Flugplatz Gersthofen-Gablingen

Der Flugplatz Gersthofen-Gablingen wurde von 1904 bis 1918 als Flugfeld Gersthofen als Unterabteilung der Fliegerschule Schleißheim von der Königreich Bayern - Bayerische Fliegertruppe genutzt. Unter anderem leistete Paul Klee hier seinen Wehrdienst ab. Für den einfachen und schnellen Bau von Flugzeugwerften entwickelten die bayerischen Fliegertruppen einen Musterentwurf, der eine Eisen-Skelettbauweise vorsah. Nach dieser Vorgabe entstanden am Flugplatz Gersthofen 1917 eine Werft, die 1980 zusammen mit der gesamten Kasernenanlage aus Gründen der militärischen Sicherheit abgerissen wurde. Ab der Weimarer Republik bezeichnete man den Flugplatz Gersthofen-Gablingen.

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2. Weltkrieg

thumb|left|Flugplatz Gablingen - Übung deutscher Fallschirmspringer im 2. Weltkrieg Im 2.Weltkrieg wurde der Flugplatz durch die allierte Aufklärung erst sehr spät entdeckt, da er sehr gut getarnt wurde, unter anderem wurden Kühe aus Pappmaché aufgestellt. Auf dem Flugplatz war die Flugzeugführerschule A5, die Nachtjagdschule 1 und die Flugzeugführerschule C7 stationiert. Auch wurde die Messerschmitt Me 163 Komet hier getestet. Unter anderem waren auf dem Flugplatz Messerschmitt Me 262 Flugzeuge sowie die Messerschmitt Bf 109 C-1 der 2./ JGr. 176 stationiert. Im Bereich der Kasernenanlagen waren auch Tunnelanlagen installiert, diese dienten für Versorgungsleitungen und verbunden unterirdisch auch alle Kasernengebäude, es soll jedoch nach Aussagen ehemaliger amerikanischer Soldaten, die nach Ende des 2. Weltkrieges in Gablingen stationiert waren, auch massive Tunnelanlagen gegeben haben, die mehrere Stockwerke in die Tiefe führen. Dort sind weitere Seitentunnel eingerichtet, diese sind aber mittlerweile eingestürzt oder mit Wasser geflutet. Angeblich liegt in den Tunnelanlagen bis heute noch Gerät aus dem 2. Weltkrieg. Auch soll es sehr lange Tunnel in die anliegende Gemeinde Gablingen geben. Im Bereich der Adalbert-Stifter Siedlung in Höhe des heutigen Spielplatzes, befindet sich am Osthang heute ein zugeschütteter Tunnelzugang, ob dieser jedoch mit dem Flugplatz Gablingen verbunden ist, konnte bis heute nicht geklärt werden. Interessant ist jedoch, dass 1944 auf dem rund 800 Meter entfernten Chemiewerk der IG-Farben Tochter ´´Transehe´´ die Produktion von Raketentreibstoff begonnen wurde. Der oben angesprochene eventuelle Tunnelzugang am Rande der Adalbert-Stifter Siedlung, die damals noch nicht existierte, befindet sich nur wenige hundert Meter vom Werksgelände entfernt. Da der gesamte Flugplatz bis heute Sperrgebiet ist, konnte eine Erforschung der Anlagen nicht durchgeführt werden. Nach amerikanischen Aussagen wird vermutet, dass die Tunnelsysteme für verschiedene Tests benutzt wurden.

Am 16. März 1944 wurde der Flugplatz von 2 Combat Wings (ca. 100 - 120 Flugzeuge des amerikanischen Bombertyps B 17 und B 24), die am Morgen von den englischen Flugplätzen Beachy Head und Dungeness, südlich von Dover gestartet waren, angegriffen. Am 24. April 1944 griffen bei einem Großangriff auf Süddeutschland 120 Bomber vom Typ B 24 (Liberator) mit je 10 Besatzungsmitgliedern den Flugplatz an. Bei den Angriffen kam es auch zu Opfern in der anliegenden Gemeinde Stettenhofen.

Konzentrationslager

Im Bereich des Flugplatzes war ab Anfang 1944 auch ein Aussenlager des Konzentrationslagers Dachau eingerichtet. Zirka 1.000 Häftlinge und Zwangsarbeiter befanden sich in dem Lager die Arbeiten rund um den Flugplatz leisten mussten.

1945 bis 1998

thumb|right|Funkanlage der USFSA Zwischen 1945 und 1955 erhielt der von amerikanischen Bodentruppen besetzte Flugplatz die Bezeichnung R-77, die Kommandostelle war die R-59 Leipheim, er erhielt den Spitznamen "Gab" und wurde als Fliegerhorst Kaserne Gablingen genutzt. 1956 wurde für die 11. Airborne Übungsanlagen für Fallschirmspringer errichtet, diese wurden bis 1957 durch die Springerschule genutzt, bis die Division aufgelöst wurde. Danach wurde auf dem Flugfeld die 188th Airborne Infanty, später die 187th Airborne Infantry stationiert. Während dem Kommando der 7th MEDCOM (Medical Detachment Helo Ambulances) waren auf dem Flugplatz 6 UH-1H der 236th Med Det (Hel Amb) stationiert. Zwischen 1966 und 1967 wurde der Flugplatz auch für Übungsflugplatz für Hubschrauberpiloten genutzt. Auf dem Flugfeld wurde eine Abhöranlage installiert. Die größte „Signals Intelligence“ Anlage der Welt oder auch Wullenweber-Kreisantennenanlage, hat einen Durchmesser von circa 300 Meter und hatte bis zu 40 Meter hohe Antennengitter, mit Hilfe dieses Elefantenkäfig konnten Reichweiten von mehreren Tausend Kilometern in den Zeiten des Kalten Krieges auf Kurzwelle abgehorcht werden. In zwölf Stockwerken unter der Anlage sollen gigantische Computeranlagen das Abgehörte von der 66. Nachrichtendienstgruppe ausgewertet werden, was genau dort stattfindet und ob es wirklich 12.Stockwerke sein sollen, ist bis heute streng geheim. 1985 waren 1814 INSCOM-Mitarbeiter stationiert, diese arbeiteten unter der Fachaufsicht der NSA. Die Anlage wurde 1998 aufgegeben und der Bundeswehr übergeben. Heute gehören die Abhöranlagen der FmSt Süd der Bundeswehr, sie werden aber nicht mehr weiter betrieben.

Ausbau Bundesstrasse 2

Durch die Übergabe an die Bundeswehr konnte auch endlich eine Lösung zum Umbau der Bundesstrasse 2 verwirklicht werden. So weigerten sich die Amerikaner über Jahre, den Aussenzaun, um ca. 15 Meter nach innen zu versetzen, um die angrenzende Bundesstrasse dadurch 4-spurig ausbauen zu können.

siehe auch

http://www.usafsa.org/

See also: Flugplatz Gersthofen-Gablingen, Adalbert Stifter, Gablingen, Gersthofen, INSCOM, KZ Dachau, Leipheim, Messerschmitt Me 163, Messerschmitt Me 262, NSA