Franz I. (Frankreich)
Franz I. frz. François Ier le Roi-Chevalier (* 12. September 1494 in Cognac (Charente), † 31. Juli 1547 in Rambouillet), wird 1515 in der Kathedrale von Reims zum König von Frankreich gekrönt und regiert bis zu seinem Tod 1547. Er ist mit seiner ersten Frau Claude de France, Duchesse (Herzogin) de Bretagne, in der Basilika von Saint-Denis bei Paris beigesetzt.
thumb|François I.
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Geschichtliche Daten
Er gehört zur Dynastie der Valois und ist der einzige Sohn von Charles d'Orléans (1459 - 1. Januar 1496), Graf von Angoulême und von Luise von Savoyen (11. September 1476 - 22. September 1531).
Franz I. erlangte nach dem Sieg über die Schweizer im Jahr 1515 das Herzogtum Mailand. Ein Jahr später schloss er mit Papst Leo X. ein Konkordat. Sein Vorsatz, deutscher Kaiser zu werden, blieb 1519 unerfüllt. Daraufhin suchte er eine Entscheidung auf kriegerischem Wege zu erzwingen. In der Schlacht gegen Kaiser Karl V. geriet er am 24. Februar 1525 bei Pavia in Gefangenschaft und wurde von den Spaniern bis 1526 festgehalten. In der Ära der Reformation war Franz I. ein Fels gegen deren Ausbreitung im eigenen Land. Dies hinderte ihn jedoch nicht, protestantischen Fürsten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zur Seite zu stehen. Im Frieden von Crépy verzichtete er nach vier ergebnislosen Kriegen 1544 auf Mailand (das wie zuvor Reichslehen blieb), des weiteren auf das zu Spanien gehörende Königreich Neapel.
Kunst und Kultur
Franz I. gilt als der erste französische König der Renaissance. Während seiner Herrschaft kommt es zu einer bedeutenden Entwicklung der Künste in Frankreich. Bei seinem Antritt 1515 gilt er als humanistisch gebildeter König. Dies trifft jedoch nur mit Einschränkungen zu - er ist jedoch mehr als jeder seiner Vorgänger für die neuen Gedanken sensibilisiert, die vor allem seinem Lateinlehrer Desmoulins und seiner Mutter wichtig waren. Seine beiden Vorgänger Karl VIII. und Ludwig XII. haben viel Zeit in Italien verbracht, es ist ihnen aber nicht gelungen, die neuen Kultur und Kunstströmungen, die sich dort entwickelten nach Frankreich zu bringen. Sie schufen aber die Grundlagen für das spätere Erblühen der Renaissance in Frankreich. Franz I. vergibt zahlreiche Aufträge und lässt Künstler nach Frankreich holen, unter anderem auch Andrea del Sarto und Leonardo da Vinci. Leonardo da Vinci wird bis zu seinem Tod in Frankreich bleiben. Über Agenten lässt der König viele Werke italienischer Künstler wie Michelangelo, Tizian und Raffael aufkaufen und legt so den eigentlichen Grundstock der königlichen Gemäldesammlung die heute im Louvre ausgestellt ist. Sein wichtigstes Bauvorhaben ist die Erweiterung des Schlosses Fontainebleau nahe bei Paris, das bald zu seinem beliebtesten Aufenthaltsort wird. Er ließ das Schloss Chambord erbauen und gründete unter anderem auch das immer noch bestehende Collège de France in Paris unter dem Namen Collège des trois Langues (Schule der drei Sprachen), da dort zunächst Latein, Griechisch und Hebräisch unterrichtet wurden.
Politik
thumb|left|François I. zu Pferde Innenpolitik
Franz I. gilt als der Gründer des französischen Absolutismus, indem er die Zentralisierung der Macht in Paris vorantreibt und die Macht der letzten Kronvasallen bricht. Auch die Schaffung und Bündelung neuer Finanzinstitutionen stehen in dieser Politik. Franz schafft veraltete Privilegien ab und setzt sich über andere hinweg, um seine direkte Kontrolle über das Königreich zu verstärken.
Seine fortgesetzten Kriege vor allem gegen Italien und seine zahlreichen Bauvorhaben belasten die Staatskasse, und in der Folge werden die Steuern erhöht. Er verdoppelt die Steuer für Bauern (taille) und verdreifacht die Salzsteuer (gabelle).
Am 15. August 1539 erlässt der König die Verordnung (Ordonnance) von Villers-Cotterêts, mit der das Französische das Latein als Kanzleisprache ersetzt. Seither ist das Französische Amtssprache in Frankreich. Der massive Ausbau der Bürokratie ist ebenso zu nennen.
In der Kirchenpolitik schloss er 1516 mit dem Papst das Konkordat von Bologna, wodurch die französische Krone fast unbegrenzte Kontrolle über die eigene Kirche und deren Besitz bekommt. Dadurch wird endgültig eine vom König abhängige Staatskirche etabliert. Bei der Reformation unterstützte er aus politischen Gründen die deutschen Protestanten, bekämpfte die Reformation aber im eigenen Land.
