Freeriden
Als Freeriden bezeichnet man das Skifahren und Snowboarden durch unberührten Schnee abseits der markierten und kontrollierten Skipisten. Das sichere Beherrschen des Tiefschneefahrens ist nach wie vor Grundvoraussetzung für das Freeriden.
Freeriden ist weder eine Sportart noch ein besonderer Fahrstil, sondern die Bezeichnung für den Trend, sich abseits der Pisten zu bewegen. Der Trend ist durch die Entwicklung des Snowboards und spezieller Skier für das Freeriden begünstigt worden. Beide Sportgeräte eignen sich für präparierten und unpräparieten Schnee gleichermaßen gut.
Bis in die 1990er Jahre betrieben Skisportler Freeriden unter den Namen „Variantenfahren“. Auch das Begehen einer Skiroute zählt zum Freeriden. Vor allem Snowboarder sprechen beim Freeriden auch vom Begehen des „Backcountry“. Generell wird das Verlassen der Skipiste häufig als „off-piste“-Fahren bezeichnet.
Eine besondere Form des Freeridens ist das Extremskifahren in besonders steilem und unwegsamem Gelände.
Dabei wird mit sehr breiten Skiern gefahren, damit man mehr Auftrieb im Pulverschnee hat. Sehr beliebt ist beim extremen Freeride das Fahren in großen Bögen mit hohen Geschwindigkeiten. Bei Freeride Wettkämpfen zählt die Geschwindigkeit, die Kontrolle und der Stil.
Risiken
Freeriden setzt neben dem Können auch noch ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein voraus. Für die eigene Sicherheit, aber auch die Sicherheit von anderen Personen ist es wichtig, die Verhaltensregeln beim Skifahren abseits der gesicherten Pisten zu kennen und einzuhalten. Insbesondere das Lawinenrisiko ist zu beachten.
Freerider sind üblicherweise in kleinen Gruppen unterwegs. Weil die Sportler sich im Hochgebirge bewegen und dort alpinen Gefahren ausgesetzt sind, ist die Anleitung eines Bergführers oder Skilehrers ratsam.
Zur Ausrüstung eines Freeriders gehören ein LVS-Gerät („Lawinenpieps“), eine Lawinensonde sowie eine Lawinenschaufel, um im Fall des Verschüttens durch einen Lawinenabgang schnelle Hilfe leisten zu können.
Freerider schützen sich üblicherweise durch einen Helm gegen bei einem Sturz auf unter dem Schnee verborgene Felsen mögliche schwere Verletzungen. Besonders Snowboard-Freerider tragen außerdem häufig spezielle Protektoren unter der Kleidung.
Ökologische Aspekte
In Bezug auf den Naturschutz in den Bergen ist das Freeriden kritisch zu betrachten:
- Tiefschneefahrer können Tiere in ihren Rückzugsgebieten stören und aufscheuchen. Im Winter, wenn kaum Nahrung vorhanden ist, kann der dadurch verursachte Energieverbrauch und Stress die Tiere in eine lebensbedrohliche Lage bringen.
- Pflanzen unter der Schneedecke können durch die Kanten oder den Druck der Skier oder Snowboards zerstört werden, insbesondere, wenn die Schneedecke dünn ist. Beim Fahren durch Wald oder durch Buschwerk können Äste oder kleinere Büsche und Bäume von Skiläufern abgerissen werden.
Die Betreiber von Skigebieten reagieren auf diese Problematik durch das Ausweisen von zum einen Sperrgebieten für Wild- und Naturschutz, in denen das Ski- und Snowboardfahren verboten ist, und zum anderen spezieller Skiabfahrten, die kontrolliert, aber nicht präpariert werden und die somit für Mensch und Natur sicheres Tiefschneefahren erlauben.
Weblinks
- http://www.alpinesicherheit.com/archiv/recht/freierskiraum.html
- http://www.lawine.at/
- http://www.winterreisen.de/schneehoehen.htm
