks

See also: Fastfood, 19. Jahrhundert, 1950er, 20. Jahrhundert, Antike, Aroma, Auto