Fernsprech-Tischapparat
[[Bild:Telefon04_2.jpg|thumb|280px|Zeitgeschmack der 1970er: FeTAp 615 in orange]] FeTAp war die Abkürzung für Fernsprech-Tischapparat der Deutschen Bundespost in der Zeit von 1961 bis in die 1980er Jahre. Entsprechend bezeichnete FeWAp den Fernsprech-Wandapparat. Später wurde ausschließlich FeAp für Fernsprechapparat verwendet.
Die Apparate trugen zusätzlich eine dreistellige Nummer, gebildet aus zweistelliger Jahreszahl und einer zusätzlichen Ziffer:
- Grundmodell
- mit Erdtaste
- mit A2-Schaltung
- mit Erdtaste und A2-Schaltung
- mit A2-Schaltung und Schauzeichen
- mit A2-Schaltung, Schauzeichen und Erdtaste
Bekannte Modelle waren die Wählscheibenapparate FeTAp 611 und FeTAp 791 und das Tastentelefon FeTAp 751.
Die Apparate waren ein Musterbeispiel für Wiederverwertbarkeit und Reparierbarkeit. Viele Bauteile konnten ohne Werkzeug oder mit einem Schraubendreher in kurzer Zeit ausgetauscht werden. Die farbreinen Kunststoffgehäuse wurden bei Rücknahme in den Produktionskreislauf zurückgeführt. Außerdem waren die Apparate robust, wie kaum ein anderes technisches Gerät.
| Inhaltsverzeichnis |
FeTAp 611
Der Fernsprech-Tischapparat 61(1) löste 1961 das Modell W48 ab. Das Gehäuse wurde kompakter und bruchfester. Diese Geräte wurden zunächst nur in Grau, ab 1972 dann in Ockergelb, Lachsrot, Hellrotorange und Farngrün ausgeliefert. Das Telefongehäuse bestand aus PVC-Kunststoff und nicht mehr aus Bakelit. Die Fingerlochscheibe war transparent und auf der Innenseite des Nummernschalters war eine Schutzkappe für die Mechanik. Die elektrischen Bauteile wurden auf eine Pertinax-Platine gelötet und der Wecker hatte nur noch eine Glocke.
Apparate des Typs FeTAp 611 wurden bis in die Mitte der 1980er Jahre gebaut, es gab auch eine Ausführung als Wandapparat mit der Typbezeichnung FeWAp 611, außerdem gab es mit dem FeAP 611 GbAnz eine Ausführung mit eingebautem Gebührenanzeiger.
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FeTAp 751
Obwohl der FeTAp 611 noch bis Mitte der 1980er Jahre hergestellt wurde, gab es bereits in den 1970er Jahren erste Nachfolgemodelle, die allerdings etwas teurer waren. Dafür hatten sie aber zumeist einen Tastwahlblock und eine schönerklingende Zweischalenklingel. Weil die Vermittlungsstelle damals nur das Impulswahlverfahren (IWV) unterstützte, gab es als Tastentelefon fast nur den FeTAp 751, der an IWV gebunden war. Wählscheibentelefone funktionieren generell nur nach diesem Verfahren; beim Rücklauf der Wählscheibe werden durch bestimmte Bauteile Impulse gegeben. In Firmen, wo Nebenstellenanlagen zum Einsatz kamen, konnte auch, sofern von ihnen unterstützt, ein FeTAp 711 oder FeTAp 731 mit Mehrfrequenzwahlverfahren (MFV) oder mit Dioden-Erd-Verfahren (DEV) benutzt werden. All diese Modelle sind baugleich, sie unterscheiden sich nur durch ihre Wahlverfahren, das allein vom Tastwahlblock abhängt (TWB 71, 73 oder 75).
Bild:Fetap755.jpg |
FeTAp 791
Nach dem FeTAp 751 plante die Post einen neuen Tastenapparat, den FeTAp 791, der jedoch auf Wunsch des Kunden wieder eine Wählscheibe erhielt. Technisch und bis auf die Wählscheibe und -mulde auch äußerlich ist er baugleich zur restlichen FeTAp 7er Serie. Seit diesem Apparat wird für die 7er-Serie die gleiche Platine verwendet.
Erstmals wurden die Apparate in "rot-marmoriert" und "grün-marmoriert" angeboten. Diese Farbgebung wurde auch nach diesen Geräten nie wieder verwendet, vermutlich mangels Interesse, daher sind solche Telefone sehr selten..
Bild:Fetap791.jpg | Bild:Fetap791 .jpg |
Spätere Apparate
Seit Anfang der 1980er Jahre gibt es nicht mehr nur die Bezeichnung FeTAp, sondern auch Tel als Abkürzung für Telefon (siehe beispielsweise das Tel 82 alpha). Erstmals erschienen auch Telefone, die von der Standardform abwichen, wie Designtelefone (DTel) oder Kompakttelefone (KTel). Viele dieser (und auch späterer) Apparate tragen als Titel einen Namen, benannt nach einer Stadt. Dies sind zum Beispiel Oslo, Potsdam, Hamburg, Lyon, Venezia, Frankfurt, Stuttgart, Dallas, oder Nizza. Im Allgemeinen sollte man jedoch von geographischen Namen sprechen, da es auch Abweichungen gab, nämlich die Designtelefone Spessart, Rhön und Bavaria. Das letzte Telefon mit Namen war das 1992 herausgekommene Stralsund, das anlässlich der Olympischen Spiele auch in einer Sonderausgabe Barcelona, angeboten wurde.
Bekannt und weit verbreitet ist das Tel 01 LX. Es hat einen Tastenblock mit 16 Tasten, Tonruf und kann von Impulswahlverfahren auf Mehrfrequenzwahlverfahren umgestellt werden.
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Schaltpläne
Bild:Schaltplan FeAp611.png |
