Fresko
thumb|Deckenfresko (1746) des Münchner Hofmalers Johannes Zick im Mittelschiff von St. Martin in Biberach/Riß
Fresko, Freskomalerei oder Frischmalerei (v.ital.: pittura a fresco intonaco Malerei auf frischem Putz, dt. plural: Fresken) ist eine Maltechnik, bei der in Kalkwasser angerührte Farben auf den noch frischen feuchten Putz aufgetragen werden, wobei sich die Farben unlöslich mit dem Untergrund verbinden.
Die Farbe kann nicht wie bei der so genannten Seccomalerei (Wandmalerei auf die trockene Wand) abblättern. Die Technik ist aufwändiger und schwieriger, da Putz und Farbe jeweils am selben Tag aufgetragen werden müssen und es keine Möglichkeit der Korrektur gibt.
Daher werden jeweils einzelne Motive des Gesamtfreskos an einem Tag bearbeitet, die so genannten Tagewerke. Bei genauerer Betrachtung kann man die Stöße dieser einzelnen Flächen erkennen, da der Putz des nächsten Tages ganz vorsichtig bis an den bereits eingefärbten Putz des Vortages herangebracht werden musste, um nicht das bestehende Werk zu zerstören. Die dadurch entstehenden Stöße zwischen den einzelnen Tagewerken sind bei Streiflicht gut zu erkennen.
Die Freskomalerei hat ihren Ausgang in der Antike. Guterhaltene Beispiele finden sich in Pompeji z.B. in der Mysterienvilla und Herculaneum. Im Mittelalter wurde seit Giotto gerne mit einer Mischtechnik von fresco und secco gearbeitet. In der Renaissance und im Barock wird dann fast ausschließlich wieder „al fresco“ gearbeitet. Berühmte Beispiele sind die Sixtinische Kapelle mit dem bedeutendsten Freskenzyklus des Abendlandes von Michelangelo und diejenigen von Raffael im Vatikan.
Die erste historisch nachweisbare Freskomalerei stammt aus dem historischen Persien zur Zeit vom Kyros (Kourosh) II., der Große, König von Persien 559 - 530 v. Chr.
In den historischen Gemäuern von Persepolis wird bildlich der Sieg über die babylonischen Truppen, die Eroberung Jerusalem und die Befreiung der versklavten und verschleppten Juden aus ihrer babylonischen Gefangenschaft dargestellt.
Eine weitere Darstellung dieser historischen Geschehnisse ist auf ein im heutigen Irak gefundener Tonzylinder, auf dem die Geschehnisse der damaligen Zeit schriftlich festgehalten sind, dargestellt. Dieses Werk nimmt die Freskomalerie im Persepolis als Vorlage. Dieses bedeutende Dokument wird im Britischen Museum aufbewahrt.
Dieses bedeutende Ereignis unter Kyros findet im Alten Testament im Buch Jesaja Erwähnung:
Jesaja 45,1: So spricht der Herr zu Kyrus, seinem Gesalbten, den er an der rechten Hand gefasst hat, um ihm die Völker zu unterwerfen, um die Könige zu entwaffnen, um ihm die Türen zu öffnen und kein Tor verschlossen zu halten:
Jesaja 45, 13: Ich habe ihn (Kyrus) aus Gerechtigkeit zum Aufbruch veranlasst. Alle Wege ebne ich ihm. Er baut meine Stadt wieder auf, mein verschlepptes Volk lässt er frei, aber nicht für Lösegeld oder Geschenke. Der Herr der Heere hat gesprochen.
Kyros der Große sorgte im übrigen für die Errichtung eines toleranten und humanen Herrschaftssystems, das die Glaubensfreiheit jedes einzelnen garantierte.
Fresko im weiteren Sinne
Im deutschen Sprachraum werden umgangssprachlich alle Wandmalereien, egal ob al fresco, al secco, mit Mischtechnik oder mit einer anderen Technik gearbeitet wurde, als Fresken bezeichnet.
Siehe auch: Trompe-l'oeil
