Franz von Assisi Akademie zum Schutz der Erde

Die Franz von Assisi Akademie zum Schutz der Erde ist eine wissenschaftliche Nachhaltigkeitsakademie in ökumenischer Tradition. Sie arbeitet im Geist des Hl. Franziskus, des Patrons der Umweltschützer. Die Arbeit der Franz von Assisi Akademie versteht sich als Beitrag zum ökumenischen Prozeß für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung und als Umsetzungsbeitrag zum Rio-Johannesburg Prozess.

Inhaltsverzeichnis

Ziele der Akademie

Ziel der Akademie ist die Förderung von Bildung, Wissenschaft und Forschung zum Schutz der Erde und Menschheit unter dem Leitbild einer zukunftsfähigen Entwicklung. Insbesondere sollen Kirchen und Religionsgemeinschaften, sowie Kommunen, Regionen, etc. bei der Umsetzung der global nachhaltigen Entwicklung wissenschaftlich unterstützt, beraten und begeleitet werden. Die Franz von Assisi Akademie gründet auf christlichen Fundamenten und weiß sich allen Christen und christlichen Kirchen verbunden.

Projekte und Aktivitäten

Die Akademie war von 1995 aktiv in einer Vielzahl von Projekten beteiligt, insbesondere im Prozess für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, dem Rio-Johannesburg Prozess, der Lokalen Agenda 21 Bewegung, der Zweiten Europäischen Ökumenischen Versammlung, die Global Marshall Plan Initiative, Modellprojekten zur Lokalen Nachhaltigkeitsstrategie und der Diözesanen Agenda 21 des Bistums Eichstätt.

Die Akademie war auf der Rio plus 5 UN Generalversammlung 1997 (New York) und 2002 auf dem World Summit for Sustainable Development mit einer Task Force vertreten.

Forschungschwerpunkte waren und sind Nachhaltigkeitsstrategien,nachhaltige Stadtentwicklung, Nachhaltigkeitswissenschaft, Ethik für eine nachhaltige Entwicklung und die Medizin der Erde (Terramedizin).

Von großer Bedeutung war das Altmühtal Agenda 21 Projekt, welches die Akademie im Auftrag der Katholischen Universität Eichstätt Ingolstadt durchführte (1995-1999).

In Zusammenarbeit mit 10 anderen Projektträgern (Kommunen, Verbänden, Diozesanrat) beteiligte sich die Akademie (Projektleitung) am Europäischen Naturschutzjahr 1995 als offizieller Beitrag der Bundesrepublik Deutschland mit dem Altmühltal Agenda 21 Projekt. Ziel des Altmühltal-Projekts war die modellhafte Umsetzung der Agenda 21 im Naturpark Altmühltal. Das Altmühltal-Projekt gliederte sich in 25 Teilprojekte und über 100 Einzelmaßnahmen und wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert. Ziel war die Umsetzung eines Leitbilds und eines Aktionsprogramms. Das Altmühltal-Projekt wurde 1995 vom Deutschen Nationalkomitee als Beitrag der Bundesrepublik Deutschland für das Europäische Naturschutzjahr 1995 ausgewählt und stand unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Es war das erste Agenda 21 Projekt in Deutschland, von dem Projekt sind zahlreiche Impulse ausgegangen.

Pionier der "christlichen" Nachhaltigkeitspraxis in Europa

Die Franz von Assisi Akademie zum Schutz der Erde e.V. wurde 1995 an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt mit Unterstützung des Studentischen Konvents der Universität und des Europarats gegründet. Vorausgegangen war eine intensive Diskussion im Rahmen der Umwelt-Ringvorlesungen, wie die Ergebnisse des Rio-Erdgipfel von den Kirchen umgesetzt und mitgetragen werden konnten. Initiatoren war der damalige Leiter des Umweltreferats der Universität Ralf Klemens Stappen und Jean Pierre Ribaut, Leiter der Umweltabteilung des Europarats. Vorausgeganen waren Diskussionen mit dem am Europarat akkredierten katholischen und christlichen NGOs und dem Vertreter des Heiligen Stuhls zur Gründung einer weltweiten katholischen bzw. ökumenischen Umweltbewegung. Da viele christlichen NGOs bereits in der Umweltarbeit aktiv waren, wurde in der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt die Idee einer Akademie geboren, welche als Think Tank die bestehenden Aktivitäten unterstützen sollte.

Im Rahmen des Altmühltal-Projekts wurde 1995 ein Projekt "Zukunftsfähige Universität" durchgeführt und ein umfangreiches Umweltkonzept für die Katholische Universität Eichstätt erstellt, welche eine Ausrichtung auf den Bereich nachhaltige Entwicklung beinhaltete. Ziel war die Ausrichtung der Universität als weltkirchlichen Umwelt- und Nachhaltigkeitszentrum, insbesondere die Schaffung eines Instituts für nachhaltige Entwicklung. Die Umsetzung scheiterte jedoch am Senat und der Aufbau der Akademie mit eigener Stiftung und Institut konnte somit bisher nicht realisiert werden.

1998 wurde dann unter maßgeblicher Mitwirkung der Akademie ein Europäisches Christliches Umweltnetz gegründet, welche 1996 vom Akademiemitglied Lukas Vischer auf einer Konsultation in Eichstätt vorgeschlagen wurde und von der Europäischen Ökumenischen Versammlung angenommen wurde.

Die Akademie

Die Struktur orientiert sich an der wissenschaftlicher Akademien. Berufene Akademiemitglieder sind u.a.: Klaus Töpfer, Ernst Ulrich von Weizsäcker, Günther Altner, Lukas Vischer und renomierte Wissenschaftler und Praktiker aus dem Umkreis des Weltrats der Kirchen, des Vatikans und von Forschungseinrichtungen.

Literatur

Franz von Assisi Akademie. Altmühltal-Projekt. In: German National Committee for the European Nature Conservation Year 1995: Nature Conservation Outside Protected Areas. Final Report. Bonn 1996

CCEE und KEK: Versöhnung - Dokumente der Zweiten Europäischen Ökumenischen Versammlung. Graz 1998

Weblink

Franz von Assisi Akademie

See also: Franz von Assisi Akademie zum Schutz der Erde, Bistum Eichstätt, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Eichstätt, Ernst Ulrich von Weizsäcker, Europarat, Europäische Ökumenische Versammlung, Europäisches Christliches Umweltnetz, Franz von Assisi, Global Marshall Plan Initiative