Felix Linnemann

Felix Linnemann (*20. Oktober 1882 in Steinhorst,† 21. März 1948 ebenda) war von 1925 bis 1945 vierter DFB-Präsident.

Felix Linnemann wurde am Rande der Lüneburger Heide geboren, er wuchs dort auf und ging in Münster auf die Universität, er war Student aller vier Fakultäten. Im Jahre 1919 wurde Linnemann als Vizepräsident in der Führung des Deutschen Fußball-Bundes gewählt.

Der Oberregierungs- und Kriminalrat setzte sich auch an der Spitze des DFB durch, so dass er 1925 Gottfried Hinze als vierten DFB-Präsidenten ablöste. Er galt als durchsetzungsstarker ehrlicher Pragmatiker und wollte den Profifußballspieler einführen. Jedoch machte der politische Umschwung im Jahre 1933 ihm einen Strich durch die Rechnung. Die politischen Sportführer wollten die Fußballspieler am Ball so oft wie möglich in Länderspielen als Demonstration nationaler Stärke präsentieren. Sport als Instrument der Propaganda. Durch Linnemann wurde Otto Nerz entdeckt und zum Reichstrainer berufen. Nach dessen Rücktritt bestellte der DFB-Präsident Sepp Herberger, den er 1921 auf einer Reise nach Finnland zur Trainerausbildung gedrängt hatte, was der ihm zeitlebens dankte, zum Nachfolger. Er führte die systematische Schulung der Nationalspieler in Kursen und Trainingslagern ein und sorgte sich auch um die Ausbildung der Vereinstrainer. Sowohl Nerz als auch Herberger trugen immer wieder die Idee einer Reichsliga an ihn heran. Der Zweite Weltkrieg verhinderte die Verwirklichung einer Fußballliga in Deutschland.

Felix Linnemann verkündete unter der Herrschaft Adolf Hitlers das Ende des Deutschen Fußballbundes. Schon am 9. Juli 1933 ermächtigte ein einstimmiger Beschluss des Fußball-Bundestags den Vorsitzenden Linnemann, alle personellen und sachlichen Maßnahmen zur Eingliederung des Fußballsports in das Programm des Reichssportkommissariats und die Umgestaltung des Deutschen Fußball-Bundes vorzunehmen. Bei dem Polizeibeamten Linnemann fand dieser Auftrag offene Ohren. Er war stolz darauf die Organisation aufzulösen, um sich noch stärker in den eben gegründeten Reichsbund für Leibesübungen der NSDAP eingliedern zu können.

DFB-Präsident Linnemann, der auch Kurator an der Hochschule für Leibesübungen in Berlin und als Mitglied der Amateurkommission der FIFA tätig war, verlor an Bedeutung. Im Verlauf des Jahres 1937 wurde er dienstlich als Chef der Kriminalpolizei von Berlin nach Stettin versetzt und anschließen nach Hannover. Nach Kriegsende saß er sechs Monate im Internierungslager bei den Engländern in der Lüneburger Heide; die Nazis hatten während des Kriegs die gesamte Polizei mit den entsprechenden Diensträngen der Beamten zwangsweise in die SS übernommen. Er starb 1948 in seinem Heimatdorf und wurde auch dort beerdigt.

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Personendaten
Linnemann, Felix
Präsident des Deutschen Fußball-Bunds
20. Oktober 1882
Steinhorst
21. März 1948
Steinhorst

See also: Felix Linnemann, 1882, 1919, 1925, 1933, 1937, 1948