Fichenskandal

Der sogenannte Fichenskandal (oder auch Fichenaffäre) ist eine Episode der neueren Schweizer Geschichte. Die Fiche (sprich "fisch" mit schwachem sch) ist der französische Name für Karteikarte (vgl. Microfiche).

Anfang der 1990er-Jahre wurde enthüllt, dass die Bundesbehörden der Schweiz und auch die kantonalen Polizeibehörden rund 900'000 Einwohner der Schweiz mehr oder weniger aktiv beobachteten und über diese Einwohner Fichen anlegten. Dies ist eine kaum vorstellbare Zahl, besonders im Vergleich mit der damaligen Einwohnerzahl (rund 6'500'000 Menschen). Ziel der Beobachtungen waren vor allem linksstehende Politiker und Mitglieder von Gewerkschaften. Mit der Fichierung sollte angeblich erreicht werden, dass die Schweiz vor kommunistischen "Subversiven" geschützt werde. Die Aufdeckung des Fichenskandals führte zu einem weitreichenden Aufschrei. Das Vertrauen in den Staat war erschüttert.

Zahlreiche Bürger reichten Gesuch ein um die Herausgabe der persönlichen Fichen bzw. Akten. Sie trugen das auffällige Merkmal, dass die Erwähnung von Drittpersonen mit schwarzem Filzstift überdeckt wurde, um die Identität der Spitzel geheimzuhalten.

Im Skandal spielte der rechtsstehende Politiker Ernst Cincera eine herausragende Rolle. Er begann früh mit einer eigenen Kartei und gilt als Vorläufer der später staatlich organisierten Überwachung.


Kategorie:Schweizerische Geschichte

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