Franklin D. Roosevelt
right|200px|Franklin D. Roosevelt 1933 Franklin Delano Roosevelt /ˈrəʊzəvelt/ (* 30. Januar 1882 in Hyde Park, New York; † 12. April 1945 in Warm Springs, Georgia) war von 1933 bis zu seinem Tod der 32. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (USA). Er war Kandidat der Demokratischen Partei und wurde nach seiner ersten Amtszeit dreimal wiedergewählt – erst seit einer Verfassungsänderung im Jahre 1947 gibt es eine formale Begrenzung auf zwei Amtszeiten, die Präsidenten vor Roosevelt hatten dies jedoch alle als informelles Prinzip anerkannt. Somit war er als einziger amerikanischer Präsident mehr als zehn Jahre im Amt.
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Leben
Franklin D. Roosevelt war mit dem republikanischen 26. US-Präsidenten Theodore Roosevelt verwandt. Er entstammte einer der wohlhabendstenen und angesehensten Patrizierfamilien Bostons. Sein Vater James Roosevelt war überwiegend im Eisenbahnbau tätig. Er unternahm häufig Europareisen, meist in Begleitung seiner gesamten Familie. Daher verbrachte Franklin D. Roosevelt einen Teil seiner Kindheit in Europa, zwischen 1891 und 1896 mehrere Monate in der deutschen Kurstadt Bad Nauheim, wo er auch für einige Zeit die Schule besuchte.
Roosevelt war Mitglied der Holland Lodge No. 8 der Freimaurer in New York. Seit seinem 40. Lebensjahr litt er an Poliomyelitis und war seither meist auf die Benutzung eines Rollstuhls angewiesen. Verheiratet war er mit Eleanor Roosevelt, die während seiner Amtszeit ebenfalls zu einer bekannten öffentlichen Person wurde.
Politik in den 30er Jahren: Der New Deal
Nach dem Börsenkrach von 1929 (Schwarzer Freitag) kam es zu einer Weltwirtschaftskrise. In der US-amerikanischen Ausformung wurde sie als „Great Depression“ (dt. „Große Depression“) bezeichnet. Im Zuge dieser Krise gewann Roosevelt die Wahl 1932 gegen den republikanischen Kandidaten Hoover, dem die Schuld an der Krise gegeben und mangelnde Entscheidungsfreudigkeit vorgeworfen wurde. Von Roosevelt erwartete man vor allem radikale Reformen, um die weit verbreitete soziale Not zu lindern und die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Unter dem Schlagwort New Deal führte er einschneidende Wirtschaftsreformen zugunsten größerer sozialer Verantwortlichkeit durch, die für US-amerikanische Verhältnisse beinahe sozialistisch anmuteten. Allgemein gab es in den 1930er-Jahren eine für US-Verhältnisse stark ausgeprägte linke soziale Bewegung, die Popular Front. Das allgemeine politische Klima wirkte auch in der Politik.
Politik der 30er Jahre: Die „Außenpolitk der Guten Nachbarschaft" („Good Neighbor Policy“)
Roosevelt ist v.a. für seine sozialdemokratische Sozial- und Wirtschaftspolitik und als Führerpersönlichkeit während der Zeit des 2. Weltkrieges bekannt. Aber auch schon lange vor dem Weltkrieg hatte er sich Verdienste um die Etablierung einer gerechten Weltordnung erworben. In der Inaugural-Rede vor dem Kongreß im März 1933 verkündete er seine außenpolitische Vision der „Good Neighbor Policy“. Seine Leitlinie beruhte dabei auf dem kantischen Prinzip „Was du nicht willst, das man dir tu', das füg' auch keinem andren zu“. Roosevelt war davon überzeugt, daß die weltweiten imperialistischen Überdehnungen der USA den revolutionären Ursprungsidealen seines Landes zuwiderliefen.
Die kooperativen, gutnachbarschaftlichen und gleichberechtigten Austauschbeziehungen der ländlichen Gemeinden Amerikas untereinander waren das Modell, nach dem die USA unter Roosevelt auch die internationalen Beziehungen eingerichtet wissen wollten. Aus diesem sehr pragmatischen, vom „common-sense“ geprägten Ansatz heraus war für Roosevelt die Außenpolitik immer auch eine unmittelbare Funktion einer auf Ausgleich, Entwicklung und Gerechtigkeit gegründeten humanen Gesellschaftspolitik im Innern.
Dies mußte den Präsidenten zwangsläufig zu einem natürlichen Antagonisten der europäischen Diktatoren Hitler und Mussolini und des japanischen Kaiserreiches machen.
Anstelle eines engen Nationalismus' suchte Roosevelt den Gedanken der globalen Abhängigkeit aller von allen („One World“) in seiner Außenpolitik zur Geltung zu verhelfen. Dem sollten sich auch die weltweiten industriellen und die Finanzinteressen der amerikanischen Konzerne unterordnen: „We now realize, as we have never realized before, our interdependence with each other - that we cannot merely take but we must give as well“.
Wenige Monate bevor er starb, schrieb Roosevelt. „that we cannot live alone, at peace; that our own well-being is dependent on the well-being of other nations--far away. We have learned to be citizens of the world, members of the human community. We have learned the simple truth of Emerson that ‘the only way to have a friend is to be one.’“ Mit diesen Worten hat Roosevelt seine Vision von den internationalen Beziehungen und von der Außenpolitik der USA am konzentriertesten zusammengefasst.
