Flussbegradigung

Bei einer Flussbegradigung werden die natürlicherweise vorkommenden Mäander eines Flusses an ihren Hälsen durchbrochen, um den Fluss für die Schifffahrt nutzbar zu machen, den Weg zu verkürzen und das Fahrwasser zu vertiefen. Die dabei entstehende Erhöhung der Fließgeschwindigkeit bringt jedoch meist nur Vorteile für die talwärts fahrende Schifffahrt. Der Flusslauf wird baulich festgelegt, wodurch - bei entsprechenden wasserbaulichen Maßnahmen, wie beispielsweise geplante Überflutungsflächen - auch ein Hochwasserschutz erreicht wird. Bekannte Beispiele für eine Flussbegradigung sind die Juragewässerkorrektion im Schweizer Seeland und die Begradigung des Oberrheinlaufes von 1817 bis 1879. Hierbei wurde der Lauf des Oberrheins um 82km verkürzt.

Aus ökologischer Sicht gelten Flussbegradigungen als äußerst problematisch, da dadurch ganze Ökosysteme beeinträchtigt oder sogar zerstört werden. Die an und in den Flüssen lebenden Tierarten wie z.B. Fische, Otter oder auch Muscheln aber auch viele Pflanzenarten können durch rücksichtslosen Gewässerbau in ihrem Fortbestand bedroht werden.

Siehe auch: Renaturierung

See also: Flussbegradigung, 1817, 1879, Binnenschifffahrt, Fische, Fluss (Gewässer), Juragewässerkorrektion, Muscheln, Mäander (Flussschlingen), Otter