Fragebogen
Ein Fragebogen ist eine spezielle Art von Fragenkatalog, als Instrument der Datenerhebung für eine/mehrere Statistik(en). Meist wird derselbe Fragebogen mehreren Personen vorgelegt und dann statistisch ausgewertet. Man unterscheidet zwischen Papier- und elektronischen Fragebogen.
Elektronische Fragebogen bieten die Möglichkeit zur Integration von Plausibilitätsprüfungen, wobei diese keine zu großen Anforderungen an die Fachkenntnisse der Befragten stellen dürfen, da sonst Antwortverweigerungen zunehmen. Durch integrierte Plausibilitätsprüfungen erhält man relativ plausible Angaben. Elektronische Fragebogen werden zunehmend als Internetfragebogen, d.h. als HTML-Formulare, bereitgestellt, daneben können elektronische Fragebogen auch als Software realisiert werden.
Papierfragebogen bieten nur geringe Möglichkeiten zur Prüfung von Angaben, wenn sie als Selbstausfüller eingesetzt werden. Meistens stellen Kontrollfelder für die Summenbildung die einzige Möglichkeit dar, die allerdings auf die Mitwirkung der Auskunftgebenden angewiesen ist. Bessere Möglichkeiten bietet der Einsatz von Interviewern, wobei nicht das Prüfungsniveau elektronischer Fragebogen erreicht wird.
In welchen Fachrichtungen braucht man Fragebögen ?
- Psychologie
- Soziologie
- Evaluation z.B. von Ausstellungen
- Meinungsforschung
- Wirtschaft -
- Kunden - und Verbraucherumfragen
- Mitarbeiterbefragung
- Statistisches Bundesamtes
- Statistik
- Medizin - Anamneseerhebung
- Arbeitsschutzmanagement
- Umweltmanagement
- Qualitätsmanagement, Qualitätsskontrolle
Siehe auch Rücklaufquote.
Weblinks
- Bernhard Jacobs: Fragebogen erstellen und auswerten im WWW
- Werner Stangl: Der Fragebogen
Biographischer Fragebogen -
Die wichtigsten Auswahlverfahren bei der Bewerbung
Bei der Auswahl der Bewerber sind Personalchefs nicht zimperlich. Da greifen viele tief in die psychologische Mottenksite und foerdern uralte Techniken zutage. Oft sind sie nicht unbedingt zutreffend oder wuenschenswert aber realtiv billig und leicht zu erlernen.
Auswahlverfahren ist nicht gleich Auswahlverfahren. Es gibt verschiedene Qualitaetsstufen. So sind Referenzen in Bezug auf den Berufserfolg weniger aussagefaehig als Schulnoten.
Betrachten wir eine Aufstellung der gebraeuchlichsten Auswahlverfahren im Personalbereich, so kommen wir zu folgender Liste:
Auswahlverfahren fuer die Personalabteilung
Verfahren Voraussagewert fuer den Berufserfolg
Alter 0.01 Graphologie 0.02 uebliches Einstellungsgespraech 0.14 Persoenlichkeitstests 0.15 Berufserfahrung 0.18 Referenzen 0.26 Schulnoten 0.30 Gewissenhaftigkeit – Sorgfaltstests 0.31 Assessment Center 0.35 Biographischer Fragebogen 0.37 Integritaetstest 0.41 Probezeit / Trainee 0.44 Strukturiertes Interview 0.51 Kognitive Faehigkeitstests 0.51 Arbeitsproben 0.54
- nach Moser 2002 i. Druck
Anhand der oben genannten Liste bieten sich fuer den Personalbereich vier sehr aussagefaehigen Verfahren an.
Zu den am besten verwertbaren und aussagefaehigsten Verfahren gehoeren die sechs zuletzt genannten. Sie werden in mehr oder weniger ausgepraegter Art und Weise in jeder Bewerbung eingesetzt.
Biographischer Fragebogen
Der biographische Fragebogen wird traditonsgemaess als ein Instrument der Bewerberauswahl in weiten Bereichen der Industrie benutzt. Er wurde zuerst in klinisch-psychologischen Bereich entwickelt und hat sich inzwischen zu einem anerkannten Instrument der Bewerberdiagnostik gemausert.
Im Hinblick auf die Anwendung und Validitaet des Verfahrens liegen im Moment noch keine umfassenden Untersuchungen vor. Einige recht erfolgreiche Bewerbungen wurden inzwischen bei Kaufleuten und Mitarbeitern in der Versicherungswirtschaft abgewickelt. Das hat dem biographischen Fragebogen einen enormen Auftrieb verschafft. Der Fragebogen nutzt eine Vielzahl von Merkmalen des Bewerbers um wichtige Anhaltspunkte fuer sein Leben und fuer die zukuenftige Entwicklung und den prognostizierten Berufserfolg zu gewinnen.
