Flüssigkeitsrakete
Flüssigkeitsraketen werden vor allem in der Raumfahrt eingesetzt. Im Gegensatz zu den Feststoffraketen, wo im Raketenkern ein fertiges Gemisch von Brennstoff und Oxydator abbrennt, werden diese zwei Komponenten von chemischen Raketen getrennt mitgeführt und mit Pumpen in die Düse befördert.
- Als Brennstoff werden z.B. häufig Alkohol, Hydrazin oder verflüssigter Wasserstoff verwendet,
- als Oxydator zunehmend flüssiger Sauerstoff.
Wie die Geschichte der Raketentechnik und das Schicksal einiger Raketenpioniere zeigt, ist der Einsatz von Flüssigkeitsraketen mit größeren Gefahren verbunden als mit Feststoffen. Die Gründe sind vielfältig:
Gefahr von Undichtheiten, Verdampfen und Explosionen, Schäden an Pumpen und anderen Aggregaten, Luftblasen oder unzureichende Durchmischung in der Brennkammer, oder variable Gewichtsverteilung beim Abbrand.
Dennoch werden sie vermehrt eingesetzt, weil sie etwas effizienter arbeiten, sich an- und abstellen lassen und in ihren Einzelteilen beim Count Down heute relativ verlässlich prüfbar sind. Auch können sie teilweise wiederverwendet werden. Mit entsprechender Vorsicht beträgt die Versagensquote maximal einige Prozent. Einige besonders verlässliche Typen wie die Typen der Delta-Rakete haben sogar nur 1 Fehlstart auf 100 Starts.
Feststoffraketen verwendet man am häufigsten bei sehr kleinen und sehr großen Raketen: z.B. bei Feuerwerkskörpern und als Booster zur Unterstützung des Starts in der Bemannten Raumfahrt.
In Hinkunft werden aber Chemische Raketen etwas an Bedeutung verlieren, weil aus Umwelt- und Kostengründen der Einsatz alternativer Antriebsarten und Raketenmotoren außerhalb der Atmosphäre günstiger ist. Erste Erfolge z.B. mit Ionentriebwerken zum Mond und zu den Planeten sind bereits zu verzeichnen.
Siehe auch:
- Durchfluss, Lavaldüse, Schwenkdüse, Steuerung
- A4, Ariane 4, Delta IV Heavy, Langer Marsch, R-7, Saturn V, Thor-Agena
- Brenndauer, Brennschluss, Massenverhältnis,
- Raketengleichung, Stufenrakete, Space Shuttle
- Robert Goddard, Hermann Oberth, Max Valier, Hellmuth Walter, Wernher von Braun
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