Fokusgruppe
Unter einer Fokusgruppe oder Gruppendiskussion, versteht man in der Marktforschung eine moderierte Diskussion mit 8-12 Teilnehmern. Gruppendiskussionen dauern im Normalfall 1,5 bis 2 Stunden und werden durch einen erfahrenen Moderator geleitet.
Diese qualitative Methode hat gebenüber anderen Marktforschungsmethoden eine Reihe von Vorteilen:
- Die Gruppen lassen sich relativ schnell durchführen.
- Der Aufwand ist relativ gering.
- Auch "unfertige" Produkte und Vorlagen, z.B. Zeichnungen, Storyboards oder Animatics lassen sich gut testen.
- Die Gruppendynamik fördert den Output.
- Die Kosten sind überschaubar.
Zudem lassen sich aus Gruppendiskussionen nicht nur Fakten im Sinne von "dieses Produkt gefällt oder gefällt nicht" ableiten, sondern auch die dahinterliegenden Motive. Darüber hinaus ziehen Kreative auch Gestaltungshinweise für die Weiterentwicklung eines Produktes oder einer Kampagne aus Gruppendiskussionen.
Allerdings gelten für Gruppendiskussionen auch einige Nachteile und Einschränkungen:
- Aufgrund des qualitativen Ansatze und der kleinen Fallzahl können Gruppendiskussionen niemals repräsentativ sein.
- Meinungsführer können die Gespräche dominieren, das führt häufig zu einem "schiefen" Gesamtbild.
- Wenn viele Runden durchgeführt werden müssen, ist der Kostenvorteil nicht mehr gegeben.
Gruppendiskussionen werden für verschiedenste Themen angewendet. Sehr häufig ist ihr Einsatz bei Werbepretests, Konzeptüberprüfungen und als qualitative Vorstufe großer quantitativer Studien.
