Freigericht (Hessen)
| Wappen | Karte |
|---|---|
| fehlt noch | 140px|Deutschlandkarte, Position von Freigericht hervorgehoben |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Hessen |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt |
| Landkreis: | Main-Kinzig-Kreis |
| Fläche: | 33,42 km² |
| Einwohner: | 14.907 (30. Juni 2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 446 Einwohner je km² |
| Höhe: | 140 - 371 m ü. NN |
| Postleitzahl: | 63579 |
| Vorwahl: | 06055 |
| Geografische Lage: | 50° 08' n. Br. 09° 07' ö. L. |
| Kfz-Kennzeichen: | MKK, alt: HU |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 35 009 |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Bahnhofstr. 13 63579 Freigericht |
| Website: | www.freigericht.de |
| E-Mail-Adresse: | gemeinde@freigericht.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Manfred W. Franz CDU |
Freigericht ist eine ländliche Gemeinde im Main-Kinzig-Kreis, Hessen, Deutschland.
| Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Geografische Lage
Freigericht liegt nahe dem Rhein-Main-Gebiet, an den Ausläufern des Spessarts, direkt an der hessisch-bayerischen Grenze.
Über 40 % des Geimeindegebietes sind bewaldet.
Nachbargemeinden
Die Gemeinde Freigericht grenzt an die hessischen Gemeinden Rodenbach, Hasselroth und Linsengericht. Jenseits der bayerischen Grenze liegen Alzenau, Schöllkrippen und Geiselbach.
Gemeindegliederung
Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen
- Altenmittlau,
- Bernbach,
- Horbach,
- Neuses und
- Somborn
Geschichte
Die Gemeinde Freigericht, zu der die Ortschaften Altenmittlau, Bernbach, Horbach, Neuses und Somborn, zählen, hat ihren Ursprung im Zentgericht Somborn, das bis 1748 mit den Zentgerichten Alzenau, Hörstein und Mömbris die Markgenossenschaft Wilmundsheim vor der Hart (Alzenau) bildete. Die freien Märker versammelten sich jedes Jahr in Alzenau, um den Landrichter und die Förster zu wählen und wichtige Entscheidungen zu treffen.
Die Zentgerichte waren ursprünglich reichsunmittelbar. Den Vorsitz führte der auf ein Jahr gewählte Zentgraf. Jedes Dorf stellte, entsprechend der Anzahl seiner Freien, Schöffen, die das Recht zu finden hatten. Bis 1748 zählte auch die Gemeinde Albstadt zum Zentgericht Somborn. Im Jahre 1500 verloren die Zentgerichte ihre Reichsunmittelbarkeit und ihre Privilegien. Die kirchliche Jurisdiktion übte in der Zent Somborn das Erzbistum Mainz aus. Infolgedessen breitete sich die Reformation hier nicht aus.
Da die Freigerichter auf ihre alten Freiheitsrechte nicht verzichteten und sich den Anordnungen der Lehnsherren widersetzten, besetzten die Kurfürsten von Mainz und Grafen von Hanau im Jahre 1502 das Land. Der Widerstand der Freigerichter blieb jedoch ungebrochen. Deshalb erteilten die Lehnsherren ihnen 1529 die Landesherrliche [[[Begnadigung]], in der sie ihnen versprachen, ihre hergebrachten Rechte und den Namen "Freigericht" zu belassen.
Im Jahre 1748 erfolgte dann die Teilung der Markgenossenschaft. Das Zentgericht Somborn kam zu Hessen-Kassel. 1772 wurde Somborn Marktflecken, jedoch kamen die Märkte nie zur Blüte, da die Freigerichter um Anerkennung ihrer Privilegien durch den Landgrafen von Hessen-Kassel, Wilhelm IX., kostspielige Prozesse vor dem Reichshofrat in Wien (1775–78) und dem Reichskammergericht in Wetzlar (1795–1806) führen mußten und mit hohen Abgaben durch den Landesherren belegt wurden.
