Formalismus
Ein Formalismus ist ein Regelwerk oder eine normierende Beschreibung, meist aus spezifischen Fachbereichen, etwa der Wissenschaft oder des Rechts. Im erweiterten Sinne kann man als Formalismus auch (meist kritisch) die (Über)betonung der äußeren Form (siehe Syntax, Grammatik) gegenüber dem Inhalt (siehe Semantik) bezeichnen.
In der Philosophie bezeichnet Formalismus eine Grundeinstellung als Erkenntnis- oder Seinsprinzip, die das Äußere als wesentlich oder sogar als den Inhalt (das Innere) vollständig beschreibend ansieht (ontologischer, logischer, ethischer, ästhetischer Formalismus). Hier ergeben sich Berührungspunkte mit dem Materialismus.
Unter Stalin wurde der Begriff Formalismus zu einem schweren Vorwurf gegenüber allen Kunstwerken, die nicht den Auflagen des sozialistischen Realismus entsprachen.
Weblinks
- http://www.textlog.de/4098.html - Rudolf Eisler- Wörterbuch der philosophischen Begriffe
Siehe auch: Logik, Ästhetik, Ethik, Form, Standard, Norm, Algorithmus, Syntaxanalyse, Philosophie der Mathematik, Klassische Mechanik, Quantenmechanik, Russischer Formalismus, Kunstbegriff, Probleme der modernen Kunst
