Förderzentrum
Förderzentrum und mobiler Dienst
Der Begriff Förderzentrum hat in der Fachliteratur noch keine einheitliche Definition. Eine Sonderschule kann ein Förderzentrum sein ohne diesen Namen zu tragen. Z. B. Sonderschulen für Hörgeschädigte sind Förderzentren. Für die Praxis am relevantesten ist folgende allgemeine Definition.
In den letzten Jahren wurden viele Sonderschulen, die ausschließlich behinderte Kinder separiert in der Sonderschule unterrichteten, erweitert zum Förderzentrum. Hiermit wurde der Aufgabenbereich nach außen erweitert um die Betreuung behinderter Kinder an Regelschulen. Die Sonderschullehrer eines Förderzentrums betreuen:
- behinderte Schüler in der Sonderschule
- behinderte Schüler in Regelschulen
Diese Form der Betreuung wird durch den mobilen Dienst gewährleistet, d. h. Sonderschullehrer, die behinderte Schüler in Regelschulen aufsuchen. Sie beraten die Regelschullehrer und unterstützen die Schüler. Mobiler Dienst wird z. B. von Schulen für Hörgeschädigte angeboten siehe auch Integration.
Förderschulen in Bayern
Informationen gelten für Bayern:
Förderzentren entstanden aus Förderschulen der Fachrichtung Lernförderung (früher: Sonderschule für Lernbehinderte). Sie beinhalten in einer einzigen Organisationseinheit (nicht zwingend in einem Gebäude) die Abteilungen Frühförderung (mit den Mobilen Sonderpädagogischen Hilfen)(MSD /MSH), Schulvorbereitende Einrichtungen (SVE), Diagnose- und Förderklassen (DFK), Mittelstufe und Oberstufe des Lernbehinderten-(L)-Zweigs und die Mittelstufe des Hauptschulzweigs (GS/HS).
Während die Schüler im L-Zweig nach dem Lehrplan zur individuellen Lernförderung unterrichtet werden, gilt im GS-Zweig der Grundschullehrplan und im HS-Zweig der Hauptschullehrplan. Neben der Diagnose steht in den Förderzentren besonders die individuelle Förderung des einzelnen Schülers im Mittelpunkt. Durch die Durchlässigkeit der verschiedenen Zweige soll die Optimierung der Suche nach dem passenden Förderort erreicht werden. Für geeignete Schüler besteht zu jeder Zeit, aber insbesondere nach dem Ende der Mittelstufe (also nach der 6. Klasse) die Möglichkeit, in andere Schularten (z.B. der Hauptschule) zu wechseln.
Besonders die Oberstufe der Förderzentren legen den Schwerpunkt der Arbeit auf die Berufswahl der Jugendlichen. Durch Praktika in Betrieben (besonders im Handwerk und der Industrie) und die Arbeit in Schülerfirmen (http://www.schuelerfirmen.org ) wird versucht, jeden Schüler zur Berufsreife zu führen.
