Fischotter
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Der Fischotter (Lutra lutra) ist ein an das Wasserleben angepasster Marder. Korrekt müsste man ihn als "Eurasischen Fischotter" bezeichnen, da es in der Gruppe der Otter noch weitere Arten gibt, die "Fischotter" heißen, beispielsweise der Nordamerikanische Fischotter.
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Merkmale
Der Fischotter hat eine Größe von etwa 110 cm, wovon 40 cm auf den Schwanz entfallen. Er wiegt etwa 12 kg. Sein Körper ist gestreckt, die Beine kurz und der Kopf rundlich und stumpfschnauzig. Die Zehen sind mit Schwimmhäuten verbunden. Seine Farbe ist hellbraun. Mit zunehmendem Alter färben sich seine Kehle und sein Vorderhals weißlich.
Verbreitung
Den Fischotter findet man in ganz Europa und Asien nördlich bis zum Polarkreis und noch einige Kilometer darüber hinaus, sowie im westlichen Nordafrika (Marokko und Algerien). Im Gebirge steigt er bis 2500 m auf.
Sein bevorzugter Lebensraum sind flache Flüsse mit zugewachsenen Ufern und Überschwemmungsebenen. Der Rückgang solcher Habitate und die Bejagung haben dazu geführt, dass der Fischotter stellenweise verschwand und an vielen Stellen extrem selten geworden ist.
Bestandsentwicklung
In Deutschland nehmen die Bestände in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und im Sachsen dank guter Schutzmaßnahmen seit etwa 1990 wieder zu. Erfolgreiche Wiederansiedlungen wurden außerdem in Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vorgenommen. In Niedersachsen kommt er wieder in allen geeigneten Lebensräumen vor. In Nordhessen und Baden-Württemberg gibt es Restbestände, die streng geschützt sind. Nach Thüringen sind bereits wieder Tiere aus Nachbarregionen eingewandert. In Nordrhein-Westfalen fand man bisher nur vereinzelt eingewanderte Tiere. In Rheinland-Pfalz, dem Saarland sowie in den Stadtstaaten fehlt der Fischotter.
In Österreich kommt er hauptsächlich im Wald- und Mühlviertel vor. Einige Ansiedlungen gibt es auch im südlichen Burgenland und der Oststeiermark. Seit etwa zehn Jahren nimmt der Bestand wieder zu.
In vergangenen Jahrhunderten bewohnte der Fischotter auch die Küsten und schwamm regelmäßig zu den Inseln in Nord- und Ostsee. Dies kommt heute in Deutschland nicht mehr vor, allerdings gibt es noch immer Fischotter in den schwedischen Schären.
In der Schweiz fand man eine letzte Spur eines Fischotters 1989 am Neuenburgersee. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Jagd auf den vermeintlichen Fischräuber sogar mit Prämien der Kantone und vom Bund gefördert. Projekte zur Wiederansiedlung befinden sich noch in der Abklärungsphase. Priorität hat hingegen die Erhaltung des Bestandes in den Nachbarländern.
In Tschechien breitet sich der Fischotter seit Anfang der 1990er Jahre wieder aus und besiedelt nun wieder etwa die Hälfte des Landes.
thumb|Fischotter
Lebensweise
Fischotter sind nachtaktiv. Während sie am Ufer ruhen, bewegen sie sich zur Zeit ihrer Aktivität im Wasser. Sie sind gute Schwimmer und Taucher und können bis zu acht Minuten unter Wasser bleiben. Beim Schwimmen ragen Kopf und Hals aus dem Wasser heraus, während der restliche Körper unter Wasser bleibt.
Am Ufer gräbt der Fischotter einen Bau, dessen Eingang etwa 50 cm unter der Wasseroberfläche liegt; die Wohnkammer befindet sich über der Hochwassergrenze und bleibt trocken. Ein Luftschacht verbindet sie mit der Außenwelt.
Die Hauptnahrung sind Fische, aber auch andere Tiere werden vom Fischotter gejagt: Blesshühner, Enten, Bisamratten, Wasserratten, Frösche und Flusskrebse. Kleinere Beutetiere werden im Wasser gefressen, größere erst an Land gebracht.
Fortpflanzung
Die Fischotter paaren sich nicht im Wasser, sondern an Land. In einem Wurf befinden sich dann zwei bis vier (selten sechs) Junge, die nach etwa 62 Tagen Tragzeit zwischen April und Juni zur Welt kommen. Sie werden bis etwa zum vierzehnten Monat vom Muttertier betreut. Mit zwei Jahren sind sie geschlechtsreif. Fischotter erreichen ein Höchstalter von achtzehn Jahren, werden aber selten älter als zehn Jahre.
Fischotterschutz
Der Fischotter zählt noch immer zum jagdbaren Wild, darf aber in Deutschland seit 1968 nicht mehr bejagt werden. Das Otterzentrum in Hankensbüttel in Niedersachsen widmet sich seit Jahren dem Otterschutz. Ziel ist es unter anderem, dem Fischotter frühere Lebensräume wieder zu erschließen, aus denen er durch die Einwirkung der Menschen verschwunden ist.
Literatur
- Otter-Post. Zeitschrift der Aktion Fischotterschutz e.V., Hankensbüttel. Erscheint vierteljährlich mit jeweils etwa 36 Seiten. 2004 erschien der 25. Jahrgang.
Weblinks
Bild:Loutre des pyrenees ossau 2002.jpg | Bild:Loutre des pyrenees baronnies 2004.jpg | Bild:ottercloseup.jpg |