Darunter fallen Fragen nach der Schul- und Berufsausbildung, Freizeitverhalten, Werthaltungen, Einstellung zur Familie und zu den Eltern, berufliches Engagement, Verhalten bei wichtigen Entscheidungen, Umgang mit Erfolg und Verantwortungsbewusstsein. In einem standardisierten Fragebogen muessen Bewerber schriftlich oder online Fragen zu diesen biographischen Merkmalen beantworten. Die meisten Fragen werden als Multiple Choise Fragen gestellt.
In der Auswertung werden dann die Antworten mit denen von erfolgreichen Mitarbeitern im Betrieb verglichen. Je naeher die Antworten an die der besten Arbeitern kommen, desto hoeher ist der wahrscheinliche zukuenftige Erfolg in dem Betrieb oder der Ausbildung. Der ideale Bewerber deckt sich in seinen Antworten bis zu 80% mit denen des erfolgreichen Mitarbeiters.
Der biographische Fragebogen wird von den Personalchefs wegen seiner leichten Handhabung und relativ einfachen Auswertung sehr geschaetzt. Allerdings kann er nie alleine die Grundlage einer Einstellungsentschiedung sein. Unseres Erachtens sollten die Instrumente: Interview, Kongitiver Test und Praktium ebefalls unabdingbare Bestandteile sein.
Beispiel eines biographischen Fragebogens
Persoenliche Daten
Name:
Vorname:
Geburtsort:
Geburtsjahr:
Wohnort: Telephon / Handy:
Schulbesuch
Art der Schule und Adresse: Faecher:
Weiterfuehrende Schulbesuche: Faecher:
Schulabschluss (1) Name der Schule:
Art des Abschlusses:
Gesamtnote:
Schulabschluss (2) Name der Schule: Art des Abschlusses:
Gesamtnote:
Schulabschluss (3) Name der Schule:
Art des Abschlusses:
Gesamtnote:
Welches waren Ihre Lieblingsfaecher in der Schule?
Wehr- oder
Zivildienst: von bis: ggfls. Dienstgrad:
Praktika / Trainee (1) Name und Adresse des Arbeitsgebers:
Dauer des Praktikums und Art der Taetigkeit:
Praktika / Trainee (2) Name und Adresse des Arbeitsgebers:
Dauer des Praktikums und Art der Taetigkeit:
Jobs zum Geld verdienen waehrend der letzten Schuljahre:
Name der Firma / Taetigkeit (1)
Name der Firma / Taetigkeit (2)
Berufsausbildung / Studium
Berufsausbildung
Von bis Art der Berufs- erreichte Gesamt
Ausbildung Qualifikaiton Note
(1)
(2)
Studium
Von bis Art der Berufs- erreichte Gesamt
Ausbildung Qualifikaiton Note
(1)
(2)
Akademische Zwischenpruefungen
Art der Pruefung Zeitpunkt nach wie vielen Semestern Gesamtnote
(1)
(2)
Akademische Abschlusspruefungen
Art der Pruefung Zeitpunkt nach wie vielen Semestern Gesamtnote
(1)
(2)
Jobs zum Geld verdienen waehrend der letzten Studienjahre
Name der Firma / Taetigkeit (1)
Name der Firma / Taetigkeit (2)
Besondere Kenntnisse
Sprache Lesen Sprechen Schreiben wie erworben?
(1) (2) (3) (4)
Sonstige besondere Berufs-
und Fachkenntnisse
Soziales Engagement
Haben Sie schon einmal in einer gemeinnuetzlichen Organisation mitgearbeitet?
Bitte geben Sie Art der Taetigkeit und Zeitraum an:
Haben Sie schon einmal ein verantwortliche Funktion in einer Organisation uebernommen. Waren Sie zum Beispiel Klassensprecher, Studentenvertreter, Jugendpartei oder sonstigen Jugendorganisation.
Bitte geben Sie Art der Taetigkeit und Zeitraum an:
Wurde Ihnen eine Auszeichung oder ein Preis verliehen? Zum Beispiel Klassenbester, oeffentliche Anerkennung oder Vereinsmeister.
Bitte geben Sie Art der Auszeichnung und Datum an:
Berufliche Erfahungen
Bisherige berufliche Taetigkeiten und Erfahrungen
von bis Art der Taetigkeit Dienststelle oder Arbeitgeber
(1) (2)
An welchen Weiterbildungsmassnahmen haben Sie bisher teilgenommen?
von bis Art der Weiterbildung Anbieter
(1) (2)
Auslandserfahrung
Welche Laender haben Sie bereist?
(1) (2)
In welchen Laendern haben Sie gearbeitet?
Land Aufenthalt von bis Arbeitgeber Funktion
(1)
(2)
Freizeit
Was sind derzeit Ihre wichtigsten Hobbies
Taetigkeit Zeitaufwand in Stunden pro Woche
(1)
(2)
Betaetigen Sie sich sportlich?
Sportart Zeitaufwand in Stunden pro Woche
(1)
(2)
Staerken und Schwaechen
Wo sehen Sie Ihre besonderen Staerken, wo sehen Sie eigene Schwaechen?
Was machen Sie besonders gerne?
Koennen Sie sich laengere Zeit auf eine Arbeit konzentrieren?
