Fremdgehen
Unter Fremdgehen oder Seitensprung versteht man Sex, bei dem mindestens eine der beteiligten Personen eine feste Zweierbeziehung mit einer anderen Person hat.
Meist ist der Seitensprung ein Hinweis darauf, dass in der bestehenden Beziehung Defizite vorhanden sind, die von den Partnern noch nicht geklärt wurden. Weitere Motive können sein: Suche nach Bestätigung, Abwechslung, Abenteuer und ein größeres Bedürfnis nach Sexualität als der Partner.
Bei einem Aufkommen des Seitensprungs ergibt sich daraus meist ein erhöhter Gesprächsbedarf. In manchen Beziehungen soll dies sogar als erregend empfunden werden. Bei zuweilen gescheiterten Gesprächen führt dies unter Umständen zu auf der Handlungsebene ausgetragenen Interaktionen, die z.B. in Krankenhäusern oder vor dem Scheidungsrichter enden.
Der "Durex Local Report 2004" (der Kondomhersteller gibt an, er habe 10.000 Menschen befragt) ergab, dass in Deutschland 36 % der Frauen und 30 % der Männer ihren Partner schon einmal betrogen haben. Der Studie zufolge haben 35jährige ihren Partner in einem von zwei Fällen bereits einmal betrogen.
Man spricht von Ehebruch, wenn mindestens eine der beteiligten Personen verheiratet ist.
Wenn dem Lebenspartner ein Kind, das aus einem Seitensprung entstammt, untergeschoben wird, spricht man auch von einem Kuckuckskind.
Fremdgehen aus biologischer Sicht
Obwohl das Fremdgehen wahrscheinlich in fast allen Kulturen der Welt geächtet und verurteilt wird, tritt dieses Phänomen in praktisch jeder Kultur auf. Deshalb ist davon auszugehen, dass das Fremdgehen - trotz der Gesundheitsrisiken, welche von ansteckenden Krankheiten wie AIDS ausgeht - eine evolutionär stabile Strategie darstellt. Als eine solche hat sie sich gegenüber Individuen, die nicht fremdgehen, durchgesetzt.
Für den Mann lohnt sich das Fremdgehen, weil er, mangelnde Verhütung seitens der Frauen vorausgesetzt, viele Nachkommen haben kann, die er nicht selber aufziehen muss (siehe oben; "Kuckuckskind"). Dies begünstigt die Verbreitung seiner Gene stark.
Für die Frau ergibt sich im Falle einer Schwangerschaft ebenfalls einen Vorteil, da sich die Spermien verschiedener Männer im Körper der Frau konkurrenzieren (Spermienkonkurrenz). So gelangt jenes Spermium, das sich gegen die Spermien anderer Männer durchgesetzt hat, zur Befruchtung. Dies ist von Vorteil für die Frau, weil sie darauf vertrauen kann, dass ihre neun Monate lange Schwangerschaft durch das "beste" und offensichtlich gesündeste Spermium ausgelöst wurde.
Weil Fremdgehen von der Gesellschaft aus gesehen als verwerflich angesehen wird, wird auch heftig bestritten, dass Fremdgehen einen handfesten Vorteil hätte für den Mann oder sogar für die Frau. Für die fremdgehende Person ist es auch von Vorteil, dass sie das Fremdgehen anderer Menschen - sprich Konkurrenten - verteufelt. Tatsache ist aber, dass menschliche Triebe und angeborene Verhaltensweisen niemals Rücksicht nehmen auf moralische Anschauungen; denn die genetischen Grundlagen des Menschen sind sehr viel älter als die derzeit aktuelle Sexualmoral unserer Gesellschaft.
Literatur
- Achim Schwarze; Fremdgehen. Heimliche Liebschaften und was Sie daraus