So wurde der Kampf um die Freiheit Mitte des 14. Jahrhunderts bis 1806, als das Reichskammergericht mit der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches endete, zur Leitidee der Geschichte des Freigerichts, denn in dem Kampf liegt der Sinn des Namens Freigericht begründet, der sich im Gegensatz zu vielen anderen ehemaligen „freien Gerichten" des Kreises Gelnhausen und darüber hinaus bis auf den heutigen Tag erhalten hat.
Die einzelnen Ortsteile werden erstmals urkundlich erwähnt:
- Bernbach im Jahre 850
- Horbach im Jahre 850
- Neuses im Jahre 1000
- Somborn im Jahre 1025
- Altenmittlau im Jahre 1191
Im Hinblick auf die bevorstehende Gebietsreform in Hessen, und um die anstehenden Gemeinschaftsaufgaben besser lösen zu können, schlossen sich die fünf ehemals selbständigen Gemeinden Altenmittlau, Bernbach, Horbach, Neuses und Somborn durch Auseinandersetzungsvertrag freiwillig mit Wirkung vom 1. Januar 1970 zur Gemeinde Freigericht zusammen.
Religionen
Da Freigericht zum Gebiet des Erzbischofs von Mainz gehörte, breitete sich hier - anders als in den Nachbargemeinden - die Reformation nicht aus. Daher sind auch heute noch etwa 66 % der Befölkerung katholisch, gut 16 % sind evangelisch.
Eingemeindungen
Die Gemeinde Freigericht entstand am 1. Januar 1970 durch freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Altenmittlau, Bernbach, Horbach, Neuses und Somborn.
Einwohnerentwicklung
- 1939: 6.833
- 1950: 9.737
- 1961: 10.491
- 1970: 12.145
- 1980: 12.642
- 1990: 13.248
- 2000: 14.662
- 2004: 14.907
Politik
Gemeindevertretung
Die Freigerichter Gemeindevertretung besteht derzeit (2004) aus 34 Mitgliedern:
- CDU: 22
- SPD: 9
- Grüne: 0 (Die 3 Vertreter der Grünen sind ohne Nachrücker aus der Gemeindevertretung ausgeschieden, daher bleiben diese Sitze bis zur nächsten Komunalwahl unbesetzt.)
- UWG: 3
Bürgermeister
Bürgermeister ist Manfred W. Franz CDU
Wappen
Das Wappen der Gemeinde Freigericht beinhaltet „In Silber ein gradarmiges schwarzes Tatzenkreuz, kreuzweise belegt mit einem blauen Schlüssel und einem blauen Schwert".
Das schwarze Kreuz auf silbernem Grund symbolisiert die alten Beziehungen der Gemeinde zum Bistum Fulda. Durch die päpstliche Bulle "Provida solersque" kam Freigericht im Jahre 1821 zur Diözese Fulda.
Schlüssel und Schwert sind die Symbole der Heiligen Petrus und Paulus, der beiden ältesten Patrone der Somborner Pfarrkirche.
Im weiteren Sinne kann das Schwert auch symbolisch als Gerichtsschwert des Freigerichts gedeutet werden. Diese geschichtlichen Zusammenhänge wurden bei der Wappengebung für die Gemeinde Freigericht herangezogen.
Die Führung des Wappens wurde der Gemeinde Freigericht am 6. Oktober 1971 durch das Land Hessen genehmigt.
Städtepartnerschaften
Der Ortsteil Altenmittlau ist seit 1972 verschwistert mit St. Quentin-Fallavier, einer Gemeinde nahe Lyon. Seit kurzem bestehen auch freundschftliche Beziehungen mit Gallicano nel Lazio in Italien.
Darüber hinaus sind einige der örtlichen Vereine mit anderen Vereinen in Europa befreundet.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
In Somborn gibt es ein Heimatmuseum, in dem das Leben im Freigericht in vergangenen Tagen gezeigt wird. Dieses Museum soll eine Brücke von der Vergangenheit zur Gegenwart sein und Erinnerungen an die Vorfahren festhalten. Zur Zeit wird das Heimatmuseum erweitert, um eine Nachbildung der "Freigerichter Kleinbahn" aufzustellen. Ein weiterer Schwerpunkt des Museums ist die Zigarrenherstellung im Freigericht. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurden im Freigericht in Fabriken und in Heimarbeit Zigarren hergestellt.
