Filamente (Astronomie)
Als Filamente (engl., lat. Faden, Faser) bezeichnet man die fadenförmigen Verbindungen im Universum zwischen Clustern – Galaxienhaufen und Superhaufen – mit einer höheren lokalen Galaxiendichte um riesige Hohlräume (engl. Voids) herum.
Jede mögliche Theorie des Ursprungs dieser Strukturen auf allergrößten Skalen muß die Anordnung dieser Lücken/Hohlräume/Voids erklären, die in Größenordnungen von ungefähr 100 Mega-Parsec auftreten.
Wenn man die typische Eigengeschwindigkeit einer Galaxie bei etwa 600 km/sec ansetzt, würde es 160 Milliarden Jahre dauern bis eine Galaxie so eine Lücke durchkreuzt hätte – weit länger als das Alter des Universums ist. Folglich ist es extrem unwahrscheinlich, daß die Lücken durch eine auswärts gerichtete Bewegung der Galaxien gebildet wurden.
Die Galaxien müssen sich – relativ zu den Voids – gebildet haben, wo sie derzeit sind, und die Voids die Verteilung der Galaxien zum Zeitpunkt ihrer Entstehung reflektieren.
Da baryonische (mit Strahlung wechselwirkende, "normale") Materie im frühen Universum viel zu homogen war um gravitativ solche Strukturen zu bilden, dürfte die uns derzeit völlig exotisch erscheinende dunkle Materie – die uns nur durch ihre gravitative Wirkung auf die Galaxienbewegungen erkenntlich ist – strukturbildend gewirkt haben.
Filamente auf der Sonne
Zu Filamenten auf der Sonne, siehe Protuberanz.
Weblinks / Videos
- Analyse der Galaxienverteilung (Video/AVI)
- Identifikation der Strukturelemente (3 Videos/AVI)
- Soap Bubbles and Voids
