Forwarder
thumb|200px|right|Forstlicher Rückezug thumb|200px|right|Forstlicher Rückezug
Als Forwarder, Rückezug oder Tragrückeschlepper wird in der Holzernte ein Fahrzeug bezeichnet, das geerntetes Holz aus dem Bestand an den Waldweg vorliefert. Das drei- bis vierachsige Fahrzeug ist mit einer Knicklenkung ausgerüstet, damit es im Bestand eine optimale Manövrierfähigkeit erhält. Der Forwarder besitzt wie der Harvester eine klimatisierte Kabine mit schwingungsgedämpften Fahrersitz, von dem aus das Fahrzeug gefahren und der bis zu 10 m lange Kranarm bedient wird. Der hintere Teil des Fahrzeugs ist mit Runge oder einem Transportkorb ausgestattet. Seltener sind Zangen zu finden, mit denen Voll- oder Ganzbäume gerückt (an den Waldweg transportiert) werden. Unter Umständen ist der Forwarder mit einem zusätzlichen Polterschild ausgerüstet, damit am Holzlagerplatz Stammabschnitte bewegt werden können.
Einsatzbereich
Forwarder sind zum Transport von Abschnitten entwickelt worden, d.h. Holz, das in fixen Längen motormanuell durch Waldarbeiter oder maschinell durch Vollernter geerntet wurde. Z.B. wird Papierholz in Zwei- oder Dreimeterabschnitten bereitgestellt. Ein Forwarder kann bis zu 18.000 kg Holz zuladen.
Arbeitsverfahren
Der Forwarder arbeitet von der Gasse aus, die z.B. der Vollernter bei der Durchforstung angelegt hat. Problematisch ist das wesentlich höhere Gewicht des Forwarders durch seine Zuladung. Der Bodendruck eines vollbeladenen Forwarders ist deutlich höher als der der Erntemaschinen. Vor allem feinporige Böden können durch unsachgemäße Befahrung stark geschädigt werden. Als Folge können Vernässung, abnehmende Bodendurchlüftung, mechanische Wurzelschädigung und letztlich die Wüchsigkeit des Standorts beeinträchtigt werden. Daher muß der Fahrzeugführer sehr genau den angewiesen Gassen folgen. Zum einen befinden sich auf den Rückegassen die Reisigpolster der abgestreiften Äste, die den Boden zusätzlich schützen, zum anderen werden Bodenschäden auf eine kleine Fläche konzentriert. Zusätzlich sind die Maschinen mit Niederdruck-Niederquerschnittsreifen ausgerüstet. Fahrzeuge mit vier Achsen dürfen mehr Gewicht zuladen, da sich das Gewicht der Zuladung über acht Räder besser verteilt.
Der Forwarder ist, wie der Vollernter, mit einer Batterie seitlicher und frontaler Strahler ausgerüstet. Dies ermöglicht den Einsatz auch bei widrigen Wetterbedingungen und in der Nacht. Die teuren Maschinen werden in Skandinavien im Drei-Schichtbetrieb durchaus an sieben Tagen in der Woche gefahren, in Deutschland ist Zwei-Schichtbetrieb üblich.
Siehe auch: Wald, Forstwirtschaft, Holzernte, Rückepferd, Rückeweg
