Freundschaft
Freundschaft umgangssprachlich verstanden, ist eine subjektiv wahrgenommene positive zwischenmenschliche Beziehung, die sich als wechselseitiges Sympathie-Gefühl festigt. Die an einer freundschaftlichen Beziehung beteiligten Menschen werden Freundinnen bzw. Freunde genannt.
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Wissenschaftlicher Untersuchungsgegenstand
Eine wissenschaftlich korrekte Erklärung im Sinne einer wiederholbaren Messung der Stärke einer Freundschaft ist schwer möglich.
In der Soziologie hat Ferdinand Tönnies "Freundschaft" als "Gemeinschaft des Geistes" kategorisiert. Auch gibt es einige wissenschaftliche Untersuchungen zum Verhalten innerhalb einer Freundschaft. So streiten enge Freunde wesentlich mehr als lediglich miteinander bekannte Personen. Der Grund dafür wird von Psychologen und Soziologen darin gesehen, dass sich enge Freunde einander sicher sind und daher nicht übervorsichtig agieren müssen. Außerdem haben sie mehr Kontakt zueinander.
Kulturelle Abhängigkeit
Eine Freundschaft ist sehr individuell und auch kulturell abhängig. Ein Deutscher definiert in der Regel nur wenige seiner Mitmenschen als Freunde, meist höchstens einen oder zwei. Ein Nordamerikaner dagegen gewinnt im Laufe seines Lebens immer mehr Freunde. Hier wird eine gute Bekanntschaft meist schon als Freundschaft bezeichnet, im Gegensatz zu der oft tiefgehenden und langfristigen Beziehung, die in Deutschland meist für Freundschaft steht.
Abstufungen der Freundschaft
Sprachlich können positive zwischenmenschliche Beziehungen differenziert werden:
- die schwächste Form ist die Bekanntschaft, wobei vor allem die Aussage getroffen wird, dass eine Person von der Existenz einer anderen weiß und zumindest schon einmal z.B. miteinander geredet wurde. Es kann dabei unterstellt werden, dass dem Bekannten keine negativen Gefühle entgegengebracht werden.
- freundschaftliche Beziehungen sind bedeutend enger,
- sie werden nur noch übertroffen von der Liebe.
Verwandte Begrifflichkeiten und Abgrenzung
In der Armee, bei den Pfadfindern oder Bergsteigern, Sportlern, und in den Vereinen spricht man dagegen von Kameradschaft; in der Arbeiterbewegung von Solidarität.
Liebe läßt keine weiteren Differenzierungen zu (man liebt oder tut es nicht), bei Freundschaft und Bekanntschaft sind Abstufungen möglich (entfernter Bekannter, guter Bekannter, guter Freund). Herausragend ist der Freund fürs Leben, eine Formulierung, die eine sehr intensive und bedingungslose Bindung andeutet.
Jemanden einen Geschäftsfreund zu nennen, deutet dagegen eine eher beruflich-geschäftliche Beziehung an, bei der man bislang positive Erfahrungen gemacht hat und nicht hintergangen wurde.
Eine weitere Dimension der Freundschaft ist, dass sie auch nach einer Unterbrechung jederzeit wieder aktiviert werden kann, auch wenn die Freunde jahrelang keinen Kontakt hatten.
Literarisch ist die Freundschaft über die Jahrhunderte immer wieder thematisiert worden:
- Die Ballade Die Bürgschaft von Friedrich Schiller ist ein Musterbeispiel für die Darstellung unbedingten Vertrauens in einer freundschaftlichen Beziehung.
Zitate
- „Freundschaft ist eine Seele in zwei Körpern“ Aristoteles
- „Einen sicheren Freund erkennt man in unsicherer Sache.“ Cicero
- „Dasselbe wollen und dasselbe nicht wollen, das ist feste Freundschaft“ Sallust
- „Der Freund ist einer, der alles von dir weiß, und der dich trotzdem liebt.“ Elbert Hubbard
- „Freundschaft ist, wenn dich einer für gutes Schwimmen lobt, nachdem du beim Segeln gekentert bist.“ Werner Schneyder
- „Freundschaft ist wie Geld, leichter gewonnen als erhalten.“ Samuel Butler
- „Es gibt nur ein Problem, das schwieriger ist, als Freunde zu gewinnen: sie wieder loszuwerden.“ Mark Twain
- „Ein Freund ist ein Mensch, vor dem man laut denken kann.“ Ralph Waldo Emerson
- Morgens ein Joint und der Tag ist dein Freund. Hippieweisheit
- Freunde in der Not, gehen 1000 auf ein Lot. Sprichwort, welches besagen will, dass in Notlagen Freunde sehr rar sind.
