Fatehpur Sikri

Fatehpur Sikri ist eine Stadt im Bundesstaat Uttar Pradesh in Indien mit 30.500 Einwohnern (Stand 1. Januar 2004), 40 Kilometer südwestlich von Agra gelegen, ehemalige Hauptstadt des Mogulreiches. Die Baudenkmäler der Stadt stehen unter Schutz der UNESCO und gehören zum Weltkulturerbe der Menschheit.

Einführung

Die frühere Hauptstadt des Mogulreiches unter Kaiser Akbar (1542-1605) wurde zwischen 1569 und 1585 erbaut. Akbar verlegte den Hof nach Lahore, als sich gegen 1600 herausstellte, das die Wasserversorgung unzureichend war. Er festigte als hervorragender Diplomat und Militärstratege seine neu gewonnenen Gebiete im Norden und Westen durch eine Politik religiöser Toleranz im Dialog mit Vertretern der wichtigsten Glaubensrichtungen.

Akbar heiratete als erster Mogul-Herrscher eine Hinduistin, eine Rajputen-Prinzessin aus Jaipur und schaffte die den Nicht-Muslimen auferlegten Sondersteuern ab. Indem er, oft durch Eheschließungen, die Loyalität lokaler Fürsten gewann, gelang es ihm, ein effizientes Steuersystem einzuführen, das es ihm schließlich ermöglichte, Fatehpur Sikri bauen zu lassen.

Königspalast

Der Hauptpalast und der Hofkomplex sind dank umfangreicher Restaurierungsarbeiten britischer Archäologen vor der Unabhängigkeit Indiens im Jahre 1947 von Großbritannien größtenteils erhalten. Die im Palastkomplex gelegene "Diwan-i-Am" (Audienzhalle), von Bogengängen und kunstvollen, mit Halbedelsteinen verzierten Jali-Gittern umgeben, stand im Mittelpunkt der wichtigsten Feierlichkeiten, die Untertanen durften hier ihre Petitionen an den Herrscher richten.

In der Nordwestecke der Diwan-i-Am öffnet sich ein schlichter Torbogen auf einen zweiten Hof, wo sich die private Audienzhalle "Diwan-i-Khas" befindet. Eine wunderbar skulpturierte Säule, der so genannte Thronpfeiler, auf dem der Thron ruhte, bildet den Mittelpunkt der Halle. Nicht weit entfernt liegen die drei Räume der Schatzkammer, verziert mit Darstellungen mythischer Meereslebewesen. Im Zentrum des Hofes befindet sich der "Pachisi Court", ein riesiges steinernes Spielfeld für Pachisi.thumb|die private Audienzhalle "Diwan-i-Khas"

Der "Anup Talao Pavilion" (Haus der türkischen Sultanin) steht südwestlich des Pachisi-Feldes. Das Haus war wahrscheinlich der Palast einer von Akbars Lieblingsfrauen, der Sultanin Ruqayya Begum. Es ist mit Balkonen und Holzschnitzereien im Kashmiri-Stil verziert und zeigt türkische, persische und sogar chinesische Einflüsse. Das Gebäude könnte ein Hammam (Dampfbad) oder Lustschlösschen gewesen sein.

Akbars Privatpalast, der "Daulat Khana" (Ort des Glücks), liegt auf der anderen Seite des Gartens. Er besteht aus einer Anzahl von reich mit Ornamenten verzierten Gebäuden, deren tragende Säulen auf glockenförmigen Sockeln ruhen. Im Erdgeschoss befindet sich die Bibliothek. Hier ließ sich der Kaiser, er selbst war Analphabet, etwas aus den rund 50.000 Manuskripten vorlesen. Dahinter liegt das "Khwabgah" (Haus der Träume), das kaiserliche Schlafgemach, dessen Wände verblasste persische Inschriften zeigen.

Der "Panch Mahal" oder fünfstöckige Palast, eines der berümtesten Bauwerke von Fatehpur Sikri, erhebt sich nordwestlich des Khwabgah. Es verengt sich zu einer einzigen Turmkammer hin und wird von 176 verschiedenen Säulen getragen. Das Erdgeschoss besteht aus 84 Pfeilern, eine bedeutungsvolle Zahl in der Hindu-Astrologie.thumb|Panch Mahal und Audienzhalle

Im "Sunahra Makan", nahe dem abgeschlossenen Frauenbereich des Hofes gelegen, soll die Mutter von Akbar, Mariam Makani, oder aber eine von seinen Frauen gelebt haben. Das Gebäude wird auch als "Miriams Haus" oder "Palast der christlichen Königin" bezeichnet. In den Überlieferungen deutet aber nichts auf eine Verbindung des Kaisers mit einer Christin hin.

Der "Palast der Jodhbai", der Hauptharem, beherrscht den Haremskomplex. Er weist eine architektonische Mischung aus traditionellen hinduistischen und muslimischen Elementen sowie das elegante, für Fatehpur Sikri charakteristische Tulpenmuster auf.thumb|Eingangstor zum Haremskomplex

Jami Masjid

Südwestlich des Palastes steht die "Jami Masjid" oder Dargah-Moschee mit der Stadt Fatehpur Sikri zu Füßen. In der Moschee liegt das Grab von Scheich Salim Chishti. Außergewöhnlich ist, das sie auch als Sufi-Schrein dient.

Das imposante "Buland Darwaza", gegen 1576 erbaut und 54 Meter hoch, stellt den Haupteingang dar. Im Hof befindet sich das "Zenana Rauza" (Grab der Hofdamen) und das "Grab von Islam Khan", einem der zahlreichen hier begrabenen Adeligen.

Das relativ kleine, aber unnachahmliche "Mausoleum von Scheich Salim Chrishti" bildet den Mittelpunkt des Sufi-Schreines oder Dargah. Es ist ursprünglich überwiegend aus rotem Sandstein erbaut worden und erst später mit Marmor überzogen worden. Die filigrane Marmorverkleidung gehört zum Kunstvollsten, was Menschenhände je hervorgebracht haben.

Koordinate: 27° 06' N 77° 40' O

See also: Fatehpur Sikri, 1542, 1569, 1576, 1585, 1600, 1605, 1947, Adel