Feldwebel
Feldwebel bezeichnet in der deutschen Bundeswehr Deutschland einen Soldaten in der Dienstgradgruppe der Unteroffiziere mit Portepee.
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Geschichte
Als Feldweybel oder Feldweibel taucht der Feldwebel als Unteroffiziergrad der Landsknechten auf. In jedem Landsknechtsfähnlein beaufsichte ein vom Obrist ernannter Feldweibel die übrigen niederen Chargen. Daneben existierten Troßweibel, Hurenweibel und Gemeinweibel mit gesonderten Aufgabenbereichen. Im 18. Jahrhundert wurden die Begriffe Feldwebel und Sergeant teils bedeutungsgleich verwendet.
In Preußen und im Deutschen Kaiserreich war der (Etatmäßige) Feldwebel ("Spieß") der höchste Unteroffiziersdienstgrad (Wachtmeister bis 1945 bei Kavallerie und Artillerie). In enger Zusammenarbeit mit dem Kompanieführer (Hauptmann) war der Feldwebel mit dem inneren Dienst und Verwaltungsaufgaben betraut. Seine Kompetenzen übernahm in der Reichswehr der Kompanie-Oberfeldwebel, in der Wehrmacht der Hauptfeldwebel, in der Bundeswehr der Kompaniefeldwebel.
Als Dienstgrad der Kaiserlichen Marine stand der Feldwebel bei den Landtruppenteilen der Marine. Ihm entsprach an Bord der Wachtmeister.
Bundesrepublik Deutschland
Der Feldwebel bezeichnet in Deutschland einen Soldaten im niedrigsten Feldwebeldienstgrad bei der Bundeswehr.
Bei der Deutschen Marine heißt dieser Dienstgrad Bootsmann. Angehörige der Laufbahngruppe der Offiziere durchlaufen diesen Dienstgrad als Fähnrich.
Soldaten in diesem Dienstgrad können innerhalb der durch die Vorgesetztenverordnung (VorgV) gesetzten Grenzen Mannschaften und Unteroffizieren ohne Portepee Befehle erteilen.
Österreich und Schweiz
Zur Zeit der österreichisch-ungarischen k. u. k. Monarchie wurde der Dienstgrad Feldwebel bei der Infanterie geführt. Ihm kam der Feuerwerker der Artillerie gleich, bei der Kavallerie und beim Train der Wachtmeister. Nach 1918 kamen die Bezeichnungen Feldwebel und Feuerwerker in Wegfall. Der Wachtmeister wurde nun in allen Truppengattungen üblich. Im österrreichischen Bundesheer bilden die Wachtmeister eine eigene Dienstgradgruppe.
In der Schweizer Armee wird der Grad als Feldweibel bezeichnet.
Besondere Befugnisse in Deutschland
Der Feldwebel (natürlich auch höhere Dienstgrade) ist berechtigt, jederzeit einen "Militärischen Sicherheitsbereich" auszurufen und anwesende dienstgradgleiche und -niedere Soldaten seinem Befehl zu unterstellen, auch wenn diese nicht seinem Truppenteil angehören. Dazu reicht lediglich der Befehl: "Alles hört auf mein Kommando!". Bis zum Eintreffen eines ranghöheren Soldaten hat er disziplinarische Gewalt über diese Truppe.
Beispiel: Ein Truppentransport verünglückt auf der Autobahn, wobei die eingeteilten Truppführer nicht mehr in der Lage sind den Befehl auszuüben, da diese schwer verletzt oder sogar getötet wurden. Ein Soldat hat die Pflicht (auch als Zivilist in Uniform) sich dieser Situation anzunehmen und Nothilfe zu leisten. Ist der Soldat Feldwebel (oder höherrangig) kann er das Kommando über die führerlose (Rest-) Truppe übernehmen. Damit trägt er die Verantwortung über die Soldaten, bis die Feldjäger oder die Polizei vor Ort sind.
Siehe auch
Feldwebeldienstgrade bei der Bundeswehr
Dienstgrade im Heer des Deutschen Kaiserreichs
Dienstgrade der Kaiserlichen Marine