Außenpolitik
Beim Machantritt Franz I. war Frankreich der militärisch und politisch stärkste Staat Europas. Franz führte eine aggressive Außenpolitik mit dem Ziel Mailand zu erobern und so die Oberhoheit über Norditalien zu gewinnen. Die sprichwörtliche ‚habsburgische Umklammerung’ existierte wegen der mangelhaften Geschlossenheit der span. Länder noch nicht. Entgegen der Legende fühlte sich Franz I. also nicht durch diese bedroht, sondern im Gegenteil, er suchte Kaiser Karl V. als Machtkonkurrenten in Italien zu überwältigen und griff diesen daher offensiv an. Um seine Machtposition weiter zu stärken, führte er mehrere Kriege gegen den Kaiser.
1. Französisch-habsburgischer-Krieg (1521-1526): Allianz mit dem Papst. Frankreich besetzt Norditalien. In der Schlacht von Pavia 1525 geriet Franz durch persönlichen Übermut in kaiserliche Gefangenschaft. Frieden von Madrid. Franz wird danach freigelassen. In Paris widerruft er den Vertrag, da man ihn dazu gezwungen hätte, was zum erneuten Krieg führt.
2. Französisch-habsburgischer-Krieg (1526-1529): Offensivbündnis mit Venedig, Florenz und Papst gegen die Spanier (Liga von Cognac). Plünderung Roms durch kaiserliche Truppen (Sacco di Roma 6. Mai 1527). Militärisch wenig Entscheidende Siege auf beiden Seiten. 1529 animiert Franz die Türken auf Wien zu marschieren, um so freie Hand in Italien zu erlangen. Nachdem beide Seite stark erschöpft waren, wird der Damenfriede von Cambrai geschlossen. Status quo wird bestätigt. Karl V. behält Mailand.
3. Französisch-habsburgischer-Krieg (1536-1538): Freundschaftsvertrag mit den Türken. Vergebliche Invasion Karls V. in die Provence. Darauf vergebliche frz. Invasion in die Spanische Niederlande. Frankreich annektiert Savoyen und Piemont.
4. Französisch-habsburgischer-Krieg (1542-1544): Offensivallianz mit den Türken gegen den Kaiser. Karl V. und Heinrich VIII. von England beginnen Invasion Frankreichs. Karl marschiert auf Paris, wird jedoch bei Saint-Dizier entscheidend geschwächt. Frieden von Crépy mit dem Kaiser: die alten Friedenverträge werden bestätigt. Frz. Invasionsversuch Englands. Heinrich nimmt Boulogne ein. Vertrag von Ardres mit England: Boulogne wird gegen 2 Mio. Goldtalern zurückgegeben.
Franz. I stirbt während der Vorbereitung einer erneuten Invasion der Niederlande und Spaniens. Der französisch-habsburgische Gegensatz wird während seiner Herrschaft geboren. Seine Offensivkriege haben zwar keine politischen Nachteile für Frankreich, sind aber letztlich ohne das erwünschte Ergebnis: Mailand als frz. Provinz zu erwerben. Bei seinem Tode sind Savoyen und Piemont (also große Teile Norditaliens) frz. besetzt, diese sollen in Provinzen umgewandelt werden. Er entsendet Cartier um Nordamerika zu erforschen. Dieser erreicht den Sankt-Lorenz-Strom und legt den Grundstein für die Neu-Frankreich-Kolonien.
Heiraten
- Am 18. Mai 1514 heiratet er Claude de France (13. Oktober 1499 - 20. Juli 1524), Tochter Königs Ludwig XII. und von Anne de Bretagne.
- Am 7. August 1530 heiratet er Eleonore von Österreich aus dem Haus Habsburg.
- Franz I. unterhält zahlreiche Liebschaften. Unter anderem mit Françoise de Foix, Dame de Châteaubriant (1495-1537), Anne de Pisseleu, Herzogin d´Etampes, Marie d´Assigny, Madame de Canaple und Marie de Langeac, Madame de Lestrange. Keine illegitimen Kinder bekannt.
legitime Nachkommen
- Mit seiner ersten Frau Claude de France hat Franz I. sieben Kinder:
- Louise (19. August 1515 - 21. September 1517)
- Charlotte (23. Oktober 1516 - 8. September 1524)
- François (28. Februar 1518 - 10. August 1536)
- Henri (31. März 1519 - 10. Juli 1559) - König Heinrich II.
- Madeleine (10. August 1520 - 2. Juli 1537)
- Charles (22. Januar 1522 - 9. September 1545), Herzog von Angoulême (1531-1545), Herzog von Orléans (1536-1545), Herzog von Châtellerault, Graf von Clermont-en-Beauvaisis und la Marche (1540-1545), Herzog von Bourbon (1544-1545)
- Marguerite (5. Juni 1523 - 14. September 1574), Herzogin von Savoyen
- Philippe (1524 - 1524)
- Aus zweiter Ehe gibt es keine Kinder.
Literatur
- Castelot, André: François Ier, Paris 1984.
- Guerdan, René : Franz I., König der Renaissance, Frankfurt 1978.
- Treffer, Gerd: Franz I. von Frankreich, Herrscher und Mäzen, Regensburg 1993.
Weblinks
- www.Valois.org - Das königliche Haus Valois
- Bilder und Informationen zu den Valois
- Schloss Fontainebleau
- Schloss Chambord
| Vorgänger Ludwig XII. | Liste der Herrscher Frankreichs | Nachfolger Heinrich II. |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Franz I. |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | König von Frankreich |
| GEBURTSDATUM | 12. September 1494 |
| GEBURTSORT | Cognac (Charente), Frankreich |
| STERBEDATUM | 31. Juli 1547 |
| STERBEORT | Rambouillet) |
