Franz Gürtner

Franz Gürtner (* 26. August 1881 in Regensburg; † 29. Januar 1941 in Berlin) war Justizminister während der NS-Zeit.

Gürtner wurde als Sohn eines Lokomotivführer geboren. Nach dem Abitur studierte er in München Rechtswissenschaft. Seit 1909 war er im bayrischen Justizministerium tätig. Im ersten Weltkrieg kämpfte er an der Westfront und erhielt die Eisernen Kreuze I. und II. Klasse.

1922 wurde er bayrischer Justizminister. Als deutschnationales Mitglied der Bayrischen Mittelpartei sorgte er für eine günstige Atmosphäre für Hitler, während des Hitler-Putsch-Prozesses 1924. Gürtner sorgte auch für die frühe Haftentlassung Hitlers aus Landsberg.

1932 wurde Gürtner vom damaligen Reichskanzler Franz von Papen zum Reichsjustizminister ernannt. Auch unter Kurt von Schleicher und unter Hitler dürfte er sein Amt behalten.

Die Versuche Gürtners, der nicht NSDAP-Mitglied war, nach 1933 der deutschen Justiz Unabhängigkeit und Rechststaatlichkeit zu garantieren, waren zum Scheitern verurteilt. Proteste Gürtners gegen Mißhandlungen und Morde in Konzentrationslagern seit 1933 waren wirkungslos, führten allerdings auch nicht zu seiner Entlassung.

Gürtner blieb bis zu seinem Tode 1941 im Amt, ohne noch irgendeinen Einfluss auf das deutschen Rechtssystem zu haben.

Möglicherweise beließ ihn Hitler als bürgerlich-konservatives Aushängeschild im Amt, während längst SS und Gestapo Kontrolle über das Rechtswesen hatten.

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See also: Franz Gürtner, 1881, 1909, 1922, 1924, 1932, 1933, 1941, 26. August, 29. Januar