Formalerschließung
Formalerschließung (engl. descriptive cataloguing) bezeichnet in der Bibliotheks- und Dokumentationswissenschaft die Erschließung von Metadaten zu den äußerlichen "formalen" Kriterien von bibliographischen und archivalischer Ressourcen. Analog dazu widmet sich die Sacherschließung der Erschließung des Inhalts.
Aufgaben:
Die folgenden Aufgaben sollen durch die Erschließungsarbeit unterstützt werden. Diese Liste geht im Grundsatz mindestens auf Cutter zurück, sie ist häufig variiert zu finden, hier nach Svenonius, von der der letzte Punkt stammt:
- Zuverlässiges Finden (known-item-search) einer bestimmten Ressource, z.B. anhand eines Zitates; genauso zuverlässiges Nichtfinden!
- Zusammenführen (collocation) aller
- Werke desselben Verfassers,
- Ausgaben desselben Werkes,
- Ressourcen mit demselben Gegenstand, usw.
- Identifizieren d.h. Feststellen der Übereinstimmung von Beschreibung und Objekt und Unterscheiden von ähnlichen Ressourcen
- Auswählen, durch Angabe geeigneter Kriterien
- Zugänglichmachen der gewählten Ressource, direkt oder durch Angabe von Zugangsinformationen
- Navigieren entlang der zwischen Entitäten bestehenden Assoziationen, etwa von einem Aufsatz zu dessen Verfasser, von dort zu einem Mitverfasser usw.
Regelwerke: Die Formalerschließung ist weitgehend normiert, um die Erschließungsprodukte national und in geringerem Umfang international austauschbar zu machen. Das ist bei bibliographischen Ressourcen naturgemäß viel einfacher und zugleich viel nützlicher als bei archivalischen Ressourcen, die ja in der Regel Unikate sind.
Literatur
- Elaine Svenonius: The Intellectual Foundation of Information Organization, Cambridge, Mass., 2000 ISBN 0-262-19433-3
Weblinks
- http://www.allegro-c.de/formate/material.htm -- empfehlenswerte Materialsammlung von B. Eversberg
