Franken (Volk)

Zu den Franken (wörtlich: die Freien) im ethnologischen Sinn zählt man gewöhnlich die westgermanischen Stämme der

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Geschichtlicher Abriss

Seit etwa 200 n. Chr. begannen sich einige der kleinen westgermanischen Stämme entlang der römischen Grenze, etwa die Usipiter, Tenkterer, Sugambrer und Brukterer, zu einem größeren Stammesverband zusammenzuschließen, der sich selbst als "die Franken" (= die Freien, Kühnen) bezeichnete. Die Franken wurden erstmals um 250 n. Chr. als Francii von römischen Quellen erwähnt, anlässlich eines ihrer vielen Raubzüge über die Grenze in die römische Provinz Gallien hinein.

Während der Völkerwanderung drangen diese Stämme in Gebiete ein, die heute dem fränkischen Sprachraum zugeordnet werden (Region Franken in Nordbayern und Nordwürttemberg, Süd-Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Nord-Baden, Luxemburg, Ostbelgien, Lothringen und das nördliche Elsass). Siehe dazu auch Spätantike.

Zu Beginn des 5. Jahrhunderts befand sich das Zentrum der Frankensiedlungen in und um Köln. Im Jahr 420 überschritt (nach viel späteren und unzuverlässigen Quellen) Herzog Pharamond mit seinen Anhängern den Rhein Richtung Westen und begründete damit die, in den folgenden Jahrhunderten noch bedeutsame, Teilung der Franken in die westlichen Salfranken und die östlichen Rheinfranken. Die archäologischen Quellen weisen dagegen auf eine zunächst friedliche, allmähliche Aufnahme ins römische Gallien, wo sie als laeti genannte Föderaten angesiedelt wurden. Der Zug der Franken nach Südwesten wurde vermutlich auch durch die Wanderung der Angelsachsen nach England um 450 über die heutige niederländische Küste und entsprechende Konflikte mit den fränkischen Bewohnern ausgelöst.

Diese Teilung führte im späteren Frankenreich zu den Teilreichen Neustrien und Austrasien und weiter in der geschichtlichen Zeit (Vertrag von Verdun 843) zu den Staaten Frankreich und Deutschland (deutsche Staaten bzw. deutscher Sprachraum), wobei die politischen Grenzen bis in die Neuzeit zumeist keine Mundartengrenzen (Sprachgrenzen) waren. In großen Teilen Frankreichs und dem eher romanisch-keltischen geprägten Südteil Belgiens (Wallonien) ging die fränkische Sprache und Kultur verloren, das Altfranzösische setzte sich durch; der Name Frankreich (France) blieb als einziges Relikt des Frankenreiches erhalten.

Das Reich der Franken unter Chlodwig I., dem Begründer des fränkischen Großreiches, und seinen Nachfolgern (Merowinger, Karolinger) umfasste ab dem frühen 6. Jahrhundert bis zur Teilung in etwa den deutschen Sprachraum (westliche Gebiete der heutigen Bundesrepublik Deutschland v.a. am Rhein, Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Liechtenstein und die Schweiz). Einer seiner Hauptstädte war damals schon Paris.

Literatur

Verwandte Artikel

Weblinks

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See also: Franken (Volk), 420, 450, 843, Ampsivarier, Angelsachsen, Austrasien, Belgien, Brukterer, Bundesrepublik Deutschland