Franz Borkenau

Franz Borkenau (* 1900 in Wien, † 18. Mai 1957 in Zürich) war ein in Österreich, Deutschland und den USA wirkender Geschichtsphilosoph, Kulturhistoriker und Soziologe.

Leben und Wirken

Aus einer österreichisch-ungarischen Beamtenfamilie stammend, auf einem humanistischen Gymnasium jesuitisch erzogen, wandte Borkenau sich früh der Psychoanalyse und dem Marxismus zu, studierte ab 1920 in Leipzig, nahm an der sozialistischen Studentenbewegung Teil und schloss sich 1921 der KPD an. Nach seiner Promotion zum Dr. phil. arbeitete er ab 1924 in Berlin für die Studienabteilung der Kommunistischen Internationale (Komintern); diesen Aufgaben verdankte er seine erstaunliche Vielsprachigkeit. Er wandte sich ab 1928 gegen die stalinistische Politik und wurde 1929 aus der KPD ausgeschlossen.

Von da ab wandte er sich der historischen Forschung zu, zunächst unterstützt vom Frankfurter Institut für Sozialforschung und arbeitete zunächst über die neuzeitlichen Anfänge des bürgerlichen Denkens. 1933 verließ er (auch als 'Halbjude' bedroht) das Deutsche Reich und lebte und arbeitete in Wien, Paris und Panama-Stadt. 1936 unternahm er mitten im Spanien des Bürgerkrieges dessen politische Untersuchung und kritisierte danach entschieden den kommunistischen Terror gegenüber den (ebenfalls für die Republik und gegen den Franquismo kämpfenden) anarchistischen Syndikalisten. 1947 trat er für einige Jahre eine Professur für Geschichte an der Universität Marburg an und wirkte danach als Redakteur der Zeitschrift "Ostprobleme" und freier Autor, auch in Paris, Rom und Zürich, wo er 1957 jäh verstarb. In dieser Zeit entstandenen - auch in Auseinandersetzung mit Oswald Spengler und Arnold J. Toynbee - zahlreiche Manuskripte über Untergang und Anfänge von Hochkulturen, zumal der des Abendlandes, die erst posthum von dem Historiker und Freund Richard Löwenthal herausgegeben wurden (Ende und Anfang).

Ausgewählte Veröffentlichungen

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See also: Franz Borkenau, 18. Mai, 1900, 1957, Abendland, Arnold J. Toynbee, Bürgertum, Franquismus, Hochkultur, Institut für Sozialforschung