Musik
Das kulturelle Leben der Gemeinde wird zum großen Teil von den zahlreichen Vereinen gepflegt. 5 Orchester, ein Spielmanns- und Fanfarenzug, zahlreiche Chöre und weitere Gruppierungen geben jährlich mehrere Konzerte und sind weit über die Grenzen Freigerichts bekannt und geschätzt.
Hinzu kommen noch Theatergruppen, die "Freigerichter Musiktage" und weitere Veranstaltungen.
Wachsender Beliebtheit erfreuen sich auch die Freigerichter "Babbelowende", Abende, an denen die verschiedenen Freigerichter Diealekte gepflegt werden.
Bauwerke
Markante Bauwerke in den Freigerichter Ortsteilen sind die Kirchen und ihre Vorgänger-Kapellen.
Hinzu kommt noch der nahe Somborn gelegene Hof Trages. Hierbei handelt es sich um einen Gutshof, der wahrscheinlich auf eine Rodung im 9. Jahrhundert zurückgeht. Im 14. Jahrhundert werden 2 Höfe erwähnt: Vorder und Hinter Drages. Dem Peter von Dragus wird anno 1358 das Land durch die Ronneburger verwüstet. 1374 übergaben laut Urkunde Arnulf von Drages, seine Frau und 5 Söhne ihren Hof „Zum Trages" dem Herrn Ulrich von Hanau und erhielten den Hof als erbliches Lehen zurück. Als Abgabe hatten sie nur ein „Fastnachtshuhn" zu entrichten und die Pflicht, durchreisenden Herren einen Ehrentrunk zu reichen. Im 30jährigen Krieg wurde Trages völlig zerstört und seine Bewohner vertrieben. Laut Lehensbrief von 1639 gab Hanau dem Dietrich von Erkenbrecht die „Höfe zum Trages" zu Lehen. Von dessen Nachkommen kaufte der Hanauische Kanzler von Cranz die Güter Trages und Hüttelngesäß 1727. Er und sein Sohn errichteten den Hauptanteil der heutigen Gebäude des ehemaligen Wirtschaftshofes und die Parkanlage mit den heute alten und stattlichen Bäumen sowie ein Gartenhaus, den Grundstock des jetzigen Schloßgebäudes. 1751 vererbte der kinderlose Johann Sebastian von Cranz Trages und Hüttelngesäß an den Sohn seiner Schwester, den nassau-usingischen Geheimen Rat Christian Carl Ludwig von Savigny.
Im Laufe des 19. jahrhunderts trafen sich auf dem Anwesen Freunde von Friedrich Carl von Savigny, u. a. Clemens und Bettina Brentano, spätere Arnim, die Brüder Grimm oder Karoline von Günderode.
Hof Trages ist bis heute im Besitz der Familie von Savigny. Auf dem Gelände um den Gutshof entstand in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts ein 18-Loch Golfplatz, der sich harmonisch in die Landschaft einfügt.
Auf dem Hof Trages werden auch Trauungen durchgeführt.
Das Herrenhaus ist leider nicht zu besichtigen.
Sport
Im Freigericht gibt es neben den kulturtreibenden Gruppen und Vereinen auch einge große Zahl an Sportvereinen. Fußball, Tischtennis, Leichtathletik, Badminton, asiatische Sportarten und vieles mehr werden angeboten.
Wasserliebende Freigerichter kommen im Hallenbad "Platsch" auf ihre Kosten; auch eine Sauna steht dort zur Verfügung.
Regelmäßige Veranstaltungen
Über die regelmäßigen Angebote informiert die Gemeinde in einem Veranstaltungskalender. Darüberhinaus informieren die lokalen Medien.
Kulinarische Spezialitäten
Die Freigerichter Küche ist gut und herzhaft. Eine große Spezialität sind hausgemachte Kuchen, hier zu allererst der Freigerichter Hefekuchen vom Blech.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Nördlich des Freigerichts verläuft die A66 von Frankfurt nach Fulda. Im südlichen Bereich verläuft die L3202 von Gelnhausen nach Alzenau.
Weblinks
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