Es ist daher kein Zufall, daß Roosevelt noch in den Kriegsjahren an die Ausarbeitung einer gerechten Nachkriegsordnung heranging und die Gründung der Vereinten Nationen 1944 in San Francisco vorantrieb (s.u.).
Das visionäre außenpolitische Erbe des Präsidenten Roosevelt wurde von seinen Nachfolgern im Laufe der Jahrzehnte weitgehend demontiert. Es ist in der Außenpolitik der Bush-Jr.-Administration mittlerweile, unter Beibehaltung einiger missionarischer Elemente, in ihr genaues Gegenteil verkehrt worden.
Der 2. Weltkrieg
Trotz formaler Neutralität unterstützte Roosevelt Großbritannien seit Beginn des 2. Weltkriegs, unter anderem mit dem Leih- und Pachtgesetz, das die leihweise Lieferung von Waffen und Material bis hin zu ganzen Kriegsschiffen an England ermöglichte. Erst der Angriff der Japaner auf den US-Flottentützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii und die deutsche Kriegserklärung vom 7. Dezember 1941 sorgten für einen Stimmungsumschwung in den USA und ermöglichten es Roosevelt, direkt an der Seite Großbritanniens und der Sowjetunion in den Krieg einzutreten.
Mit dem britische Premier Winston Churchill einigte er sich auf den Grundsatz „Germany first“, also auf den Vorrang des Krieges gegen Hitler-Deutschland. Auf der Konferenz von Casablanca setzte er gegen Churchills Bedenken die Forderung nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands durch.
In der Atlantik-Charta, die die Gründungsurkunde der Vereinten Nationen vorweg nahm, einigte er sich mit Churchill auf die Grundsätze einer Nachkriegsordnung, die auf den „Vier Freiheiten“ begründet sein sollten. Diese hatte er bereits in einer Rede vom 6. Januar 1941 skizziert:
- „Von der Zukunft, die wir zu einer Zukunft der Sicherheit machen wollen, erhoffen wir eine Welt, die sich auf vier entscheidende Freiheiten der Menschheit gründet.
Die erste Freiheit ist die Freiheit der Rede und der Meinungsäußerung – überall in der Welt.
Die zweite Freiheit ist die Freiheit eines jeden, Gott auf seine Weise zu dienen – überall in der Welt.
Die dritte Freiheit ist Freiheit von Not. Das bedeutet, gesehen vom Gesichtspunkt der Welt, wirtschaftliche Verständigung, die für jede Nation ein gesundes, friedliches Leben gewährleistet überall in der Welt.
Die vierte Freiheit ist Freiheit von Furcht. Das bedeutet, gesehen vom Gesichtspunkt der Welt, weltweite Abrüstung, so gründlich und so weitgehend, daß kein Volk mehr in der Lage sein wird, irgendeinen Nachbarn mit Waffengewalt anzugreifen – überall in der Welt.
Das ist keine Vision eines fernen tausendjährigen Reiches. Es ist eine feste Grundlage für eine Welt, die schon in unserer Zeit und für unsere Generation verwirklicht werden kann. Diese Welt steht in tiefstem Gegensatz zu der sogenannten 'Neuen Ordnung' der Tyrannei, welche die Diktatoren im Krachen der Bomben zu errichten suchen.“
Als wichtigstes Mittel, diese Freiheiten in der internationalen politischen Ordnung nach dem Krieg zu realisieren, sah er die Gründung der Vereinten Nationen an. Um auch die Sowjetunion in die Weltorganiation einzubinden, war er auf den Konferenzen von Teheran und Jalta zu erheblichen Zugeständnissen an Stalin bereit, dem er – anders als Churchill – nicht prinzipiell misstraute. Stalin konnte daher den sowjetischen Machtbereich bis nach Mitteleuropa hinaus ausdehnen und dafür sorgen, dass Roosevelts vier Freiheiten dort 40 Jahre lang nicht verwirklicht wurden.
Wenige Wochen nach der Konferenz von Jalta, kurz vor Kriegsende, starb Franklin Delano Roosevelt im April 1945. Sein Nachfolger wurde Harry S. Truman.
Literatur
- Dirk Bavendamm: Roosevelts Weg zum Krieg: amerikanische Politik 1914–1939. 1989, Ullstein TB-Verlag, ISBN 3-548-33115-7, ISBN 3-7766-2058-7
- Detlef Junker: Franklin D. Roosevelt, Macht und Vision: Präsident in Krisenzeiten. Muster-Schmidt Verlag, ISBN 3-7881-0105-9
Weblinks
| Vorgänger: | Präsident der USA | Nachfolger: |
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Roosevelt, Franklin Delano |
| ALTERNATIVNAMEN | Franklin D. Roosevelt |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Politiker, 32. Präsident der USA (1933-1945) |
| GEBURTSDATUM | 30. Januar 1882 |
| GEBURTSORT | Hyde Park, New York, USA |
| STERBEDATUM | 12. April 1945 |
| STERBEORT | Warm Springs, Georgia, USA |
