Forest Stewardship Council

Forest Stewardship Council (FSC) ist ein System zur Zertifizierung von Holz-Produkten (Forstzertifikat). Gegründet zur Sicherung der nachhaltigen Wald-Nutzung besonders in problematischen Gebieten, zu denen die Tropen, aber auch Gebiete wie der boreale Waldgürtel gehören. Die Bewirtschaftsstandards sollen dabei zu einer sozialverträglichen, umweltfreundlichen und ökonomisch tragfähigen Waldwirtschaft führen.

Die Standards umfassen auszugsweise:

Normalanforderungen siehe [2]. Auch ohne FSC werden Pestizide im Wald nur selten verwendet, da sie teuer sind und ungern verwendet werden. Im Falle von Kalamitäten ist der Einsatz aus wirtschaftlichen Gründen nicht zu vermeiden - und auch nach FSC zulässig. Der tatsächliche Einsatz liegt im Grenzbereich des wirtschaftlichen Interesses der Hersteller.

In Zentraleuropa bestehen - in Abhängigkeit von der neben den Lohnnebenkosten und anderen Auflagen maßgeblich durch die naturgegebenen standörtlichen Bedingungen beeinflussten Ertragslage der jeweiligen Betriebe - erhebliche Akzeptanzprobleme bei den Waldeigentümern, nicht zuletzt aufgrund der dort seit Jahrhunderten bestehehenden (seit jeher das Eigentum einschränkenden) Forstgesetzgebung. Da Holz auf einem internationalen Markt gehandelt und für den Verbraucher die geographische Herkunft nicht nachvollziehbar ist, kann ein Holzzertifizierungssystem nur weltweit angelegt sein. Ein Zertifizierungssystem für Holz soll gut wirtschaftende Waldbetriebe vor der Konkurrenz mit Holz aus illegalem Einschlag oder aus Produktionen mit unverantwortlichen Standards schützen.

FSC ist von der Systematik her zielführend für große wie für kleine Forstbetriebe. In Zentraleuropa sind die gesetzlichen Restriktionen derartig, dass zur Erreichung des FSC-Bewirtschaftungsstandards nur ein vergleichsweise geringer Aufwand betrieben werden muss. In anderen Gebieten, wo die gesetzliche Kontrolle weniger stark ist und verantwortungsvolles Wirtschaften unbekannt ist, haben Forstbetriebe einen vergleichsweise hohen Aufwand um ihre Waldwirtschaft auf FSC-Niveau zu heben.

Wirtschaftliche Interessen scheinen nicht irrelevant (in Süddeutschland sollen auch Douglasienbetriebe nach FSC zertifiziert worden sein).

Vorwürfen wie von der britischen Umweltorganisation Rainforest Foundation, nach denen das Öko-Siegel auch an Unternehmen vergeben worden wurde, die in Einzelfällen in schwere Menschenrechtsverletzungen verstrickt seien, ist zu entgegnen, dass nach FSC-Angaben zum Zeitpunkt der Menschenrechtsverletzung die entsprechenden FSC-Zertifikate bereits nicht mehr gültig waren (entzogen oder beendet).

Durch eine Produktkettenzertifizierung des FSC wird der Holzfluss durch die Verarbeitung und den Handel zwischen Wald und Endkunden kontrolliert. Holzprodukte werden mit dem FSC-Logo gekennzeichnet und für den Verbraucher kenntlich gemacht. Hierbei sind zwei Regeln zu unterscheiden:

Die Regelung der Prozentkennzeichnung wurde eingeführt, um der vielschichtigen Produktion von Holzprodukten Rechnung zu tragen und auch den Absatz von FSC-Holz aus Gebieten mit vielen kleineren Forstbetrieben zu ermöglichen.

Inhaltsverzeichnis

Organisation

FSC ist in einem 3-Kammern-System organisiert: Wirtschaft, Umwelt und Soziales. Für eine Beschluss muß jede Kammer zustimmen. Damit haben auch die Umweltschutzorganisationen sowie soziale Gruppen (wie indigene Völker oder Gewerkschaften) die Möglichkeit direkter Einflussnahme und ihre Position kann nicht überstimmt werden. Ebenso gilt dies natürlich für Wirtschaftsinteressen.

Es gilt: "Der Verein strebt an, Entscheidungen im Konsens zu treffen." (Satzung § 5 (5)) Es wird nach einem 3-Kammerprinzip abgestimmt. Jede der 3 Kammern hat 10 Stimmen in der Vollversammlung.

Entscheidungen sind gültig, wenn

Danach können die in der Wirtschaftskammer vertretenen Waldeigentümer überstimmt werden. In der Wirtschaftskammer sind auch die (ggf. auf FSC spezialisierten) Zertifizierer vertreten - mit vierfacher Gewichtung gegenüber dem privaten Waldbesitz (der in Deutschland einen Anteil von 46% der Waldfläche einnimmt). Der private Waldbesitz umfasst in Deutschland das Eigentum vom urbanen Waldbesitzer über den Waldbauern bis hin zum Großprivatwald oder der Treuhand, mit entsprechend zum Teil völlig gegenläufigen Interessen und wirtschaftlichen Zwängen und - nicht zuletzt - sehr differenzierter Effektivität der Interessenvertretung. "Den" Privatwald gibt es nicht.

Das hinsichtlich der Interessen und der Effektivität der Vertretung letzterer sehr heterogene Eigentum von 46% der Waldfläche Deutschlands erhält 1/52 des Stimmrechts in einer von drei Kammern. Der gesamte Waldbesitz Deutschlands erhält 12/52 Stimmen in einer von drei Kammern.

Siehe auch

Weblinks

Referenzen

See also: Forest Stewardship Council, Borealer Wald, Douglasien, Forstzertifikat, Holz, Nachhaltigkeit, PEFC, Tropen, Umweltschutzorganisation, Wald