Frauenliteratur
Frauenliteratur ist die seit ihrer Entstehung im Wandel begriffene Bezeichnung für ein Literaturgenre bzw. eine -gattung.
Heute bezeichnet der Begriff die von weiblichen Autoren geschriebene Literatur, während er in früheren Jahrzehnten eher Literatur mit (hauptsächlich) weiblichen Protagonisten benannte. Die Notwendigkeit eines derartigen Begriffes ergibt sich aus der Tatsache, dass "Literatur" ohne Zusatz des Wortes "Frauen" nicht neutral ist, wie er zu sein scheint, sondern von einer Realität ausgeht, in der der Mann und das Männliche die Norm ist, mit dem das Nicht-Männliche, also Weibliche mit meist defizitärem Ergebnis verglichen wird. Die Frau wird dadurch, wie schon bei Aristoteles beschrieben, zum unvollständigen Mann und die von ihr verfasste Literatur zum unvollständigen Abklatsch der von Männern verfassten. Frauenbücher sind dadurch charakterisiert, dass ihre Schreibweisen mehr oder weniger bewusst oder deutlich von der durch die Frau erfahrenen Realität beeinflusst sind und daher oft besondere Perspektiven aufweisen, in denen diese Realität hervorgehoben wird.
Frauenliteratur wendet sich nicht immer oder besonders an Leserinnen. Eine bekannte literatursoziologisch untersuchte Tatsache ist allerdings, dass schöne Literatur ohnehin hauptsächlich von Frauen gelesen wird. Frauenbücher können, aber müssen nicht zwangsläufig feministisch sein.
Frauenliteratur ist nicht nur Belletristik, sondern besteht auch aus Biografien, Sachbüchern und Ratgebern wie z. B. "Das andere Geschlecht" von Simone de Beauvoir oder "Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin" von Ute Ehrhardt.
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Geschichte
Die deutschsprachige Frauenliteratur begann sich in den 1970er Jahren zu entwickeln. Dabei handelte es sich zum großen Teil um Erfahrungsberichte aus dem weiblichen Alltag, der durch die literarische Form darauf pochte, wahrgenommen zu werden. Diese literarische Entwicklung ist im Zusammenhang mit dem Auftauchen anderer emanzipatorischer Literatur zu sehen: Gefangene, Homosexuelle, Migranten beider Geschlechter, und eben auch Frauen fingen an, ihre eigene Literatur zu schaffen. Bekannte Namen und Bücher waren "Häutungen" von Verena Stefan und "Klassenliebe" von Karin Struck.
Vertreterinnen des Genres
- Margaret Atwood
- Dorothy West
- Alice Walker
- Simone de Beauvoir
Deutschsprachige zeitgenössische Autorinnen
- Elfriede Jelinek
- Christa Wolf
- Doris Dörrie
- Brigitte Reimann
- Irmtraud Morgner
- Maxie Wander
- Monika Maron
- Christa Reinig
- Natascha Wodin
- Karen Duve
- Zehra Cirak
- Emine Sevgi Özdamar
- Marlen Haushofer
- Milena Moser
- Eveline Hasler
- Brigitte Schwaiger
Literatur
- Sigrid Weigel: Die Stimme der Medusa. Schreibweisen in der Gegenwartsliteratur von Frauen. 1987
- Jutta Osinski: Einführung in die feministische Literaturwissenschaft. 1998
Weblinks
Siehe auch
- Frauenfilm
- Frauenkrimi
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